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Harzwasserwerke sind auf weiteres Trockenjahr vorbereitet

Im Jahr 2018 verzeichneten die Harzwasserwerke ein extremes Niederschlagsdefizit und gaben im gleichen Zeitraum die Rekordmenge von 100 Mio. m³ Trinkwasser ab, knapp 5 Mio. m³ mehr als geplant. Trotzdem ist das Unternehmen zuversichtlich, die Versorgungssicherheit 2019 aufrechtzuerhalten.

von | 17.01.19

Eckertalsperre im November 2018 (Bild: © Harzwasserwerke).

„Unsere Prognosen und Simulationen zeigen, dass wir mit einem auf die jeweils aktuelle Situation ausgerichteten Management unserer Talsperren und rechtzeitigen kleineren Korrekturen dieses Jahr Niedersachsen sicher mit Trinkwasser versorgen werden“, sagt Dr. Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke.
Noch wird in den Talsperren mit einer Füllung von rund 62 % (Stand 14.01.2019) für die Jahreszeit zu wenig Wasser gespeichert. „Eigentlich müssten die Talsperren im Januar mit mehr als 70 % gefüllt sein“, erklärt Dr. Donner. Als Leitlinie für diese als normal geltende Füllung dient das langjährige Mittel, das aus den Jahren 1981 bis 2010 errechnet wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Doppeltrockenjahr kommt, wird zwar für sehr gering erachtet, trotzdem hält man es für wichtig sich auf dieses Szenario in der Zukunft mittel- bis langfristig weiter einzustellen. „Wir hatten 2017 ein 100- jährliches Hochwasser und 2018 ein rekordverdächtiges Niederschlagsdefizit für die Monate Februar bis September“, erklärt Dr. Donner. „Die Extreme häufen sich durch den Klimawandel auch im Harz.“
Durch die Veränderung der Großwetterlage und die Vier-Wochen-Wetterprognose des Deutschen Wetterdienstes, die eine durchschnittliche bis etwas zu nasse Zeit voraussagt, hoffen die Harzwasserwerke auf weitere Niederschläge. Denn diese können zu einer weiteren Entspannung der Lage führen. Am zweiten Januarwochenende lösten Niederschläge und die einsetzende Schneeschmelze kleine Hochwasser aus, die von den Talsperren aufgefangen wurden. Besonders hohe Zuflussspitzen gab es an der Sösetalsperre mit 32 m³/h. Statistisch betrachtet sind diese kleineren Hochwasser keine Seltenheit. Sie konnten aufgrund der unterdurchschnittlichen Talsperren-Füllstände auf ihrem Weg ins Unterland gestoppt werden.
Eine Sonderrolle nimmt dabei die Innerstetalsperre ein, die sich mit einem Fassungsvermögen von rund 19 Mio. m³ bei einem Einzugsgebiet von 97 km² sehr schnell füllt (Vergleich Sösetalsperre 26 Mio. m³ zu 49 km²). Hier leiten die Harzwasserwerke mittels zweier leistungsfähiger Pumpen Wasser in die Granetalsperre über und haben die Unterwasserabgabe auf 5 m³/h (Stand 14.01.2019) erhöht, um den Hochwasserrückhalteraum der Talsperre frei zu halten. Er dient dazu, Hochwasserspitzen zurückzuhalten und sollte daher immer frei zur Verfügung stehen. Abhängig von den Niederschlagsmengen und dem Wasserstand der Innerste am Pegel in Heinde kann die Unterwasserabgabemenge auch erhöht werden.
Maßnahmen der Harzwasserwerke
Die Harzwasserwerke hatten im September, November und Dezember 2018 aufgrund der anhaltenden Trockenheit Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit auch im schlechtmöglichsten Fall, einem Doppeltrockenjahr, garantieren zu können. Dazu gehörte unter anderem die Verringerung der Trinkwasserproduktion an der Söse- und Eckertalsperre zu Lasten der Granetalsperre. Auch wurde die Unterwasserabgabe an mehreren Talsperren stark reduziert. Im Dezember griffen die Harzwasserwerke ebenfalls auf einige Teiche des UNESCO- Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft zurück, um hier rund 1 Mio. m³ Wasser als zusätzliche Ressource zu gewinnen. Dieses Wasser wurde bis Anfang Januar in die Innerstetalsperre schrittweise abgelassen und bereits in die Granetalsperre gepumpt. Die Teiche der Oberharzer Wasserwirtschaft sind seitdem wieder geschlossen und haben sich durch den Niederschlag der vergangenen Wochen wieder aufgefüllt.
„Langfristig müssen die Anlagen der Harzwasserwerke aber dem Klimawandel angepasst werden“, sagt Dr. Donner. „Wir wollen darum wissenschaftlich überprüfen lassen, ob und wenn ja welche Maßnahmen uns langfristig helfen, noch mehr Versorgungssicherheit für unsere Kunden und Niedersachsen zu schaffen.“ Energie- und Wasserspeicher Harz soll das Projekt heißen, das die Harzwasserwerke mit Partnern aus der Forschung auf den Weg bringen wollen. In ihm soll untersucht werden, wie der Hochwasserschutz im Harz einerseits ausgebaut werden kann und gleichzeitig auch die Trinkwasserversorgung, Niedrigwasserauffüllung und die Energienutzung nachhaltig ausgebaut werden kann. Dazu haben die Harzwasserwerke und ihre Partner mit Unterstützung des Umweltministeriums einen Antrag auf Fördermittel der Europäischen Union gestellt.


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