Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Axolotl: Ein Meister der Regeneration und Überlebenskünstler

Der Axolotls ist ein faszinierendes Wesen. Der mexikanische Schwanzlurch verbringt sein ganzes Leben im Wasser und beherrscht dabei das Geheimnis der Regeneration.

von | 07.12.23

Dieses merkwürdige Geschöpf hat ein ungewöhnliches Aussehen, irgendwas zwischen Molch, Salamander und Kaulquappe.
Quelle:Pixabay/ uthlas

07. Dezember 2023 ǀ  Der Axolotl ist ein faszinierendes Wesen. Der mexikanische Schwanzlurch verbringt sein ganzes Leben im Wasser und beherrscht dabei das Geheimnis der Regeneration.

Dieses merkwürdige Geschöpf hat ein ungewöhnliches Aussehen, das sich irgendwo zwischen Molch, Salamander und Kaulquappe einordnen lässt. Dies liegt daran, dass er sein gesamtes Leben im Larvenstadium verbringt, obwohl er geschlechtsreif wird, ein Phänomen, das als Neotenie bekannt ist. Der Name “Axolotl” leitet sich von den Azteken ab und bedeutet “Wassermonster”. Trotz seiner Länge von bis zu 25 Zentimetern wirkt dieses Tier eher friedlich. An beiden Seiten seines Halses befinden sich Kiemenanhänge, die bei einigen Arten farblich hervorstechen und wie kleine Bäume aussehen.

Regeneration: Das bemerkenswerte Merkmal des Axolotls

Der Axolotl, ein Schwanzlurch, der eine beeindruckende Größe von bis zu 25 Zentimetern erreicht und eine Lebensdauer von bis zu 25 Jahren hat, existiert schon seit etwa 350 Millionen Jahren. Allerdings ist seine Anzahl in freier Wildbahn stark gesunken, und heute gibt es in Laboren mehr Exemplare als in der Natur. Seine bemerkenswerte Fähigkeit zur Regeneration, die wahrscheinlich auf seine kannibalistische Neigung zurückzuführen ist, ermöglicht es ihm, Gliedmaßen und Nerven nachwachsen zu lassen – ein klarer evolutionärer Vorteil. Alexander von Humboldt brachte 1804 den ersten Axolotl nach Europa, wo er als exotische Kuriosität galt.

Eines der bemerkenswertesten Merkmale des Axolotls ist seine Fähigkeit zur Regeneration: Verliert er ein Bein, so kann er es innerhalb weniger Wochen vollständig nachwachsen lassen, einschließlich Knochen, Muskeln und Nerven. Auch Teile seines Rückenmarks und verletztes Netzhautgewebe kann er vollständig regenerieren. Die genauen Mechanismen, die diese erstaunliche Regenerationsfähigkeit ermöglichen, sind noch nicht vollständig verstanden.

Forschung und Genomik des Axolotls: Einblicke in die Regeneration und Altersforschung

Seit rund 150 Jahren ist der Axolotl wegen seiner einzigartigen Eigenschaften Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Eine der größten Axolotl-Kolonien wird im Labor des Instituts für Molekulare Pathologie in Wien gepflegt, wo über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler biomedizinische Grundlagenforschung betreiben.

Das gesamte Genom des Axolotls umfasst 32 Milliarden Basenpaare, was mehr als zehnmal so viel ist wie das menschliche Genom. Damit ist das Erbgut dieses Schwanzlurchs das größte, das bisher entschlüsselt wurde. Bei der Entschlüsselung wurden mehrere Gene entdeckt, die nur beim Axolotl und anderen Amphibienarten vorkommen. Diese Gene sind in regenerierendem Gewebe aktiv.

Mit Hilfe der PacBio-Technologie zur Sequenzierung längerer Genomabschnitte konnte das gesamte Genom des Axolotls entschlüsselt werden. Dabei stellte sich heraus, dass ein wichtiges und weit verbreitetes Entwicklungsgen, “PAX3”, beim Axolotl fehlt. Stattdessen übernimmt ein verwandtes Gen, “PAX7”, seine Funktion. Beide Gene spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Muskeln und Nerven. Langfristig könnte diese Erkenntnis zu Anwendungen für den Menschen führen. Elly Tanaka identifizierte auch zwei Proteine, die maßgeblich für das Nachwachsen von Körperteilen beim Axolotl verantwortlich sind. Aufgrund seiner Fähigkeit zur Regeneration und der Tatsache, dass der Axolotl nie das Larvenstadium verlässt, ist er auch für die Altersforschung von Bedeutung.

