Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Bundesrat fordert wichtige Anpassungen am Düngegesetz

Der Bundesrat hat in den Sitzungen vom 29.1.2016 die Novelle des Düngegesetzes beraten. Den Bundesländern gehen die von Bundesregierung geplanten Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen vor Nitratbelastungen nicht weit genug.

von | 04.02.16

Michael Beckereit, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), dazu: „Steigende Nitratbelastungen bereiten der kommunalen Wasserwirtschaft zunehmend Sorgen. Wir begrüßen daher das Bemühen der Länder, Nitratkonzentrationen in Gewässern wirksam zu reduzieren. Auch der Spitzenverband der kommunalen Wirtschaft mahnt die Bundesregierung zum entschlossenen Handeln.“
Der Bundesrat hat umfassende Änderungsvorschläge zum vorliegenden Regierungsentwurf verabschiedet. Die Länder wünschen sich insbesondere größere Befugnisse beim Datenabgleich, so solle dieser künftig automatisiert erfolgen. Dies ermöglicht, statt einer auf Stichproben basierenden Kontrolle, eine einheitliche, permanente Überwachung der Grenzwerte. „Es ist gut, dass die Bundesländer die Länderöffnungsklausel für den Austausch von Daten erweitern. Dies macht es einfacher, die Einhaltung der Vorgaben zu kontrollieren und bei Verstoß entsprechend zu verfolgen“, und weiter: „Der Vorstoß der Länder ist richtig: Landesbehörden können noch effektiver arbeiten, wenn sie automatisiert erfahren, was auf den Feldern landet“, so Beckereit.

Um die Nitratbelastung zu reduzieren, müssen die Regelungsmöglichkeiten der Länder wachsen

Ebenso wie der VKU begrüßen die Länder, dass im Düngegesetz das Nitrat-Aktionsprogramm explizit erwähnt wird. Um die Nitratbelastung wirksam reduzieren zu können, müssen die Regelungsmöglichkeiten der Länder jedoch erweitert werden. Beckereit: „Das Aktionsprogramm greift nach derzeitigen Plänen aber erst bei einer gesetzten Schwelle von 40 Milligramm Nitrat je Liter. Das ist zu hoch! Weitsichtig wäre ein Gegensteuern bei deutlich geringeren Nitratkonzentrationen.“ Die Länder sprachen sich ferner dafür aus, künftig auf Landesebene spezielle düngerechtliche Anforderungen an die Vermittler von Wirtschaftsdüngern erlassen zu können.
Das diskutierte Düngegesetz sieht die Einführung einer Nährstoffbilanzierung (Hoftorbilanz) vor. Es ist jedoch nicht verankert, ab wann diese verbindlich eingeführt wird. „Die Hoftorbilanz ist ein gutes Instrument zur Reduzierung der Nitratbelastung. Der Gesetzgeber darf ihre Einführung aber nicht auf die lange Bank schieben, sondern muss diese sofort und verbindlich einführen. Nur so kann die Düngemittelanwendung besser überwacht und – bei Verstoß – sanktioniert werden.“
„Die kommunalen Wasserversorger liefern jederzeit qualitativ hochwertiges Trinkwasser. Steigende Nitratbelastung macht die Versorgung mit Trinkwasser aber technisch immer aufwendiger und damit auch teurer. Die Bestimmungen im Düngerecht müssen jetzt so angepasst werden, dass am Ende nicht die kommunalen Wasserversorger und ihre Kunden die Kosten tragen, die durch landwirtschaftliche Nutzungen verursacht werden“, fordert Beckereit.
Im Extremfall könnte die technische Aufbereitung, nach Angaben des Umweltbundesamtes, pro Kubikmeter Wasser rund einen Euro mehr für die Verbraucher auf der Wasserrechnung bedeuten. Ein Zweipersonenhaushalt mit 80 Kubikmeter würde dann nicht wie bislang durchschnittlich 95 Euro pro Jahr zahlen, sondern eher 140 Euro.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Jetzt bewerben für den Willy-Hager-Preis 2026!
Jetzt bewerben für den Willy-Hager-Preis 2026!

Junge Wasserforscher:innen, die sich um die Erforschung der Grundlagen und Verfah-ren zur Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung verdient gemacht haben, können sich bis zum 27. November 2026 für den Willy-Hager-Preis bewerben.

mehr lesen
IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe
IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe

Die International Water Association (IWA) hat in Glasgow die Gewinner der Project Innovation Awards 2026 ausgezeichnet. Aus 320 Bewerbungen aus 65 Ländern wurden 23 Projekte prämiert. Den Hauptpreis erhielt ein chinesisches Vorhaben, das Abwasserreinigung, Wasserwiederverwendung und energetische Ressourcenrückgewinnung miteinander verbindet.

mehr lesen
Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion
Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion

Meer- und Brackwasser könnten künftig direkt für die Wasserstoffproduktion genutzt werden und damit den Bedarf an aufwendig aufbereitetem Wasser reduzieren. Im Projekt SeaEly haben Fraunhofer-Forschende untersucht, wie sich unterschiedliche Materialien und Membranen beim Einsatz von salzhaltigem Wasser in Elektrolyseuren verhalten.

mehr lesen
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei

Bei unterwasserarchäologischen Untersuchungen im Arendsee haben Forschende außergewöhnlich gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer entdeckt. Die Funde könnten von bislang unbekannten Konstruktionen aus der Mittelsteinzeit stammen und neue Erkenntnisse über die Lebensweise damaliger Jäger und Sammler liefern.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

cleanwells GbR

Thema: Wassergewinnung

AIXTRACTOR® 1.0 – 10.0 Zertifiziert durch: DVGW, ELY, dwi,

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03