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Tote Fische in der Oder: Giftige Algenart könnte ursächlich sein

Seit Tagen beunruhigen Tausende tote Fischer in der Oder die Menschen in Brandenburg. Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) des Landes gestern mitteilte, sei die Ursache trotz Vorliegen erster Untersuchungsergebnisse noch unklar.

von | 12.08.22

18. August 2022: Seit Tagen beunruhigen Tausende tote Fischer in der Oder die Menschen in Brandenburg. Schätzungsweise 36 Tonnen toter Fische wurden bislang allein im deutschen Teil geborgen. Internationale Arbeitsgruppen und Labore suchen weiterhin nach der Ursache des massiven Fischsterbens.

Das Landesamt für Umwelt hatte erste Hinweise auf eine Umweltverschmutzung über das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) am 09.August erhalten. Ein Schiffsführer hatte sich beim LLBB gemeldet und über das Fischsterben berichtet. Das LLBB hat sich mit dieser Information auf kurzem Wege mit dem LfU in Verbindung gesetzt. Daraufhin hat das LfU eine offizielle Meldung an den Verteiler laut Warn- und Alarmplan der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) abgesetzt. Allein auf deutscher Seite wurden schätzungsweise etwa 36 Tonnen toter Fische geborgen. Die Angaben basieren auf Aussagen von Helfern und den Landkreisen, teilte das Bundesumweltministerium mit. Die polnische Feuerwehr meldete fast 100 Tonnen.

Aktuelle Theorie: Möglicherweise sind giftige Algen ursächlich

Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) vermuten, dass eine bisher unidentifizierte giftige Algenart ursächlich sein könnte. Gewässerproben zeigten eine hohe Dichte einer Algenart, die einen für Fische extrem giftigen Stoff absondere, erklärte Jörn Gessner, Wissenschaftler am IGB gegenüber NDR MV live. Seit dem 5. August sei ein erhöhter Salzgehalt aus Richtung Polen in der Oder festgestellt worden. Die Algenart, eine sogenannte Brackwasserart, benötigt hohe Salzkonzentrationen im Wasser. Vermutlich sei der erhöhte Salzgehalt durch Abwässer in die Oder gelangt. Derzeit werden Abwässer aus dem Kalibergbau vom Institut ins Auge gefasst. Gessner unterstreicht, dass es sich nicht um einen einmaligen Unfall handeln können, da sich „diese giftige Fracht“ bereits seit rund zwei Wochen in der Oder ausbreitet.

Erste Theorie: Urheber könnte ein Industrieunternehmen sein

Nach Meldung des Tagesspiegels teilte die polnische Umweltschutzbehörde am 11. August mit, dass das Fischsterben wahrscheinlich von einer Wasserverschmutzung durch die Industrie ausgelöst worden sei. Klar ist: Ein noch unbekannter, hochtoxischer Stoff durchläuft die Oder.

„Alles deutet darauf hin, dass die Verschmutzung der Oder, die zum Sterben zahlreicher Fische geführt hat, industriellen Ursprungs sein könnte“, sagte die stellvertretende Leiterin der Behörde, Magda Gosk.

Das Umweltdesaster könnte eine Folge eines Chemieunfalls am Oberlauf der Oder in Polen sein, der lt. Angaben von RBB 24 Brandenburg Aktuell schon am 28. Juli stattgefunden haben soll. Es besteht der Verdacht, dass ein bei diesem Unfall in den Fluss ausgetretenes Gift gezielt aus einer der vielen Oderstaustufen die Oder hinuntergespült worden sei. Anzeichen dafür sei ein kurzzeitiger Anstieg des Oderpegels um mehrere Zentimeter, obwohl im betrachteten Zeitraum kein Regen gefallen sei.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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