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Neuer Indikator für Pestizide zeigt hohe Belastung in europäischen Gewässern

Der neue Indikator der Europäischen Umweltagentur zur Pestizidbelastung zeigt zu hohe Konzentrationen in europäischen Gewässern. Betroffen sind sowohl Oberflächengewässer als auch Grundwasser. Datengrundlage ist die von den europäischen Ländern gemeldeten Daten zum Zustand der Umwelt. Schutz und Wiederherstellung der aquatischen Ökosysteme In der EU werden ⁠Pestizide⁠ auf der Grundlage hoher Schutzziele für die Umwelt und […]

von | 06.01.22

Wasserprobenahme: Indikator zeigt zu hohe Pesitizidbelastungen

Der neue Indikator der Europäischen Umweltagentur zur Pestizidbelastung zeigt zu hohe Konzentrationen in europäischen Gewässern. Betroffen sind sowohl Oberflächengewässer als auch Grundwasser. Datengrundlage ist die von den europäischen Ländern gemeldeten Daten zum Zustand der Umwelt.

Schutz und Wiederherstellung der aquatischen Ökosysteme

In der EU werden ⁠Pestizide⁠ auf der Grundlage hoher Schutzziele für die Umwelt und die menschliche Gesundheit reguliert – ihr Einsatz wird nur nach einer umfassenden Risikobewertung genehmigt. Dennoch können Pestizide in Oberflächengewässer und Grundwasser gelangen. Ein Ziel des Europäischen Green Deals ist, das Risiko und die Verwendung von Pestiziden um 50 Prozent zu reduzieren, um die Umwelt einschließlich der aquatischen Ökosysteme zu schützen und wiederherzustellen. Eine europaweite Übersicht zu Pestiziden in Gewässern lag bislang nicht vor.

Indikator weist zu hohe Pestizidbelastung nach

Der neue Indikator zeigt, dass 2019 an einem Viertel aller gemeldeten Messstellen in den europäischen Oberflächengewässern die Konzentrationen von mindestens einem Pestizid die Schwellenwerte oder Umweltnormen überschreiten. Von 2013 bis 2019 betrug dieser Anteil 13 bis 30 Prozent. Beim Grundwasser lag der Anteil der Überschreitungen mit 3 bis 7 Prozent deutlich niedriger.

In Deutschland traten im Zeitraum 2013 bis 2019 an insgesamt 38 Prozent der über 250 berichteten Messstellen Überschreitungen in den Oberflächengewässern auf; im Grundwasser lag dieser Anteil im gleichen Berichtszeitraum bei vier Prozent.

Trinkwasser wird durch den Indikator nicht bewertet. Allerdings wird in Deutschland etwa 30 Prozent des Trinkwassers aus Oberflächen- und 70 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Durch die Bodenpassage verbleiben Pestizide und ihre Abbauprodukte im Boden oder werden bei der Trinkwasseraufbereitung entfernt, so dass gesundheitlich relevanten Konzentrationen auszuschließen sind. Mit zunehmenden Belastungen der Gewässer nehmen jedoch auch die Aufbereitungskosten für die Wasserversorgungsunternehmen zu – die sie an ihre Kunden weitergeben.

Daten basieren auf freiwilligen Angaben

Für die Entwicklung des Indikators wurden die Daten zum Zustand der Umwelt verwendet, die die europäischen Länder jährlich freiwillig an die Umweltagentur berichten. Dies ist einer der umfangreichsten Datensätze in Europa, der dennoch Lücken aufweist: eine unterschiedliche Anzahl der berichteten Messstellen oder der Anzahl der Substanzen führen auch zu Unsicherheiten in der Interpretation der Ergebnisse. So lässt sich auch noch kein ⁠Trend⁠ über den Berichtszeitraum von 2013 bis 2019 ableiten.

Der Indikator wird mit den Daten von 2020 aktualisiert und 2022 erneut veröffentlicht. Damit wird er Teil einer Reihe von gewässerbezogenen Indikatoren der Europäischen Umweltagentur.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

(Adobe Stock/Natallia)

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