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Bayern stärkt Moorschutz

Mit einer Investition von rund acht Millionen Euro in drei neue bedeutende Moorprojekte in Schwaben verstärkt Bayern sein Engagement im Moorschutz. 

von | 26.03.24

Moorschutz ist aktiver Klimaschutz. Entwässerte Moore in Bayern setzen pro Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei.
Quelle:Pixabay/ LN_Photoart

26. März 2024 Ι Mit einer Investition von rund acht Millionen Euro in drei neue bedeutende Moorprojekte in Schwaben verstärkt Bayern sein Engagement im Moorschutz.

Bayern setzt einen weiteren Schritt zur Stärkung des Moorschutzes: Mit einer Investition von rund acht Millionen Euro werden in den nächsten fünf Jahren drei neue große Moorprojekte in Schwaben realisiert. Diese Initiativen, angekündigt von Umweltminister Thorsten Glauber in München, unterstreichen die Bedeutung des Moorschutzes als aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Moorprojekte als Schlüssel im Klimaschutz

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber gab in München bekannt: „Moorschutz ist aktiver Klimaschutz. Entwässerte Moore in Bayern setzen pro Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei. Das sind rund acht Prozent der Gesamtemissionen Bayerns. Hauptziel der drei neuen Moorprojekte in Schwaben ist es, den Wasserstand auf über 600 Hektar in insgesamt fünf Moorgebieten wieder anzuheben. Intakte Moore sind richtige Multitalente: Sie halten Wasser zurück, sie sind Paradiese der Artenvielfalt und wichtige CO2-Tresore. Moore speichern mehr Kohlenstoff als alle anderen Ökosysteme der Erde, pro Hektar etwa sechsmal so viel wie Wald.“

Die neuen Moorprojekte erstrecken sich über das Gundelfinger- und Leipheimer Moos in den Landkreisen Dillingen an der Donau und Günzburg, das Dattenhauser Ried im Landkreis Dillingen an der Donau sowie das Gennachhauser Moor mit den Korbseemooren im Landkreis Ostallgäu. Die Finanzierung dieser Vorhaben erfolgt durch das Bayerische Umweltministerium und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Gemeinsame Anstrengungen für nachhaltigen Moorschutz

„Nur gemeinsam mit allen Beteiligten können die Herausforderungen im Moorschutz bewältigt werden. Freiwilligkeit und Kooperation stehen bei uns an erster Stelle. Wir wollen praktikable Lösungen für die Eigentümer und Bewirtschafter finden, um eine nachhaltige Pflege und Nutzung der Flächen sicherzustellen“, so Glauber.

Dazu arbeiten die Moormanager der Regierung von Schwaben mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Amt für ländliche Entwicklung und dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth eng zusammen.

Drei neue Moorprojekte

  • Im Gundelfinger- und Leipheimer Moos setzt der Freistaat Bayern in den nächsten fünf Jahren rund 3,6 Millionen Euro ein, um in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband ARGE Donaumoos auf knapp 440 Hektar den Wasserhaushalt in den bayernweit bedeutsamen Wiesenbrüter-Lebensräumen zu optimieren.
  • Im Dattenhauser Ried werden in Kooperation mit dem Zweckverband „Renaturierung Dattenhauser Ried“ auf einer Fläche von etwa 100 Hektar Wiedervernässungsmaßnahmen durchgeführt und wertvolle Lebensräume, wie Flachmoore oder Pfeifengraswiesen, optimiert. Hierfür stehen rund 2,9 Millionen Euro zur Verfügung.
  • In den zwei Moorgebieten Gennachhauser Moor und den Korbseemooren wird die Wiedervernässung von Hoch- und Niedermoorböden auf einer Fläche von rund 100 Hektar angestrebt. Durch eine Zusammenfassung beider Gebiete zu einem Projekt können Synergieeffekte genutzt und die Umsetzung erleichtert werden. Im Gebiet der Korbseemoore soll der Hochmoorkörper wieder vitalisiert werden, um dort bestehende Lebensräume und Arten zu erhalten. Für das Projekt werden rund 1,5 Millionen Euro bereitgestellt.

 

Bayern verfügt insgesamt über rund 220.000 Hektar Moorflächen. Der Freistaat will diese kostbaren Lebensräume noch besser schützen. Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist es, bis 2040 insgesamt 55.000 Hektar wiederzuvernässen.

Weitere Informationen

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