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EU-Mitgliedsstaaten müssen mehr gegen Nitratbelastung vorgehen

Laut dem aktuell vorgelegten Bericht der EU-Kommission über die Umsetzung der Nitrat-Richtlinie wurden in den letzten zehn Jahren nur geringe Fortschritte erzielt. Besonders die Überdüngung stelle in vielen Teilen der EU weiterhin ein Problem dar. Deutschland steht neben einer Reihe anderer Mitgliedstaaten vor den größten Herausforderungen bei der Verringerung der Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft.

von | 22.10.21

organische Düngung - AGRARBILDER Bilder aus der Landwirtschaft

Laut dem aktuell vorgelegten Bericht der EU-Kommission über die Umsetzung der Nitrat-Richtlinie wurden in den letzten zehn Jahren nur geringe Fortschritte erzielt. Besonders die Überdüngung stelle in vielen Teilen der EU weiterhin ein Problem dar. Deutschland steht neben einer Reihe anderer Mitgliedstaaten vor den größten Herausforderungen bei der Verringerung der Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft.

Eine übermäßig hohe Nitratkonzentration in Gewässern wirkt sich schädlich auf die menschliche Gesundheit und auf Ökosysteme aus, da sie Sauerstoffmangel und Eutrophierung verursacht. Dort, wo die nationalen Behörden und Landwirte Gewässer saniert haben, hatte dies positive Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung und die biologische Vielfalt, aber auch auf Wirtschaftsbereiche, die hiervon abhängen (z. B. Fischerei und Tourismus).

Nitratkonzentrationen sinken, aber nicht schnell genug

Virginijus Sinkevičius, der Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, erklärte dazu: „Mit der Umsetzung der Nitrat-Richtlinie hat sich die Wasserqualität in der EU in den vergangenen 30 Jahren insgesamt zweifellos verbessert. Es hat sich auch gezeigt, dass sich das ernsthafte Bemühen um Umstellung auf nachhaltige Methoden auszahlt. Allerdings reicht das derzeitige Tempo der Veränderung nicht aus, um Schädigungen der menschlichen Gesundheit zu verhindern und empfindliche Ökosysteme zu bewahren. Im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal sind nun dringend weitere Maßnahmen erforderlich, damit wir zu einer nachhaltigen Landwirtschaft gelangen und unsere Versorgung mit wertvollem Trinkwasser schützen können.“

Im Vergleich zur Situation vor Annahme der Nitrat-Richtlinie im Jahr 1991 ist in der EU die Nitratkonzentration sowohl in den Oberflächengewässern als auch im Grundwasser zurückgegangen. Aus dem neuen Bericht geht jedoch hervor, dass in den letzten zehn Jahren nur noch minimale Fortschritte erzielt wurden. Die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft ist für viele Mitgliedstaaten nach wie vor ein ernstes Problem.

Im Zeitraum 2016-2019 wurde bei 14,1 % des Grundwassers der für Trinkwasser festgelegte Grenzwert für die Nitratkonzentration immer noch überschritten. Den Untersuchungsergebnissen zufolge zählen zu den in der EU als eutroph gemeldeten Gewässern 81 % der Meeresgewässer, 31 % der Küstengewässer, 36 % der Flüsse und 32 % der Seen.

Maßnahmen zur besseren Einhaltung der Nitratrichtlinie angekündigt

Die Kommission wird Maßnahmen ergreifen, damit die Anforderungen der Nitrat-Richtlinie besser eingehalten werden. Dies ist eine Voraussetzung für das Erreichen des Ziels des europäischen Grünen Deals, bis 2030 die Nährstoffverluste um mindestens die Hälfte zu reduzieren. Dies erfordert jedoch verstärkte Anstrengungen in den meisten Mitgliedstaaten auf nationaler und regionaler Ebene.

Insgesamt hat sich die Qualität der nationalen Aktionsprogramme verbessert, aber die bestehenden Maßnahmen bei der Bekämpfung der Verschmutzung in Gebieten, in denen die Belastung durch die Landwirtschaft zugenommen hat, sind in vielen Fällen nicht wirksam genug. Die Folgen des Klimawandels müssen bei den Anstrengungen zur Verringerung der Nitratbelastung auch auf nationaler Ebene stärker berücksichtigt werden.

Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Lettland, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Polen, Spanien, die Tschechische Republik und Ungarn stehen vor den größten Herausforderungen bei den Anstrengungen zur Verringerung der Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft. In Bulgarien, Estland, Frankreich, Italien, Portugal, Rumänien und Zypern gibt es ebenfalls Brennpunkte, an denen die Belastung dringend angegangen werden muss.

 

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