Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

GeotIS-Portal und Ampelkarten für den Einstieg in die Nutzung von Erdwärme

Die Einführung der Geothermie ist ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige Wärmewende, wie wissenschaftliche Erkenntnisse betonen. Doch für Kommunen und Hausbesitzer, die sich für diese Energiequelle interessieren, kann der Einstieg herausfordernd sein.

von | 05.03.24

Im Geothermischen Informationssystem GeotIS werden mögliche geothermische Ressourcen dargestellt und mit Überblickskarten nach einem Ampelsystem aufgezeigt.
Quelle: WärmeGut

05. März 2024 ǀ Die Einführung der Geothermie ist ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige Wärmewende, wie wissenschaftliche Erkenntnisse betonen. Doch für Kommunen und Hausbesitzer, die sich für diese Energiequelle interessieren, kann der Einstieg herausfordernd sein.

Wärmewende ohne Geothermie ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht möglich. Doch für Kommunen oder Hauseigentümer, die an dieser beständigen Wärmequelle interessiert sind, stellt sich die Frage: Wo erhalten sie Erstinformationen zu den Nutzungspotenzialen und zum Einstieg in die Geothermie?

Wärmewende durch Geothermie: Ein unverzichtbarer Beitrag

Forschende des LIAG und der Georg-August-Universität Göttingen (UGOE) haben gemeinsam mit ihren Partnern eine Lösung entwickelt. Im frei zugänglichen Geothermischen Informationssystem GeotIS werden mögliche geothermische Ressourcen dargestellt und mit Überblickskarten nach einem Ampelsystem aufgezeigt, wo Erdwärmesonden zum Heizen und Kühlen von Gebäuden eingebaut werden können. Die erste Ampelkarte zu Mecklenburg-Vorpommern wurde bereits veröffentlicht, weitere sind für alle Bundesländer bis Ende des Jahres geplant.

Effiziente Erdwärmesonden für eine nachhaltige Zukunft

Erdwärmesonden sind Bohrungen, die die kontinuierlich verfügbare Erdwärme aufnehmen. Innerhalb dieser Bohrungen, die im Durchschnitt etwa 100 Meter tief sind, werden Rohr- oder Schlauchsysteme eingebaut und zementiert. Diese Systeme ermöglichen es einer Flüssigkeit, im geschlossenen Kreislauf durch das Erdreich zu zirkulieren und die Wärme aufzunehmen. Die Flüssigkeit wird dann zum Wärmetauscher in einer Wärmepumpe befördert. Durch die Wärmepumpe wird die Erdwärme von etwa 10 bis 15 Grad Celsius auf Heiztemperatur erhöht oder direkt zum Kühlen genutzt. Besonders im Winter sind diese erdgekoppelten Wärmepumpen äußerst effizient, da das Erdreich konstante Temperaturen aufweist. Im Sommer können Erdwärmesonden auch zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass Bohrungen nicht überall erlaubt sind, insbesondere nicht in Wasserschutzgebieten.

Forschungsvorhaben WärmeGut

Im Rahmen des Forschungsvorhabens WärmeGut wurde ein einheitliches Konzept zur Darstellung der Einbaumöglichkeiten von Erdwärmesonden entwickelt. Dieses Konzept bietet einen deutschlandweiten Überblick und basiert auf umfangreichen geologischen Daten, die kontinuierlich erforscht werden. Diese Daten wurden gründlich aufbereitet, analysiert und für Nicht-Experten verständlich gemacht. Die erste Ampelkarte für Mecklenburg-Vorpommern wurde bereits erstellt, und weitere Karten für alle Bundesländer sind bis zum Ende des Jahres geplant. Zusätzlich sollen in Zukunft Potenzialkarten erstellt werden, die aufzeigen, wie viel Wärmeenergie durch Erdwärmesonden aus dem Boden gewonnen werden kann.

„Mit den Ampelkarten können wir alle Menschen erreichen, die an Geothermie interessiert sind“, sagt Prof. Dr. Inga Moeck, Geothermie-Forschungsleiterin am LIAG.

