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Geothermie-Ausbau: Studie zeigt notwendige Fördermaßnahmen für nationale Erdwärmekampagne auf

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Autor: Charlotte Quick

7. März 2023 | Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sollen innerhalb der Erdwärmekampagne bis 2030 zehn Terawattstunden Wärmeenergie aus Geothermie gewonnen werden. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) hat analysiert, wie eine nationale Erdwärmekampagne erfolgreich durchgeführt werden kann.

Wie können 10 Terawattstunden Wärmeenergie aus Mitteltiefer und Tiefer Geothermie in 2030 bereitgestellt werden? Um diese Leitfrage zu beantworten, hat das LIAG in Zusammenarbeit mit der EnBW und Enerchange über die Einschätzung von 18 Expertinnen und Experten relevante Faktoren identifiziert, welche in besonderem Maß zum Erfolg des Zehn-Terawattstunden-Ziels beitragen können. Diese Faktoren wurden gewichtet und quantitativ eingeordnet.

Fördermaßnahmen: Positive und kritische Faktoren

Wichtige Faktoren für den Ausbau mit Tiefer Geothermie sind die Verfügbarkeit von Bohrgeräten, die Fachkräfteausbildung und der Wärmenetzausbau. Notwendig ist außerdem der Abbau von teilweise starken Verzögerungen durch behördliche Auflagen und Genehmigungen. Damit der Hochlauf der Tiefen Geothermie beschleunigt werden kann, soll zudem die zügige Datenbereitstellung durch Behörden gewährleistet, der Betrieb von Wärmepumpen und die Explorationskosten gefördert werden. Weitere Faktoren, die den Ausbau der Geothermie aktiv-positiv beeinflussen, sind die Verfügbarkeit von 2-D- und 3-D-Seismik, die anwendungsnahe Forschungsförderung sowie die kommunalen Fördersysteme.

„Mit unserer Studie konnten wir eine Technologieprognose auf Grundlage ganz unterschiedlicher Experteneinschätzungen aus der Geothermiewirtschaft herleiten“, erklärt Prof. Dr. Inga Moeck, Leiterin des Forschungsbereiches Geothermik und Informationssysteme am LIAG und Professorin an der Universität Göttingen. „Durch die Cross-Impact-Analyse können nun Instrumente zur Förderung des geothermischen Ausbaus gezielt überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.“

Als systemkritisch gelten die Verfügbarkeit von Bohrgeräten, Mengeneffekte, Knowhow-Transfer, Kommunikation, Lerneffekte, Förderung der 1. Bohrung, Fündigkeitsversicherung/-fond und Projektentwicklung. Bei Fehlen, Reduktion oder Ausbleiben dieser Faktoren mit hohem Vernetzungsgrad wird eine Negativentwicklung der Geothermiewirtschaft befürchtet, auch wenn an anderer Stelle gefördert wird.

Hintergrundinformationen

Im Jahr 2018 hat das LIAG bereits in seiner Informationsbroschüre „Wärmewende mit Geothermie“ auf den bei über 50 Prozent liegenden Anteil der Wärmeenergie am Primärenergiebedarf Deutschlands verwiesen. Im April 2022 veröffentlichte Prof. Dr. Inga Moeck die „Metastudie zur nationalen Erdwärmestrategie: Ersatz fossiler Brennstoffe im Bereich Raumwärme und Warmwasser durch Geothermie als unverzichtbarer Bestandteil im Energiesektor Ökowärme bis 2045“. Diese machte deutlich, dass nur mit Sofortmaßnahmen der Aufbau des Ökowärmesektors zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele möglich ist.

Dies geht auch mit einer praxistauglichen Reduktion des Energiebedarfs im Bereich Raumwärme und Warmwasser durch Gebäudesanierung einher. Die Oberflächennahe Geothermie mit Einsatz erdgekoppelter Wärmepumpen sowie die Tiefe Geothermie können laut Studie unter Einsatz etablierter Technologien zukünftig bis zu 42 Prozent der Ökowärme für den Bereich Raumwärme und Warmwasser abdecken.

Das LIAG veröffentlichte die Studie auf dem Geothermieportal GeotIS: MOECK, I., KÖLBEL, T. & SCHNEIDER, J. (2023): Relevanz- und Einflussanalyse zum Ausbauziel 10 TWh/a aus Tiefer Geothermie bis 2030 unter Einbeziehung der Industrie-Expertise. Identifizierung von Schlüsselfaktoren, die den Ausbau der Tiefen Geothermie aus Sicht der Industrie beschleunigen. – Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik.

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