29. August 2023 | Am 24. August schloss die diesjährige World Water Week in Stockholm. Innovative Lösungen für die großen Herausforderungen rund um das Wasser sollten gefunden werden. Die Kernbotschaften der Konferenztage für Sie hier im Überblick.
Dass Wasser eine Schlüsselkomponente für eine nachhaltige Zukunft ist, belegte die Alterstruktur der insgesamt 15.000 Teilnehmenden: 42 % waren 35 Jahre alt oder jünger. Es wurde ein Rekordanteil von Erstbesucher:innen verzeichnet. Als wichtigste Erkenntnisse aus fünf Tagen Konferenz mit so vielen Menschen kristallisierten sich diese Themen heraus: die Interkonnektivität von Beteiligten, ein neues, breiteres Bild von Innovation sowie die dringende Notwendigkeit, lange bewahrtes und bewährtes Wissen von indigenen Völkern anzunehmen und anzuwenden.
Voneinander lernen
Die Interkonnektivität von Stakeholdern wurde als wichtige Voraussetzung dafür benannt, dass fundamentale Änderungen wirklich vollzogen werden. Viele Sprecher:innen betonten die Notwendigkeit, weniger nur die Herausforderungen zu benennen als vielmehr gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dies bezieht den Dialog zwischen den Generationen mit ein. Die kritische Rolle von Vertrauen und Inklusion wurde vielfach diskutiert.
Innovationen sind nicht nur technisch
Neue Technologien und Verfahren können vieles bewirken, sind aber nur Teil eines weitaus breiter angelegten Konzepts von Innovation. Die World Water Week präsentierte ebenso Innovationen aus den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Werte und Kulturen. Es stellte sich außerdem heraus, wie lebenswichtig es ist, die Perspektive der Geschlechter einzubeziehen.
Es ist höchste Zeit, von indigenen Völkern zu lernen
Zum ersten Mal standen indigene Völker und ihr traditionelles Wissen um das Wasser im Fokus der Veranstaltung. Vertreter:innen von 20 indigenen Gruppen teilten ihre Sicht und Erfahrungen mit den Teilnehmenden. Sie führten aus, welche Verbindungen zwischen indigenem Wissen, Grundwerten wie Gegenseitigkeit, Beziehungen und Respekt und den erforderlichen Innovationen bestehen.
Junior Water Prize für einen Wasserfilter aus Abfallmaterial
Naomi Park aus Greenwich, Connecticut (USA), empfing den mit 10.000 Dollar dotieren Preis von Kronprinzessin Victoria von Schweden für die Entwicklung und Herstellung eines neuartigen Wasserfilters. Es handelt sich um einen Schwamm aus einem hochvernetzten Polymer, mit dem gleichzeitig im Meerwasser gelöstes CO2 und gelöste Schadstoffe aus Mineralölen gebunden und für eine weitere Verwendung zurückgewonnen werden können. Als Rohstoff für die Herstellung dieses wiederverwendbaren Filtermaterials setzte die Preisträgerin Styroporabfälle ein. Mit dem Multifunktionsmedium adressiert Naomi Park gleich zwei wichtige Bedrohungen für die Meere der Welt. Auf der einen Seite geraten durch viele Havarien von Schiffen immer wieder Mineralöle und Treibstoffe ins Meer, deren lösliche Anteile auch mit den typischen Skimmersystemen nicht mehr eingefangen werden. Auf der anderen Seite nehmen die Meere etwa ein Drittel des in die Luft emittierten Kohlendioxids auf, was schleichend zu einer Übersäuerung des Meerwassers führt.
Die schriftliche Ausarbeitung der Arbeit ist auf der Seite des Stockholm Water Instituts zum Download verfügbar.