13. Juni 2023 ǀ Der Landkreis Nienburg (Niedersachen) schränkt aufgrund von niedrigen Grundwasserständen und Trockenheit die Wassernutzung ein. Weitere Kommunen planen Einschränkungen.
Einschränkungen gelten ab einer Temperatur von 24 Grad Celsius
Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Nienburg dürfen ihre Gärten zwischen 11 Uhr und 19 Uhr nicht mehr mit Wasser aus Brunnen und öffentlicher Wasserversorgung beregnen, wenn es 24 Grad Celsius oder wärmer ist. Auch Grünflächen wie Parkanlagen, Gärten und Sportanlagen sowie land- und forstwirtschaftliche Flächen dürfen in diesem Zeitraum nicht bewässert werden. Als Begründung gibt die Verwaltung an, dass bereits jetzt an vielen Messstellen in dem Gebiet die historischen Tiefstände des Trockenjahres 2018 unterschritten wurden. Der Niederschlag aus dem Winter und Frühjahr habe nicht ausgereicht, um die Grundwasserstände nachhaltig zu erhöhen. Voraussichtlich bis Ende September gilt diese Einschränkung.
Lüneburg und Lüchow-Dannenberg planen ebenfalls Maßnahmen
Ähnliche Einschränkungen plant der Landkreis Lüneburg. Auch in Lüchow-Dannenberg wird an einer Allgemeinverfügung gearbeitet, um die Wassernutzung zu beschränken. Im Landkreis Harburg gibt es schon seit über 30 Jahren eine feste Regelung. Hier dürfen landwirtschaftliche Flächen und Sportplätze bei starker Sonneneinstrahlung mit Temperaturen über 25 Grad von 12 Uhr bis 17 Uhr nicht beregnet werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels prüfe der Landkreis, welche Regelungen zum Erhalt der Grundwasserbestände erforderlich seien, sagte ein Sprecher.
Landkreis Celle ruft zum Verzicht auf
Da ein Rasensprenger mit 800 Litern pro Stunde soviel verbraucht wie ein Mensch in einer ganzen Woche, ruft der Landkreis Celle dazu auf seinen Rasen möglichst nicht zu sprengen. Sollte das nicht möglich sein, sollte der Rasen zumindest nur frühmorgens oder spätabends bewässert werden, da in der Hitze ein großer Teil des Wassers verdunstet. Auch sollten die Bürgerinnen und Bürger Regenwasser auffangen und genau überlegen, ob der eigene Pool neu befüllt werden muss.
Weitere Landkreise könnten nachziehen
Bisher hat die Mehrheit der niedersächsischen Landkreise und Städte noch keine Maßnahmen ergriffen. Man behalte sich aber vor, bei anhaltender Trockenheit ebenfalls Einschränkungen zu erlassen, teilten die Landkreise Diepholz, Schaumburg und Osnabrück mit. Der Landkreis Oldenburg beschränkt ab einem bestimmten Pegelstand die Wasserentnahme aus der Hunte. Die Stadt Braunschweig kündigte an, dass sehr wahrscheinlich wie im Vorjahr die Entnahme von Brunnen- und Oberflächenwasser zeitlich eingeschränkt werden könnte.
Wenig Regen in der nächsten Woche
Das warme, trockene Wetter der vergangenen Tage soll sich laut Deutschem Wetterdienstes (DWD) auch in der neuen Woche halten. Die Höchsttemperaturen liegen vielerorts zwischen 27 und 29 Grad. Am Donnerstag sollen die Temperaturen gebietsweise auf bis zu 20 Grad abkühlen, dazu sind leichte Schauer möglich.