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Spurenstoff-Reduzierung: Hochschule stellt Fondlösung vor

Kategorie:
Autor: Jonas Völker

Spurenstoff-Reduzierung: Hochschule stellt Fondlösung vor

Studien zeigen, dass der Medikamentenkonsum in Deutschland bis zum Jahr 2045 um bis zu 62 % steigen wird. Derzeit existieren jedoch keine ökonomischen Anreize zur Vermeidung der Einträge. Eine Verringerung ist aber aufgrund des zunehmenden Anstiegs über die gesamte Akteurskette dringend erforderlich (Hersteller, Apotheken, Verbraucher). Sofern darüber hinaus noch eine weitere Reduzierung durch technische Maßnahmen notwendig ist, ist die verursachergerechte Beteiligung der Hersteller an der Finanzierung die ökologisch und ökonomisch effizienteste Lösung.

Das Modell

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Prof. Mark Oelmann von der Hochschule Ruhr-West. Er schlägt deshalb ein sogenanntes Fondsmodell vor. Bei diesem Modell würden die Hersteller verursachergerecht an der Finanzierung von Reinigungsleistungen beispielsweise von Medikamenteneinträgen beteiligt. Die Hersteller können dann wählen, welche umweltschonenden technologischen Maßnahmen für sie die ökonomisch effizientesten sind, um ihre Zahlungen in den Fonds so gering wie möglich zu halten. Damit wird ein technologieneutraler Anreiz zur innovativen Vermeidung von Spurenstoffen gefördert.
„Die jetzige Finanzierung von Reinigungsleistungen kommt einer Lizenz zur Verschmutzung gleich. Der Spurenstofffonds ist eine ökologisch und ökonomisch effiziente Lösung, die Herstellern Anreize bietet, Einträge zu vermeiden oder Innovationen voranzubringen, um Rückstände in die Umwelt zu verringern. Die verantwortlichen Stellen müssen außerdem bei der Zulassung verstärkt auf die Umweltverträglichkeit der Medikamente achten“, so Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser.
Die Zeche würden bei einer Finanzierung über die Abwasserabgabe allein die Bürgerinnen und Bürger zahlen: Ohne alternative Finanzierung könnte für sie in Deutschland nach Berechnungen von civity Management Consultants eine Belastung von bis zu 36 Mrd. € über einen Zeitraum von 30 Jahren entstehen. Diese Kosten würden – mit der Finanzierung von Reinigungsleistungen über eine Abwasserabgabe – einseitig die Verbraucherinnen und Verbraucher belasten.

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