So könne die Geothermie insbesondere als Mittel zum Heizen und Kühlen stärker für Gesellschaft und Politik bekannt gemacht werden, was für die kommunale Wärmewende sehr wichtig sei.

„Mit unseren aufbereiteten wissenschaftlichen Daten möchten wir die Kommunen unterstützen und Möglichkeiten aufzeigen.“ Dabei sei die Herausforderung,
dass immer komplexere Daten leicht verständlich dargestellt werden müssen. „Gute Wärmepumpen sind zudem erdgekoppelt – wo ein Einbau im Untergrund möglich ist, sollte dies umgesetzt werden. Die GeotIS-Ampelkarten bieten dafür einen Überblick“, erklärt Moeck.

Das Team aus Entwicklung und Forschung stellt das Portal auf der Fachmesse GeoTherm in Offenburg vom 29.02.24 bis 01.03.24 am Stand 223 in der Baden-Arena vor. Zukünftig werden zudem kostenfreie Webinare zu den Funktionalitäten angeboten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Extremhitze bringt Flüsse an ihre Belastungsgrenze
Extremhitze bringt Flüsse an ihre Belastungsgrenze

Die Hitzewelle im Juni 2026 hat in weiten Teilen Europas neue Temperaturrekorde aufgestellt und weitreichende Folgen für Mensch und Umwelt verursacht. Ein Forschungsteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt, wie sich die langanhaltende Hitze auf Gewässer, Energieversorgung, Infrastruktur und Gesundheit ausgewirkt hat. Besonders kritisch seien die Wechselwirkungen zwischen Niedrigwasser, steigenden Wassertemperaturen und Belastungen der Energieversorgung. Die Forschenden warnen, dass anhaltende Hitzewellen künftig zu einem wachsenden Systemrisiko für Europa werden könnten.

mehr lesen
Hitzerekord in Deutschlands Seen
Hitzerekord in Deutschlands Seen

Mit bis zu 32,7 Grad Celsius wurden im Juni 2026 so hohe Wassertemperaturen im Müggelsee gemessen wie nie zuvor. Die Folgen reichen weit über unangenehm warmes Badewasser hinaus: Sauerstoffmangel, gestresste Wasserpflanzen, sterbende Muscheln und schwindende Lebensräume für Fische zeigen, wie der Klimawandel Deutschlands Seen verändert. Forschende des IGB erklären, warum der Temperaturrekord Teil eines langfristigen Trends ist und welche ökologischen Konsequenzen drohen.

mehr lesen
Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main wählt neuen Vorstand
Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main wählt neuen Vorstand

Die Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main (WRM) hat ihren Vorstand für die neue Amtsperiode gewählt. Vorsitzende Elisabeth Jreisat wurde im Amt bestätigt, zudem rücken neue und bewährte Mitglieder in das Führungsgremium. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung des regionalen Leitungsverbunds und die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung.

mehr lesen
Aus der Katastrophe gelernt: Wie die Flut 2021 das THW verändert hat
Aus der Katastrophe gelernt: Wie die Flut 2021 das THW verändert hat

Die Flutkatastrophe im Juli 2021 markierte den größten Einsatz in der Geschichte des Technischen Hilfswerks. Fünf Jahre später zeigt sich: Die Erfahrungen aus dem monatelangen Einsatz an Ahr und Erft haben das THW nachhaltig verändert – von der Ausbildung über die Ausstattung bis hin zu neuen Einsatzmitteln.

mehr lesen
Mit moderner Technik für sauberes Trinkwasser
Mit moderner Technik für sauberes Trinkwasser

Die Wasserwerke Westfalen GmbH hat die Modernisierung ihrer Trinkwasseraufbereitung abgeschlossen. Mit der Inbetriebnahme der Weitergehenden Aufbereitungsanlage im Wasserwerk Halingen verfügen nun alle fünf Wasserwerke über zusätzliche technische Verfahrensstufen, die das bewährte naturnahe Aufbereitungskonzept ergänzen und die Versorgung langfristig absichern. Insgesamt wurden rund 160 Millionen Euro in das Projekt investiert.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03