Pixabay/LaDameBucolique

Bedrohung und Erhaltung des Axolotls: Ein Blick auf die Wildpopulation und die Zuchtbemühungen

Die genaue Anzahl der Axolotl in freier Wildbahn ist schwer zu bestimmen. Einige Forscher schätzen, dass es etwa 2.300 Tiere gibt, es könnten aber auch deutlich weniger sein. Schätzungen aus dem Jahr 2009 gingen von nur noch 700 bis 1.200 Exemplaren aus. Laut der Internationalen Roten Liste gab es 2019 sogar nur noch 50 bis 1.000 ausgewachsene Tiere – und die Tendenz ist abnehmend (Stand: 2023). Dies ist hauptsächlich auf die starke Verschmutzung des Lebensraums der Tiere in Mexiko zurückzuführen, da sie gerne in Kanalsystemen leben, in die Abfälle eingeleitet werden. Um die menschliche Bevölkerung besser mit Proteinen zu versorgen, wurden Fischarten eingeführt, was jedoch zum Nachteil des Axolotls war: Karpfen fressen seine Eier, Buntbarsche machen Jagd auf die Jungtiere des Axolotls.

Die letzten Exemplare leben im See Xochimilco und einigen kleineren Seen westlich von Mexiko-Stadt. Seit 2006 gilt der Axolotl daher als vom Aussterben bedroht. In Aquarien, Laboren und Zuchtstationen gibt es mittlerweile deutlich mehr Exemplare als in freier Wildbahn. Einige werden sogar schon für Restaurants in Japan gezüchtet. Andere dienen weiterhin der Forschung. Dabei schrumpft der Genpool im Laufe der Zeit, da die Zuchttiere oft nur untereinander gepaart werden. Ob die gezüchteten Axolotl also noch genau die gleichen Eigenschaften wie ihre wildlebenden Verwandten aufweisen, ist unklar.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Geschlossene Fischzuchtanlagen aus Kunststoff für den Offshore-Einsatz
Geschlossene Fischzuchtanlagen aus Kunststoff für den Offshore-Einsatz

Geschlossene Aquakulturanlagen sollen eine kontrollierte Fischproduktion unter anspruchsvollen Offshore-Bedingungen ermöglichen. Für zwei FishGlobe-Anlagen in Norwegen lieferte AGRU tragende Kunststoffhalbzeuge und Rohrleitungssysteme aus PE 100-RC. Das geschlossene Containment-System reduziert Umwelteinflüsse und erleichtert den Betrieb der Anlagen.

mehr lesen
Flohkrebse zeigen überraschende Artenvielfalt im Atlantik
Flohkrebse zeigen überraschende Artenvielfalt im Atlantik

Eine genetische Untersuchung von Flohkrebsen in einem neu ausgewiesenen Meeresschutzgebiet im Nordostatlantik hat eine überraschend hohe Artenvielfalt am Meeresboden offenbart. Bereits eine einzelne Probenahme ergab 47 genetisch unterscheidbare Arten, Hochrechnungen deuten auf mehr als 120 Arten hin. Viele davon sind bislang wissenschaftlich unbekannt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung weiterer Forschung für den Schutz der Tiefsee und ihrer Ökosysteme.

mehr lesen
Wenn ein Staudamm zur Gefahr wird
Wenn ein Staudamm zur Gefahr wird

Der Enguri-Staudamm in Georgien zählt mit einer Höhe von 271 Metern zu den größten Bogenstaumauern der Welt und ist eine der wichtigsten Energieinfrastrukturen des Landes. Rund die Hälfte der georgischen Stromversorgung hängt von der Anlage ab. Gleichzeitig befindet sich der Staudamm in einer tektonisch aktiven Region des Kaukasus und steht damit unter besonderer Beobachtung von Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen.

mehr lesen
Wenn Gerüche zur Belastung werden
Wenn Gerüche zur Belastung werden

Gerüche aus der Kanalisation werden häufig als unvermeidbares Ärgernis wahrgenommen, können jedoch erhebliche Auswirkungen auf Lebensqualität, Gesundheit und Infrastruktur haben. Steigende Temperaturen und zunehmende Wetterextreme verschärfen das Problem zusätzlich. Gleichzeitig verursachen korrosive Gase Schäden an Kanälen und Bauwerken, die hohe Folgekosten nach sich ziehen. Moderne Filtersysteme bieten heute wirksame Möglichkeiten, Geruchs- und Korrosionsprobleme nachhaltig zu reduzieren.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03