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Rolls-Royce liefert grösstes MTU-Notstromaggregat an Bodensee-Wasserversorgung

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Thema:
Autor: Jonas Völker

Rolls-Royce liefert grösstes MTU-Notstromaggregat an Bodensee-Wasserversorgung

Am 23. Juni 2015 hat die Bodensee-Wasserversorgung das neue Notstromaggregat von MTU Onsite Energy in Betrieb genommen. Es erweitert die vorhandene Notstromanlage und sorgt dafür, dass die Trinkwasserversorgung für vier Millionen Bürger in Baden-Württemberg bei Stromausfall sichergestellt wird.

Mit 6.500 Kilowatt mechanischer Leistung ist der Energieerzeuger das stärkste MTU-Notstromaggregat, das Rolls-Royce je gebaut hat. Die Marken MTU und MTU Onsite Energy sind Teil von Rolls-Royce Power Systems innerhalb der Division Land & Sea von Rolls-Royce.

Das Kraftpaket ist im MTU-Werk 2 in Friedrichshafen-Manzell gefertigt und auf dem Prüfstand getestet worden. Zwei Prüfstände waren mit dem neun Meter langen Aggregat belegt. Mit einem Schwertransporter ging die 67 Tonnen schwere Anlage im März 2015 auf die kurze Reise von Friedrichshafen bis zum etwa 35 Kilometer entfernten Wasserwerk in Sipplingen. Mit rund 1.700 Kilometer Rohrleitungen und 125 Millionen Kubikmeter Wasserabgabe im Jahr ist die Bodensee-Wasserversorgung der größte Wasserversorgungszweckverband in ganz Deutschland.

Das neue Notstromaggregat der Bodensee-Wasserversorgung basiert auf einem schnelllaufenden 20-Zylinder MTU-Dieselmotor der Baureihe 956. Motoren dieser Baureihe von MTU treiben auch große Lokomotiven, Fähren und andere Schiffe an. Die Leistung dieses neuen Aggregat-Typs „TB34“, das erstmals bei der Bodensee-Wasserversorgung eingesetzt wird, ist gegenüber der Vorgängergeneration „TB33“ um knapp fünf Prozent gesteigert worden. Die mechanische Leistung des Motors liegt bei 6.500 Kilowatt (50Hz/1500U/min). Diese wird vom Generator in eine Nennleistung von 7.800 Kilovoltampere umgewandelt. Die nächsten zehn Aggregate diesen Typs liefert MTU in den Jahren 2016 und 2017 für die Notstromanlage des weißrussischen Kernkraftwerks Ostrovets 1&2.

Außer dem Motor und dem Generator hat MTU zahlreiche Komponenten für die Notstromanlage geliefert, die drei Stockwerke eines neuen Gebäudes füllen: Abluft- und Abgassystem, Zuluftanlage, Kraftstoffversorgung, Motorkühlsystem, Druckluftkessel sowie die Schaltanlage. Um die Ladeluft und den Motor zu kühlen, wird beim neuen Aggregat Bodenseewasser verwendet. Das Wasser wird aus 60 Metern Tiefe gefördert und ist maximal acht Grad Celsius warm – eine ideale

Voraussetzung zur Kühlung.

Um bei Stromausfall die 320 Städte und Gemeinden in ganz Baden-Württemberg sicher mit Trinkwasser versorgen zu können, betreibt die Bodensee-Wasserversorgung bereits seit 1986 eine Notstromanlage mit zwei MTU-Aggregaten auf dem Sipplinger Berg. Das neue Stromaggregat erhöht die verfügbare Leistung von 8,8 auf 15,3 Megawatt. Mit dieser Energie können im Notstrombetrieb bis zu 75 Prozent des durchschnittlichen Wasserbedarfs gefördert, aufbereitet und transportiert werden.

Dr. Marcel Meggeneder, technischer Geschäftsführer der Bodensee-Wasserversorgung: „Die neue Notstromanlage bedeutet ein deutliches Plus an Versorgungssicherheit für vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg. Durch den derzeitigen Umbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende steigt das Risiko eines Stromausfalls. Diesem Risiko können wir mit dem heutigen Tag entgegen treten.“

Durch die Erweiterung der Notstromanlage wird zudem die schrittweise Generalüberholung der beiden vorhandenen MTU-Aggregate möglich. Nach der Generalüberholung besteht dann die Möglichkeit, bei Netzausfall auch eine 11,5 MW Förderpumpe über die drei Ersatzstromaggregate zu betreiben. Somit ist eine Erhöhung der Rohwasser-Fördermenge auf 3.000 Liter/Sekunde möglich.

Falls es zu einem Stromausfall kommt, verfügt die Bodensee-Wasserversorgung zunächst über große Speicher, durch die sie die Kunden weiter mit Trinkwasser versorgen kann. Erst wenn das Stromnetz für längere Zeit unterbrochen ist, wird das Aggregat hochgefahren. Um die Umwelt und auch die Verschleißteile zu schonen, ist es bewusst so eingestellt, dass es nicht schon innerhalb von Sekunden, sondern erst nach drei bis fünf Minuten Strom produzieren kann.

Verantwortlich für die Gesamtplanung der neuen Anlage auf dem Sipplinger Berg war die EnBW AG. Allein wegen der Größe dieser Anlage bedeuteten Planung, Bauleitung und Objektbetreuung auch für Kurt Weber, Projektleiter seitens der EnBW AG, ein „nicht alltägliches“ Projekt. Den besonderen Reiz habe die bauliche und elektrotechnische Verknüpfung des neuen Aggregats mit den bestehenden Notstromanlagen zu einem leistungsfähigen und vor allem zuverlässigen Gesamtsystem ausgemacht, das jetzt auch höheren Außentemperaturen gewachsen sei.

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