Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Die Lippe wird lebendiger

Das Land NRW, die landwirtschaftlichen Verbände und der Lippeverband unterzeichneten am 13. August eine Kooperationsvereinbarung zur Renaturierung des Flusses. Durch verschiedene Maßnahmen soll er wieder in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden.

von | 21.08.18

Am urwüchsigen Ufer der Lippe.

Der heute noch streckenweise monoton und eingeengt fließende Landesfluss soll durch Fluss-Schleifen, Verbreiterungen, unterschiedliche Gewässerstrukturen und Verbindungen mit seiner Aue wieder in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden, wie dies von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und dem nationalen Wasserrecht gefordert wird.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde am 13. August 2018 ein weiterer Schritt vollzogen: NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, die Präsidenten der NRW-Landwirtschaftskammer, der beiden landwirtschaftlichen Verbände in Nordrhein-Westfalen sowie der Vorstand des Lippeverbandes haben in Wesel eine Vereinbarung zur Umsetzung des Programms „Lebendige Lippe“ unterzeichnet. „Uns als Land liegt die Entwicklung der Lippe zu einem für Natur und Mensch liebenswerten Fluss sehr am Herzen. Dies kann aber nur mit den landwirtschaftlichen Eigentümern und Nutzern der Flächen entlang der Lippe geschehen. Deshalb freue ich mich sehr, dass die gemeinsame Vereinbarung zustande gekommen ist“, sagte Heinen-Esser in Wesel.

Die Landwirtschaft und ihre entscheidende Rolle

Bei der Renaturierung der Lippe spielt die Landwirtschaft eine entscheidende Rolle: Um die entsprechenden Umgestaltungsprojekte umsetzen zu können, werden Flächen beidseits des Gewässers benötigt, die oft landwirtschaftlich genutzt werden. Der Verband bemüht sich daher im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen um den Kauf von landwirtschaftlichen Flächen. Damit es hier für alle Seiten zu fairen und kalkulierbaren Lösungen kommt, wurde die Vereinbarung aufgesetzt. „Wir suchen bei der Planung und Umsetzung unserer Projekte das Gespräch mit den Menschen in der Region, vor allem mit den Landwirten vor Ort“, sagte Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes. „Dadurch wird unser Ziel, die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Fluss, seine Aue und die angrenzenden Flächen im Gleichgewicht zu halten, am besten erreicht.“
Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Die Landwirtschaftskammer fühlt sich den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet und möchte das Land bei der Umsetzung gewässerökologischer Maßnahmen unterstützen.“
Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, und Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes betonen: „Wichtiges Anliegen für die Landwirtschaft ist der Schutz der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter. Hier bietet die Lippevereinbarung einen fairen Kompromiss zwischen den berechtigten Interessen der Landwirtschaft und dem wichtigen Anliegen des Natur- und Gewässerschutzes.“

Gewässer erster Ordnung

Die Lippe ist zwischen ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel und Paderborn ein sogenanntes Gewässer erster Ordnung. Für die Unterhaltung und den Ausbau dieses Teils der Lippe ist daher das Land Nordrhein-Westfalen zuständig. Auf der rund 150 Kilometer langen Strecke zwischen Wesel und Lippborg fließt die Lippe durch das Gebiet des Verbandes. Hier hat das Land diese Aufgabe an diesen übertragen. Die in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbesserte Wasserqualität ist Grundlage für weitere Verbesserungsmaßnahmen, besonders bei der Gewässerstruktur. Bisher umgesetzt wurde unter anderem die neue Lippeaue nahe der Mündung in den Rhein bei Wesel. Auch rastende und überwinternde Wasservögel haben die renaturierte Mündung der Lippe bei Wesel bereits angenommen. Kurz vor der Fertigstellung steht die Gewässerentwicklung der Lippe bei Haus Vogelsang zwischen Datteln und Olfen.
Zu dieser Vereinbarung sind in den kommenden Monaten regionale Veranstaltungen geplant, die von den landwirtschaftlichen Verbänden organisiert werden. Dabei sollen konkrete Umgestaltungsprojekte vorgestellt und die gemeinsame Herangehensweise an die Flächenbereitstellung besprochen werden.
Weitere Informationen: FLUSSGEBIETE NRW Lippeverband Broschüre: Auf zu neuen, alten Ufern. Die ökologische Weiterentwicklung der Lippe.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Forschende rekonstruieren Pompejis Wasserversorgung
Forschende rekonstruieren Pompejis Wasserversorgung

Wie kam das Wasser nach Pompeji – und wie hygienisch waren die berühmten römischen Bäder wirklich? Ein Team der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat anhand von Kalkablagerungen das antike Wasserversorgungssystem rekonstruiert und dabei Hinweise auf mineralisiertes, teils verunreinigtes Badewasser gefunden.

mehr lesen
Neuer Vertriebsvorstand bei der HUBER SE
Neuer Vertriebsvorstand bei der HUBER SE

Personelle Veränderungen im Vorstand der HUBER SE: Bisheriger Vertriebsleiter Franz Heindl wird zum 01.01.2026 in den Vorstand der HUBER SE berufen und verantwortet künftig den Ressort Vertrieb.

mehr lesen
Energieinnovation an der Ruhr
Energieinnovation an der Ruhr

Positive Bilanz nach großem Umbau: die Wasserwerke Westfalen (WWW) erzielt zufriedenstellende Ergebnisse mit dem kompletten Umbau des Energiemanagement in den letzten Jahren.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03