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Schritte zur Regeneration des Gewässersystems im Alten Land

Der ökologische Zustand der Gewässer im Alten Land soll sich verbessern – so fordert es eine spezielle Pflanzenschutzverordnung für das stark vom Obstanbau geprägte Gebiet. Neben der Reduzierung von Pflanzenschutzmitteleinträgen ist die Anlage von sogenannten Refugialgewässern hierzu ein wichtiger Schritt. Ein erstes dieser Rückzugsgewässer, von denen aus die Regeneration des 2000 Kilometer langen Gewässersystems gelingen soll, wurde nun in der Estemarsch geschaffen.

von | 01.05.21

Der ökologische Zustand der Gewässer im Alten Land bei Hamburg soll sich verbessern – so fordert es eine spezielle Pflanzenschutzverordnung für das stark vom Obstanbau geprägte Gebiet. Neben der Reduzierung von Pflanzenschutzmitteleinträgen ist die Anlage von sogenannten Refugialgewässern hierzu ein wichtiger Schritt. Ein erstes dieser Rückzugsgewässer, von denen aus die Regeneration des 2000 Kilometer langen Gewässersystems gelingen soll, wurde nun in der Estemarsch geschaffen.

Der Unterhaltungsverband Altes Land und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) nutzten dabei eine vom Entwässerungsverband Estemarsch zur Verfügung gestellte Fläche bei Estebrügge. „Die Schaffung von Refugialgewässern gemäß der Altes Land Pflanzenschutzverordnung bedarf auch der Initiative der betroffenen Obstanbaubetriebe. Die Bereitstellung von Flächen durch den Entwässerungsverband ist ein erster konkreter Schritt in diese Richtung“, lobt Volker Rebehn vom NLWKN in Stade.

Wasserorganismen besser schützen

Das in den vergangenen Wochen auf einer Fläche von zwei Hektar neu entstandene Gewässer bietet mit Tief- und Flachwasserzonen sowie einer neu geschaffenen Verbindung zur Moorender Hauptwettern ideale Voraussetzung zur Entwicklung neuer Lebensgemeinschaften schützenswerter Wasserorganismen. Sie sollen den Ausgangspunkt bilden für eine Wiederbesiedelung weiterer Abschnitte des durch den ausgeprägten Obstanbau unter Druck geratenen Gewässersystems.

Das fertig profilierte neue Gewässer nach der Flutung. Über die Verbindung zur Moorender Hauptwettern sollen sich positive Effekte auch für die Gewässer in der Umgebung einstellen. (Quelle: nlwkn)

Ökologische Regenerierung der Gewässer

Auftraggeber dieser und ähnlicher, bereits geplanter Maßnahmen sind das Land Niedersachsen und der Unterhaltungsverband Altes Land. „Der Unterhaltungsverband steht zu den Zielen der Sonderverordnung und wird sich auch weiterhin im Sinne einer ökologischen Regenerierung der Gewässer im Verbandsgebiet engagieren“, betonen die Verbandsvertreter Hans Alpers-Janke und Hartmut Quast. Mit der Planung des Vorhabens war das Stader Büro Sweco betraut. Die Bauausführung wurde von der Firma Pape aus Hollern-Twielenfleth übernommen. Finanziert wurde das Vorhaben aus Sondermitteln des Niedersächsischen Umweltministeriums. Insgesamt wurden in der Estemarsch 150.000,- Euro in die Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer im Alten Land investiert.

Verbesserung des Gewässerzustands bis 2025

Zur Erfüllung der in der Sonderverordnung des Bundes-Umweltministeriums gemachten Vorgaben müssen nun auch in anderen Verbandsgebieten der Region ähnliche Gewässer geschaffen werden. „Das Alte Land steht noch am Anfang eines längerfristigen Prozesses“, so Volker Rebehn. Bis 2025 gibt die Altes Land Pflanzenschutzverordnung den regionalen Akteuren Zeit, in ihrem Geltungsbereich alle Gewässer des knapp 2000 Kilometer langen Gewässernetzes in die sogenannten Expositionsklassen eins oder zwei zu überführen. Die insgesamt vier Klassen beschreiben unterschiedliche Risikograde für eine Belastung mit Pflanzenschutzmitteln.

Neben der Einrichtung neuer Rückzugsräume für die Natur sind aktive Maßnahmen der örtlichen Obstanbaubetriebe zur Reduzierung des Eintrags von Pflanzenschutzmitteln ein zweiter wichtiger Baustein auf dem Weg zur Erreichung der gemeinsamen Ziele.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

(Quelle: nlwkn) Ein Trenndamm sorgt für die Aufteilung des neuen Gewässers in einen Tiefwasser- und einen Flachwasserbereich.

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