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Schadstoff-Emissionen der Industrie in Deutschland: Übersicht über die Jahre 2007 – 2021

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Themen: |
Autor: Hilde Lyko

Schadstoff-Emissionen der Industrie in Deutschland: Übersicht über die Jahre 2007 – 2021

08. Februar 2023 ǀ Wieviele Schadstoffe stößt die Industrie in Deutschland aus? Der im Januar 2023 veröffentlichte Schadstoffband „Schadstoffe im PRTR – Situation in Deutschland“ des Umweltbundesamtes gibt einen Überblick über Zahl und Mengen der gemeldeten Emissionen für insgesamt 91 Stoffe.

Schadstoffe im PRTR

Deutschland ist gemäß des UN-ECE-PRTR-Protokolls verpflichtet, ein nationales Schadstofffreisetzungs- und verbringungsregister (Pollutant Release and Transfer Register (PRTR) für die Öffentlichkeit aufzubauen und zu betreiben. Für das PRTR sind Freisetzungen von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden, Verbringungen mit dem Abwasser sowie Entsorgung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen aus bestimmten industriellen Tätigkeiten jährlich zu berichten, wenn die in der zugehörigen Verordnung (E-PRTR-VO) vorgegebene Schadstoffschwellenwerte bzw. Abfallmengen überschritten werden. In der E-PRTR-VO   sind insgesamt 91 Schadstoffe gelistet. Auf der Internetseite www.thru.de werden die deutschen PRTR-Daten für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Auf diesem Portal finden Sie Schadstoffemissionen von knapp 5.000 Betrieben.

Der aktuelle Schadstoffband gibt die gemeldeten Emissionen, aufgeschlüsselt nach den Umweltmedien Luft, Wasser und Boden für den Zeitraum 2007 – 2021 an.  Die Gesamtmengen der pro Jahr berichteten Emissionen sind  für die Jahre des Berichtszeitraums und aufgeschlüsselt nach den Industriebranchen grafisch dargestellt. Für das Berichtsjahr 2021 wird überdies die Anzahl der Betriebe sowie deren Freisetzungen für den jeweiligen Stoff mit den relativen Anteilen unterschiedlicher Industriebranchen als Liste ausgegeben.

Für die Betrachtung des Eintrags von Schadstoffen in das Medium Wasser werden der Eintrag in Wasser allgemein (Gewässer) und die Verbringung mit dem Abwasser separat aufgeführt. Zu den Emittenten in die Gewässer gehören damit auch 224 Kläranlagen mit über 100.000 EW, denn diese sind  berichtspflichtig.

Stoffe, die häufiger im Wasser landen

Die im Dokument aufgeführten Daten lassen keinen Rückschluss darüber zu, ob die berichteten Einträge genehmigt waren oder nicht bzw. ob es sich um Einträge aus einem regulären Anlagenbetrieb oder um Stör- oder Unfälle handelt. Die Details zu den einzelnen Unternehmen sowie zu erteilten Genehmigungen sind aber auf der Webseite www.thru.de einsehbar. Allerdings lässt sich für einige Stoffe ablesen, dass Emissionen über den Jahresschwellwert hinaus keine Einzelfälle sind und dass die gemeldeten Gesamtemissionen die gesetzten Schwellwerte deutlich überschreiten.

Für Einträge ins Umweltmedium Wasser folgen ein paar Beispiele:

Arsen und Arsenverbindungen: Der Schwellwert für eine Meldung an das PRTR beträgt 5 kg/a. Im Jahr 2021 meldeten insgesamt 84 Betriebe eine Freisetzung von insgesamt 2,9 Tonnen. Das ist eine durchschnittliche Überschreitung des Schwellenwerts pro Betrieb um den Faktor 6,9.

Cyanide: Der Schwellwert beträgt 50 kg/a. Im Jahr 2021 wurden Emissionen von 22 Betrieben gemeldet. Die Gesamtmenge emittierter Cyanide betrug 29,6 Tonnen, d,h, der Schwellwert wurde durchschnittlich um den Faktor 26,9 überschritten.

Zahlreiche meldepflichtige Einträge sind bei der Stoffgruppe der Schwermetalle zu finden. So setzten beispielsweise 19 Betriebe im Jahr 2021 insgesamt 451 kg Cadmium in die Gewässer frei, der Schwellenwert für die Berichtspflicht liegt bei 10 kg/a. Für Chrom und Cromverbindungen beträgt der Berichtsschwellenwert 100 kg/a, emittiert wurden von 14 Betrieben insgesamt 2,36 Tonnen. Bei Kupfer müssen jährliche Einleitungen oberhalb 50 kg gemeldet werden und es meldeten 154 Betriebe Emissionen von insgesamt 37,95 Tonnen Nickel aus 226 Betrieben (Schwellwert 20 kg/s) sowie 0,23 Tonnen Zink- und Zinkverbindungen von 250 Industriestandorten in die Gewässer. Der Meldeschwellwert liegt bei 100 kg/a.

Salz und Nährstoffe in großen Mengen

Der Eintrag großer Mengen Salz lässt sich an den hohen Werten für Chloride ablesen. Der Schwellwert gemäß  (E-PRTR-VO) beträgt 2000 t/a. 125 Industriestandorte meldeten Einleitungen von insgesamt mehr als 6 Mio. Tonnen im Jahr 2021.

Beim Phosphor, angegeben als “Gesamtphosphor” beträgt der Schwellenwert 5.000 kg/a. Die berichtspflichtigen Mengen von insgesamt 73 Betrieben beliefen sich 2021 auf über 1,3 Tonnen. Mehr als eine Größenordnung darüber lagen die gemeldeten Stickstoffemissionen; 180 Industriestandorte meldeten eine Überschreitung des Schwellwertes von 50 t/a Gesamtstickstoff, das ergab in Summe eine Gewässerbelastung von fast 39.000 Tonnen!

Zum Schadstoffbericht

 

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