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Baltische Störe werden im Nationalpark Unteres Odertal angesiedelt

Im Nationalpark Unteres Odertal wurden baltische Störe in der Oder ausgesetzt. Dies ist Teil eines Wiederansiedelungsprojekts aufgrund massiver Schädigungen durch die Umweltkatastrophe vom vergangenen Sommer. Ziel des Projekts ist, die Artenvielfalt zu erhalten.

von | 15.05.23

Seit 2006 gibt es an den Zuflüssen der Oder Maßnahmen zur Wiederansiedlung.
AdobeStock/pablofilatelly

10. Mai 2023 | Im Nationalpark Unteres Odertal wurden baltische Störe in der Oder ausgesetzt. Dies ist Teil eines Wiederansiedelungsprojekts aufgrund massiver Schädigungen durch die Umweltkatastrophe vom vergangenen Sommer. Ziel des Projekts ist, die Artenvielfalt zu erhalten.

Umweltminister Axel Vogel und die Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Dr. Christiane Rohleder haben im Rahmen eines Wiederansiedelungsprojekts, baltische Störe in der Oder im Nationalpark Unteres Odertal ausgesetzt. Das Projekt wird vom Bund, den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie Umweltorganisationen und Forschungseinrichtungen getragen und umgesetzt.

Renaturierungsmaßnahmen sind wichtig

Umweltstaatssekretärin Dr. Christian Rohleder: „Nach den massiven Schädigungen durch die Umweltkatastrophe vom vergangenen Sommer sind Renaturierungsmaßnahmen wichtig, um das sensible Ökosystem der Oder wiederherzustellen und besser zu schützen. Das Wiederansiedlungsvorhaben des Störs in der Oder, getragen durch ein kompetentes Netzwerk von Naturschutz, Wissenschaft und Behörden, ist dabei ein Musterbeispiel, um die Artenvielfalt zu erhalten.“

Weiterhin erklärte Herr Dr. Rohleder, dass die Wiederansiedelung einen wichtigen Beitrag leistet, um die auf der Weltnaturkonferenz von Montreal beschlossenen Ziele zum Schutz der Natur zu erreichen. Die Renaturierung des Ökosystems der Oder und seine Anpassung an die Folgen der Klimakrise muss daher konsequent vorangetrieben werden. Das Bundesumweltministerium wird sich hierfür weiterhin aktiv einsetzen und auch die Forschung und Naturschutzvorhaben an der Oder unterstützen, damit sich ein Fischsterben wie im vergangenen Jahr nicht wiederholt.

Das Ökosystem der Oder wird noch auf Jahre geschädigt sein

Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel mahnte: „Das Ökosystem der Oder wird nach der Katastrophe im vergangenen Jahr wohl noch auf Jahre geschädigt sein. Dieses Ereignis muss uns eine Warnung sein, sorgsamer mit der Oder umzugehen. Um das Ökosystem nicht weiter zu strapazieren, braucht es eine Reduzierung der Salzfrachten, um eine erneute Katastrophe zu verhindern. Außerdem braucht es eine Überprüfung des Oderausbaus auch auf polnischer Seite. Nur so können wir auch dafür sorgen, dass das Wiederansiedelungsprojekt für den Baltischen Stör nachhaltig gelingt. Denn klar ist, dass es im Zuge der Erderwärmung auch in den kommenden Jahren zu Niedrigwassersituationen an der Oder und anderen Flüssen kommen wird.“

Bis zu 18 Zentimeter und mehr haben die Jungstöre die seit 2005 jährlich in die Oder gesetzt werden. Der baltische Stör, welcher durch Überfischung, Flussverschmutzung und – -verbauung in der Oder ausgestorben war, soll mit diesem Projekt wieder angesiedelt werden.

Besatzjahrgang 2022 wurde fast vollständig vergiftet

Der Besatzjahrgang 2022 wurde in Folge der starken Vermehrung einer toxischen Brackwasseralge, welche zu überhöhten Salzeinlagerungen führte, in der Aufzucht getötet. Danach waren nur noch wenige Satzfische aus dem Frühjahrsbesatz vorhanden. Bereits seit 1996 gibt es Bestrebungen, Störe wieder in Deutschland anzusiedeln. Der Nationalpark Unteres Odertal begleitet diese seit Mitte der 90er Jahre und ist Bestandteil der engen institutionellen Zusammenarbeit mit NABU, der Gesellschaft zur Rettung des Störs (GRS), dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFAMV), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem WWF Ostseebüro, Rewilding Europe und weiteren Partnern aus dem gesamten Ostseegebiet.

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