Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Nitratbelastung: Wie teuer wird es wirklich?

Um mehr als 60 Prozent könnte der Trinkwasserpreis durch die Nitratbelastung des Grundwassers steigen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten im Auftrag des BDEW.

von | 20.01.17

Zu viel Nitrat im Grundwasser: Welche Kosten kommen auf den Wasserkunden zu?

Wenn sich die gängige Düngepraxis jetzt nicht ändert, könnte das Trinkwasser nach Berechnungen eines BDEW-Gutachtens in einigen Regionen um bis zu 62 Prozent teurer werden. „Die zunehmende Verschmutzung des Grundwassers erfordert eine immer kostenintensivere Trinkwasseraufbereitung“, so Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser.

135 Euro mehr pro Jahr

Wenn die bisherigen Maßnahmen der Wasserversorger nicht mehr ausreichen, wird laut Gutachten in belasteten Regionen der Einsatz einer Denitrifikationsanlage erforderlich. Die Berechnungen der Gutachter zeigen: Diese aufwendige Nitratentfernung könnte die Jahreswasserrechnung um bis zu 62 Prozent erhöhen. Bei den betrachteten Wasserversorgern würde die durchschnittliche Jahresrechnung eines Dreipersonenhaushalts (Sechsfamilienhaus) von aktuell 217 Euro auf 352 Euro steigen.

„Politik muss endlich eingreifen“

Es könne nicht sein, so der BDEW, dass die Verbraucher für die Sünden der industriellen Landwirtschaft geradestehen müssten. Seit den 1970er-Jahren werde in einigen Regionen systematisch überdüngt. In der Folge seien die Böden überlastet und könnten kaum noch Nitrat abbauen. „Die Politik muss endlich eingreifen und strenge Düngevorgaben mit wirksamen Überwachungs- und Kontrollmechanismen einführen“, so Martin Weyand. „Der bislang erzielte Kompromiss zur Düngeverordnung enthält noch zu viele Ausnahmen und Schlupflöcher, die einen wirksamen Gewässerschutz verhindern.“

Beispiel Dänemark

Der BDEW fordert unter anderem dass die in der Düngeverordnung vorgesehene Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar Ackerfläche für alle stickstoffhaltigen Düngemittel gelten müsse, auch für Mineraldünger. Das Gutachten zeige am Beispiel von Dänemark, wie die konsequente Umsetzung der europäischen Nitrat-Richtlinie zu einer nachhaltigen Entlastung von Böden und Grundwasser führen kann: Unter anderem durch die Einführung umfassender Meldepflichten und Kontrollen für die Düngung konnten die Stickstoffüberschüsse von landwirtschaftlich genutzten Flächen um 43 Prozent reduziert werden. Bei Phosphor wurde ein Rückgang um 80 Prozent erreicht. Umweltbundesamt will Analyse vorlegen Auch das Umweltbundesamt wird in Kürze eine umfassende Analyse vorlegen, die die Kosten der Nitratbelastung für ganz Deutschland analysiert und Aussagen darüber trifft, wie sich verschiedene Rahmenbedingungen auf die Kosten auswirken. Das BDEW-Gutachten zu den Kosten der Nitratbelastung kann hier heruntergeladen werden. 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

GEOMAR startet Ostsee-Expeditionen zur Erforschung von Seegras und Phytoplankton
GEOMAR startet Ostsee-Expeditionen zur Erforschung von Seegras und Phytoplankton

Mit drei Forschungsexpeditionen in der Ostsee untersucht das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel den Zustand von Seegraswiesen und Phytoplankton. Im Mittelpunkt stehen deren Bedeutung für den Kohlenstoffkreislauf sowie ihre Rolle als Indikatoren für den ökologischen Zustand des Meeres. Die gewonnenen Daten sollen dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen und wirksame Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen für die Ostsee zu entwickeln.

mehr lesen
Wie Klimamuster die Widerstandskraft von Korallenriffen beeinflussen
Wie Klimamuster die Widerstandskraft von Korallenriffen beeinflussen

Korallenriffe werden bei marinen Hitzewellen nicht immer gleich gut durch natürliches kühles Tiefenwasser geschützt. Eine neue Studie zeigt, dass großräumige Klimamuster wie El Niño und der Indische-Ozean-Dipol maßgeblich bestimmen, wie wirksam diese natürliche Kühlung ausfällt. Die Erkenntnisse könnten helfen, besonders widerstandsfähige Riffe künftig gezielter zu schützen.

mehr lesen
Wenn die Heimat im Giftsee versinkt
Wenn die Heimat im Giftsee versinkt

Wo einst Häuser, Wiesen und Höfe standen, breitet sich heute ein orangefarbener See aus. Seine auffällige Farbe ist das Ergebnis jahrzehntelangen Kupferbergbaus und er steigt Jahr für Jahr weiter an. Mit seinem Dokumentarfilm „where we used to sleep“ macht Regisseur Matthäus Wörle diese Entwicklung am Schicksal einer der letzten Bewohnerinnen des Dorfes sichtbar. Im Gespräch erzählt er von den Dreharbeiten, der Umweltproblematik vor Ort und davon, warum persönliche Geschichten oft mehr bewegen als bloße Zahlen.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Ingenieurbüro Alwin Eppler GmbH & Co. KG

Thema: Wasseraufbereitung

Ihr vertrauensvoller Partner für innovative Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung – seit über 70 Jahren Expertise in Planung und Umsetzung maßgeschneiderter

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03