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Programm „Wasserzukunft Bayern 2050“ angekündigt

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Themen: |
Autor: Jonas Völker

Programm „Wasserzukunft Bayern 2050“ angekündigt

Wasser als eines von drei Existenzthemen

In seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober bezeichnete Glauber Wasser als eines von drei großen Existenzthemen, die in einer schicksalhaften Wechselwirkung miteinander verknüpft seien. Die anderen beiden Existenzthemen heißen Klimaschutz und Artenschutz. Während das Bayerische Klimaschutzgesetz gerade in seine zweite Lesung gehe und fast hundert Maßnahmen zum Klimaschutz auf den Weg gebracht worden seien, während insbesondere die letzten zwei Jahre eine Blütezeit für den Artenschutz in Bayern gewesen seien, gelte es nun, den Einstieg in eine sichere Wasserzukunft zu schaffen. Alarmiert durch den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, der die Entwicklung der Austrocknung von Böden in Deutschland auf der Landkarte farbig darstellt, und den Rückgang der Grundwasserneubildung in Bayern von im Schnitt etwa 20 % während der vergangenen zehn Jahre, sieht Glauber einen drohenden Grundwassernotstand und warnt: „Vieles in unserem Leben wird nichtig sein, wenn wir dieses eine Thema nicht auf die Reihe bekommen: Wasser.“

Fünf Säulen: fünf Bündel an Maßnahmen

Das Programm „Wasserzukunft Bayern“ wird auf fünf Säulen beruhen, zu denen ein Expertenrat bis Mai 2021 Empfehlungen ausarbeiten wird: Wasser speichern, Wasser verteilen, Wasser schützen, Wasser schätzen und Wasser gesamtstaatlich denken.
Die Säule „Wasser speichern“ beinhaltet sowohl die Wiederherstellung natürlicher Wasserspeicher als auch die Umsetzung des Schwammstadtprinzips in den Städten. Den Unterschied zwischen dem niederschlagsreicheren Süden und den niederschlagsarmen Regionen in Franken sollen Speicher- und Überleitungssysteme decken. Neben der Donau-Main-Überleitung sollen Speicher an den Oberläufen der fränkischen Flüsse zur Stützung des ökologischen Systems dieser Gewässer in Trockenperioden beitragen.
Die Säule „Wasser verteilen“ adressiert unter anderem das Potenzial der Fernwasserversorgung: Glauber zeigt sich hier als zu allem entschlossen: „Zusätzliche Gewinnungsanlagen, Speicher, Leitungen – wir werden nichts unterlassen, was unsere Wasserversorgung fit für die Zukunft macht.“ Hoffnung setzt er dabei auf eine zusätzliche Fernwasserleitung „West“, mit der zu Trinkwasser aufbereitetes Grundwasser aus dem Donauraum nach Franken transportiert werden kann. Auch durch die stärkere Vernetzung von Fernwassersystemen, unter anderem in Form von Versorgungspartnerschaften mit angrenzenden Bundesländern, soll die Wasserversorgung stabilisiert werden.
Mit der dritten Säule „Wasser schützen“ spricht Glauber direkt seine Kollegin Michaela Kaniber an, bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Mit den zukünftig 1500 Nitratmessstellen könne man nur den Blutdruck messen, die Medikamente müsse die zuständige Ärztin verschreiben: die Lösung der Nitratproblematik gelinge nur zusammen mit der Landwirtschaft.
Bei der Anpassung von Wasserschutzgebieten will Glauber die Verfahrensdauer von durchschnittlich acht Jahren deutlich reduzieren. Um die Gewässer vor Einträgen von Spurenstoffen zu schützen, sollen insgesamt 19 Kläranlagen in Bayern mit einer vierten Reinigungsstufe ausgerüstet werden.
Die Säule „Wasser schätzen“ beschreibt eine erzieherische Aufgabe, die mit Hilfe einer Bewusstseinsoffensive „Wasserland Bayern“ gemeistert werden soll. Das Herzstück dieser Offensive soll ein Forschungs-, Bildungs- und Begegnungszentrum mit Namen „Haus des Wassers“ werden.
Die Säule „Wasser gesamtstaatlich denken“ soll das Denken im gesamtstaatlichen Maßstab, wie es beim Hochwasserschutz bereits selbstverständlich sei, für das Thema „Wasser“ insgesamt etablieren. Dazu will sich Glauber in der Umweltministerkonferenz für die nach seiner Meinung richtigen Inhalte im Rahmen der Nationalen Wasserstrategie des Bundes stark machen. Seine Devise lautet aber: Du sollst die Wasserversorgung in kommunalen Händen lassen, der Freistaat muss in Sachen Gewässerschutz sein Bestes geben und dort, wo er an seine Grenzen stößt, muss der Bund aktiv werden.

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