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Umweltbundesamt veröffentlicht Fact Sheet zum Thema Fischesterben in der Oder

Im August 2022 sorgten die Aufnahmen von toten Fischen in der Oder für Entsetzen bei der breiten Öffentlichkeit und in Fachkreisen. Die Ursache für dieses Phänomen war die außergewöhnliche Vermehrung der Alge Prymnesium parvum, die ihre bevorzugte Umgebung in salzhaltigem, nährstoffreichem Wasser findet und ein äußerst giftiges Toxin produzieren kann, das sich besonders auf Fische auswirkt. Als Reaktion darauf hat das Umweltbundesamt (UBA) nun ein Informationsblatt zum Fischsterben in der Oder herausgegeben.

von | 25.07.23

Auch diesen Sommer besteht erneut die Gefahr einer Umweltkatastrophe in der Oder.
Quelle: Pixabay/ garten-gg

25. Juli 2023 Ι Im August 2022 sorgten die Aufnahmen von toten Fischen in der Oder für Entsetzen bei der breiten Öffentlichkeit und in Fachkreisen. Die Ursache für dieses Phänomen war die außergewöhnliche Vermehrung der Alge Prymnesium parvum, die ihre bevorzugte Umgebung in salzhaltigem, nährstoffreichem Wasser findet und ein äußerst giftiges Toxin produzieren kann, das sich besonders auf Fische auswirkt. Als Reaktion darauf hat das Umweltbundesamt (UBA) nun ein Informationsblatt zum Fischsterben in der Oder herausgegeben.

Alge als Grund für Fischesterben

Aufgrund der Witterungsbedingungen im Sommer 2022 konnte sich die Alge Prymnesium parvum aufgrund von Salzeinleitungen in der aufgeheizten und nährstoffreichen Oder bei niedrigen Wasserständen stark vermehren, was zu einer sogenannten „Algenblüte“ führte. Auch in diesem Sommer werden wieder steigende Temperaturen erwartet. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in einem neuen Fact Sheet Erfahrungen und Informationen zur Algenblüte des letzten Sommers sowie zu den Lebens- und Vermehrungsbedingungen der Prymnesium parvum-Alge zusammengestellt.

Gefahr besteht auch diesen Sommer

Auch diesen Sommer besteht erneut die Gefahr einer Umweltkatastrophe in der Oder. Bereits in Polen hat es erste regionale Fischsterben gegeben, zuletzt im Juni im Gleiwitzer Kanal. Um ein erneutes massenhaftes Fischsterben zu verhindern, steht das Bundesumweltministerium in engem Kontakt mit den Bundesländern entlang der Oder und dem polnischen Umweltministerium.

Nach der Umweltkatastrophe im Sommer 2022 ist das gesamte Ökosystem der Oder stark geschädigt. Mehr als die Hälfte der Fische fehlt und obwohl es Anzeichen für eine erste Erholung gibt, könnte jede weitere Belastung dramatische Folgen haben und dies noch über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Die Situation in der Oder spitzt sich derzeit erneut zu, mit Algenblüten und Fischsterben in Polen, in der Nähe von Breslau und weiter oben im Gleiwitzer Kanal. Die einzige Maßnahme, die derzeit beeinflusst werden kann, sind die Salzeinleitungen in Polen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat daher bereits mehrfach ihre polnische Amtskollegin Anna Moskwa dringend aufgefordert, die Salzeinleitungen deutlich zu reduzieren. Dies ist notwendig, da bei anhaltend hohen Salzeinleitungen und anderen entsprechenden Bedingungen wie erhöhten Temperaturen und niedrigem Wasserstand eine erneute Katastrophe in der Oder absehbar ist.

 „Wir müssen alles tun, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt.“ so Lemke auf einer Konferenz in Polen.

Darüber hinaus stehen Ausbaumaßnahmen an der Oder einer erfolgreichen Regeneration entgegen. Aus diesem Grund sucht Bundesumweltministerin Steffi Lemke weiterhin den Austausch mit ihrer polnischen Amtskollegin und dem Bundesverkehrsminister, um für ein gemeinsames Verständnis zu werben und gemeinsame nächste Schritte zu vereinbaren.

Analyse aller Umweltschäden und Förderung der Renaturierung

Die Regeneration der Oder steht im Vordergrund, weshalb das Bundesumweltministerium betroffene Regionen weiterhin unterstützen wird. Dazu gehört die Analyse aller Umweltschäden und die Förderung der Renaturierung. Zu diesem Zweck hat das Bundesumweltministerium im Februar 2023 ein dreijähriges Sonderuntersuchungsprogramm zur Umweltkatastrophe in der Oder beim Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Auftrag gegeben. Für dieses Programm wurden 4,8 Millionen Euro bereitgestellt. Ende Juni wurden am IGB in Berlin die ersten Zwischenergebnisse präsentiert. Laut Schätzungen des IGB sind infolge der Umweltkatastrophe vom letzten Sommer bis zu 1.000 Tonnen Fisch im Fluss verendet. Die Alge Prymnesium parvum hat sich aufgrund der Massenentwicklung mittlerweile im gesamten untersuchten Flusslauf etabliert.

Der Warn- und Alarmplan für die Oder wurde bereits überarbeitet, in der Erwartung, dass Polen ihn aktiv nutzt, um Deutschland frühzeitig zu warnen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat zudem mehrfach gefordert, dass ein grenzüberschreitendes Frühwarnsystem eingerichtet wird. Bisher ist Polen dieser Forderung noch nicht nachgekommen. Darüber hinaus ist es wichtig zu erkennen, dass das Fischsterben nicht nur ein Problem der Oder ist. Angesichts der Klimakrise setzt sich das Bundesumweltministerium dafür ein, dass wir unsere Flüsse in Zukunft nicht weiter belasten. Ein wichtiger Schritt ist die Überprüfung und Reduzierung der Stoffeinleitungen aus Kläranlagen in Flüsse.

Fact Sheet

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