Filter by Themen
Abwasserbehandlung
Analytik & Hygiene
Digitalisierung
Energie
Events
Nachhaltigkeit & Umweltschutz
Netze
Wasseraufbereitung
Wassergewinnung
Wasserstress
Water Solutions
Filter by Kategorien
Advertorial
Branche
Events
Forschung & Entwicklung
Leute
News
People
Products & Solutions
Produkte & Verfahren
Publications
Publikationen
Sonstiges
Trade & Industry
Filter by Veranstaltungsschlagworte
abwasser
ACHEMA
Automatisierung
Digitalisierung
Emerging Pollutants
Energie
FDBR
Hydrologie
kanalnetze
Krankheitserreger
MSR
Spurenstoffe
Talsperren
trinkwasser
Wasser
wasseraufbereitung
wasserbau
Wassernetze
Wasserversorgung
FS Logoi

Schweizer Pflanzenschutzmittelverordnung: Gefahr durch EU-Zulassungen

Die geplante Revision der Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV) durch den Bund aufgrund des Drucks einer Parlamentsmehrheit wirft ernste Bedenken auf.

von | 04.04.24

Da in verschiedenen EU-Ländern nur eine Teilmenge besonders umweltschädlicher Pestizide zugelassen ist, könnte die Schweiz durch die vereinfachte Zulassung zum Sammelpunkt für europäische Problempestizide werden.
Quelle: Pixabay/ hpgruesen

04. April 2024 Ι Die geplante Revision der Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV) durch den Bund aufgrund des Drucks einer Parlamentsmehrheit wirft ernste Bedenken auf. Der vorliegende Entwurf der PSMV wird als gefährlich betrachtet, da er keine angemessene Risikobewertung für Mensch und Natur vorsieht und wichtige Aspekte wie den Schutz des Trinkwassers vernachlässigt.

Angesichts einer derart weitreichenden Überarbeitung der Pflanzenschutzmittelverordnung ist eine Regulierungsfolgenabschätzung (RFA) unerlässlich, um potenzielle negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Trinkwasserressourcen sowie die gesamte Umwelt zu bewerten – wie es gemäß den RFA-Richtlinien des Bundes üblich ist. Das Fehlen einer solchen Abschätzung im aktuellen Entwurf ist äußerst bedenklich und muss dringend nachgeholt werden. Ohne diese Bewertung wäre eine Weiterführung des Prozesses unverantwortlich. Daher fordern die Gesundheits-, Umwelt- und Trinkwasserverbände entschieden vom BLV, die Vorlage zurückzuweisen und erneut zu überarbeiten, unter Einbeziehung einer Risikofolgenabschätzung.

Kritik an der aktuellen Pestizidregulierung

Aktuell müssen Pestizide in der Schweiz eine Gesundheits- und Umweltprüfung durchlaufen, bevor sie zugelassen werden. Seit langem kritisieren Umweltorganisationen die unzureichende Qualität dieser Umweltprüfung, da sie wichtige Aspekte wie das Risiko für Amphibien, Bestäuber-Insekten und aquatische Pilze vernachlässigt. Ebenso beklagen öffentliche Wasserversorger die unzureichende Sicherung der Trinkwasserressourcen vor langlebigen Pestizidrückständen.

Mit der Einführung der neuen Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV) hätte eine Lösung für diese Probleme erwartet werden können – jedoch wird stattdessen vorgeschlagen, die Gesundheits- und Umweltprüfung abzuschaffen und die Zulassungsentscheidungen von EU-Staaten zu übernehmen. Dieser Vorschlag, bekannt als “erleichterte Zulassung”, wird von der Agrarlobby und Agrochemie unterstützt und hat eine parlamentarische Mehrheit gefunden. Es bleibt jedoch unklar, was genau unter “vergleichbaren” agronomischen, klimatischen und umweltrelevanten Bedingungen im Verordnungsentwurf verstanden wird, da diese nicht präzisiert sind.

Risiken intensiver Pestizide

Pestizide, die intensiv und über einen längeren Zeitraum gegen Schädlinge eingesetzt werden, haben oft schwerwiegende Auswirkungen auf Amphibien, Bestäuberinsekten und Wasserorganismen, und stellen eine potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Aufgrund ihrer Effektivität im Verkauf ist zu erwarten, dass Pestizidhändler vorrangig die schädlichsten Pestizide aus EU-Ländern in der Schweiz zur “erleichterten Zulassung” anmelden.

Da in verschiedenen EU-Ländern nur eine Teilmenge besonders umweltschädlicher Pestizide zugelassen ist, könnte die Schweiz durch die vereinfachte Zulassung zum Sammelpunkt für europäische Problempestizide werden. Schon jetzt sind in den Nachbarländern der Schweiz 50 teilweise sehr problematische Wirkstoffe sowie Hunderte von Pflanzenschutzmitteln mit Wirkstoffen zugelassen, die bisher in der Schweiz verboten sind. Die Gesundheits-, Umwelt- und Trinkwasserverbände befürchten einen enormen Druck auf die Zulassungsbehörde, solche Mittel bei einer vereinfachten Zulassung in der Schweiz zu genehmigen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Vom Klärschlamm zum Pflanzendünger
Vom Klärschlamm zum Pflanzendünger

Die Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser und Klärschlamm spielt eine wichtige Rolle bei der Sicherung der zukünftigen Versorgung. Die TU Braunschweig treibt diese Rückgewinnung mit ihrem Projekt „P-Net“ voran.

mehr lesen
Qualität der Abwasserreinigung: eine Frage der Probennahme?
Qualität der Abwasserreinigung: eine Frage der Probennahme?

Die deutsche Wasserwirtschaft und kommunale Spitzenverbände fordern die Abschaffung der qualifizierten Stichprobe zur Überwachung der Qualität der Abwasserreinigung. Der Grund: sie sei viel aufwändiger als die durch die EU vorgegebene Überwachung zur 24h-Mischproben auf Basis von Jahresmittelwerten, führe aber nicht zu mehr Gewässerschutz.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG

Branchen: Regenwasser-Behandlung, -Versickerung, -Rückhaltung
Thema: Wasserstress

Regenwasser-Behandlung, -Versickerung,

ENREGIS GmbH

Thema: Wasserstress

ENREGIS ist ein ausgesprochen dynamisches Unternehmen mit fachlich versierten und erfahrenen Mitarbeitern aus dem Segment des Regenwasser-Managements, der Entwässerungstechnik sowie der ökologischen regenerativen Wärmetechnik und der dazu gehörenden Dienstleistungen. Im Vertrieb und in der

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03