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Frühjahrsdürre in Deutschland: Wasserstress oder nicht?

Kategorie:
Autor: Jonas Völker

Frühjahrsdürre in Deutschland: Wasserstress oder nicht?

Der Dürremonitor zeigte am 28. Mai 2020 für den Gesamtboden bis 1,8 m Tiefe für weite Teile Ost-, Mittel- und Süddeutschlands eine extreme bis außergewöhnliche Dürre. Das Umweltbundesamt nahm die aktuellen Meldungen des Dürremonitors und des Deutschen Wetterdienstes zum Anlass, um in einer Übersicht mit dem Titel „Trockenheit in Deutschland – Fragen und Antworten“ über das verfügbare Wasserdargebot im Vergleich zum aktuellen Frischwasserverbrauch zu informieren.
Das über viele Jahre gemittelte potenzielle Wasserdargebot beträgt demnach 188 Mrd. m3. Dieses Wasserdargebot umfasst die Menge an Grund- und Oberflächenwasser, die theoretisch genutzt werden kann. Im langjährigen Mittel fließen der Niederschlag, die Verdunstung sowie die Zuflüsse nach und die Abflüsse aus Deutschland in die Berechnung ein. Im Jahr 2018 lagen die erneuerbaren Wasserressourcen bei 119 Mrd. m3. Auch in 2019 fiel die klimatische Wasserbilanz negativ aus, d.h. die jährliche Niederschlagsmenge blieb unter dem vieljährigen Mittel.
Diesem offensichtlichen Absinken der erneuerbaren Wasserressourcen gegenüber dem langjährigen Mittel steht auch ein deutlicher Rückgang der Wasserentnahmen in den letzten Jahrzehnten gegenüber: Im Jahr 2013 entnahmen die öffentlichen Wasserversorger insgesamt rund 5 Mrd. m3 aus den verfügbaren Ressourcen, davon wurden 3,5 Mrd. m3 an private Haushalte und Kleingewerbe abgegeben, 1,5 Mrd. m3 verteilen sich auf größere Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und den Eigenverbrauch der Wasserwerke. Im Jahr 1991 lag die gesamte Wasserentnahme bei 6,5 Mrd. m3. Diese Zahlen sind in der 2017 erschienenen und 2018 korrigierten UBA-Broschüre „Wasserwirtschaft in Deutschland“ zu finden.

Wasserstress: Definition und regionale Ausprägungen

Wasserstress liegt vor, wenn die gesamte Wasserentnahme eines betrachteten Jahres mehr als 20 % des langjährig gemittelten Wasserdargebots beträgt. Das ist deutschlandweit aktuell noch nicht der Fall. Für das Jahr 2016 wird ein Entnahmeanteil von 12,8 % angegeben. Allerdings gibt es regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit, die sich besonders in den letzten beiden heißen Jahren 2018 und 2019 gezeigt haben. Neben klimatischen Randbedingungen wird das Wasserdargebot in einigen Regionen dadurch dezimiert, dass lokale Ressourcen wegen einer zu hohen Nitratbelastung nicht nutzbar waren.
Weitere aufeinander folgende trockene Sommer mit zusätzlich wenig Niederschlag im Winter hätten in jedem Fall negative Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit. Die Landwirtschaft, die Wasserversorgung, die Wasserführung in Gewässern, Ökosysteme wie Feuchtgebiete und Wälder und weitere wasserbezogene Nutzungen wie die Schifffahrt können betroffen sein, Darauf müssen sich alle Wassernutzer, auch die Wasserversorger, einstellen.

Stress und Ertragsminderung für die Landwirtschaft

Besonders in 2018, aber auch im vergangenen Jahr musste die Landwirtschaft in verschiedenen Regionen Ertragseinbußen durch Trockenheit hinnehmen. Wie sich die Situation in diesem Jahr entwickeln wird, ist noch nicht eindeutig vorherzusehen. Trockenperioden wie der vergangene April und Mai können von Pflanzen gut überstanden werden, wenn die Böden zu Beginn der Vegetationsperiode gut mit Wasser versorgt waren. Dies war in Thüringen, im südlichen Sachsen-Anhalt und in Teilen von Sachsen und Brandenburg nicht der Fall. Das UBA geht davon aus, dass der Bedarf zur Bewässerung in der Landwirtschaft steigen wird. Der Anteil landwirtschaftlicher Entwässerung ist derzeit mit 1,3 % allerdings noch gering. Umfassendere Informationen sind der Webseite des Umweltbundesamtes zu entnehmen.

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