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NRW: Umweltministerium stärkt die grün-blaue Infrastruktur im Emschergebiet

Insgesamt neun Maßnahmen werden entlang der Emscher unterstützt; das gesamte Förderbudget beträgt knapp 20 Mio. Euro. Am 13.5. unternahm Umweltministerin Ursula Heinen-Esser aus ihrem Düsseldorfer Büro einen virtuellen Spatenstich für den Natur- und Wasser-Erlebnis-Park am Wasserkreuz in Castrop-Rauxel.

von | 14.05.20

Per Videobotschaft (Link im Text) übergab die Ministerin den Spaten an den Vorstandsvorsitzenden von Emschergenossenschaft und Lippeverband Prof. Dr. Uli Paetzel nach Essen. (Bild: EGLV/YouTube)

„Die Emscher wird immer mehr zu einem Rückgrat der grün-blauen Infrastruktur des Ruhrgebiets. Der Emscher-Umbau ist eine wasserwirtschaftliche Zukunftsaufgabe zur Renaturierung und Stärkung der blauen Infrastruktur. Parallel dazu werten wir die grüne Infrastruktur auf: Im dicht besiedelten Emschergebiet trägt sie zur Erhaltung der Biodiversität bei, leistet einen Beitrag zur Klimafolgenanpassung und erhöht die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Wie wichtig die grüne Infrastruktur für uns ist, sehen wir gerade in dieser schwierigen Zeit. Stadtnahe Wälder, Parks, Gärten und Grünanlagen sind wichtige Erholungsinseln und Energiequellen“, sagte Ministerin Heinen-Esser.
Per Videobotschaft übergab die Ministerin den Spaten an den Vorstandsvorsitzenden von Emschergenossenschaft und Lippeverband Prof. Dr. Uli Paetzel nach Essen. „Im Emscherland nimmt der Natur- und Wasser-Erlebnis-Park einen zentralen Platz ein. Das Wasserkreuz in Castrop-Rauxel ist dabei der ideale Ort: Drei Wasserläufe treffen sich hier in unterschiedlichen Lagen: oben der Rhein-Herne-Kanal, darunter die Emscher, und – in mehr als 20 m Tiefe – unser Abwasserkanal Emscher. Er ist die Voraussetzung für die neue saubere Emscher und all die Mehrwert-Effekte, die unser Emscher-Umbau mit sich bringt: Neue Radwege entlang des abwasserfreien Flusses und Weinberge an seinen renaturierten Hängen unterstreichen die neue Lebens- und Aufenthaltsqualität im Emscherland“, erklärte Uli Paetzel.
Von dort wanderte der Spaten an Ullrich Sierau in seiner Funktion als Vorsitzender des Genossenschaftsrates und an Bürgermeister Christoph Tesche sowie Landrat Cay Süberkrüb (beide Recklinghausen), Oberbürgermeister Frank Dudda (Herne), Bürgermeister Raijko Kravanja (Castrop-Rauxel), Fred Toplak (Herten) sowie Dr. Emanuel Grün, Technik-Vorstand der Emschergenossenschaft.

Emscherland 2020

Die Weiterentwicklung der grünen Infrastruktur entlang der Emscher erfolgt im Rahmen des interkommunalen Handlungskonzeptes Emscherland 2020. Es sieht vier Entwicklungskorridore vor, in denen begleitend zum Emscher-Umbau Maßnahmen in Herten, Recklinghausen, Herne und Castrop-Rauxel durch die Kommunen, die Emschergenossenschaft/Lippeverband oder den Regionalverband Ruhr (RVR) umgesetzt werden.
Das gemeinsame planerische und politische Ziel der Emscherland 2020-Strategie ist eine sozialgerechte Entwicklung der emschernahen Stadtteile auf der Grundlage von außerschulischen Naturerlebnis-, Naturschutz- und Umweltbildungsangeboten zur Unterstützung von Bildung, Qualifizierung und Beschäftigung. Die blau-grüne Infrastruktur entlang der Emscher soll möglichst naturnah und trotzdem freizeitorientiert durch die Verbindung von Grünräumen und erlebnisreiche Bildungs- und Spielangebote sowie Erholung in der Natur entwickelt werden.
Aufbauend auf diesen natur-basierten Ökosystemleistungen soll ein Verbundnetz von außerschulischen Lernstandorten zwischen den vier Städten Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten geschaffen und damit ein Beitrag zur gesellschaftlichen Prävention und zur Umweltgerechtigkeit geleistet werden. Highlights werden der schon im Bau befindliche AktivLinearPark, der Natur- und Wasser-Erlebnis-Park sowie die Emscher-Promenade.
Die Realisierung der Maßnahmen wird bis zu 90 % durch das Land und die EU im Rahmen des EFRE-Aufrufs ‚Grüne Infrastruktur NRW‘ ermöglicht; EFRE ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung. Die übrigen Mittel decken Emschergenossenschaft/Lippeverband und die beteiligten Kommunen über Eigenmittel ab. Es ist geplant, einige der Projekte in das Konzept der Internationalen Gartenausstellung 2027 zu integrieren.

Hintergrund zu ausgewählten Maßnahmen

Der AktivLinearPark in Herten wird südlich der Halde Hoheward auf ehemaligen Bahnanlagen entstehen, welche bislang nicht zugänglich sind. Der Park soll als attraktive Halden-Landschaft entstehen, welche die Funktionen des Freiraumes von Natur, Erholung und Tourismus kombiniert und integriert. 
Der Natur- und Wasser-Erlebnis-Park soll auf einer etwa 24 ha großen Fläche auf dem Stadtgebiet von Recklinghausen entstehen und ist eine Leitmaßnahme im Emscherland 2020. Geschaffen werden sollen Angebote zum Naturerleben, zur Natur- und Umweltbildung sowie zur biologischen Landschafts- und Parkpflege, die im Rahmen eines Bildungsprojekts von Kindern und Jugendliche entwickelt wurde. Junge Erwachsene sollen im Natur- und Wasser-Erlebnis-Park eine Ausbildung absolvieren und dort dauerhaft ihren Beruf ausüben können.
Eine von Castrop-Rauxel bis Herten führende Emscher-Promenade soll das Gebiet künftig von Osten nach Süden durchqueren. Zwei großzügig gestaltete und mit Sitzgelegenheiten ausgestattete Eingangsbereiche mit einem Eingangspavillon sollen eine erste Orientierung im Park ermöglichen. Besucher können nach Fertigstellung durch vielfältig gestaltete Themen- und Staudengärten flanieren, bis sie inmitten des Parks zu einem Gärtnerhäuschen mit angrenzendem Veranstaltungsort „Naturerlebnis“ gelangen.Von dort aus kann man in die neue Gewässeraue aus Emscher und Suderwicher Bach blicken. Zwischen der Promenade und dem Suderwicher Bach sollen die Flächen dem Gewässer-Lernort und Wasser-Erlebnis gewidmet werden. Hinzu kommen ein Wassererlebnispfad in Form eines Rundwegs und ein Informationsstützpunkt Auenlandschaft.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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