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“Blue Transition”: nachhaltiges Wasser- und Bodenmanagement im Nordseeraum

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Autor: Hilde Lyko

“Blue Transition”: nachhaltiges Wasser- und Bodenmanagement im Nordseeraum
Moorlandschaft im Nordseeraum. Quelle: Herbert Aust, Pixabay
10.10.2022:  Das Projekt „Blue Transition“  konzentriert sich auf ein nachhaltiges Wasser- und Bodenmanagement, um die Resilienz des Nordseeraums zu stärken. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert „Blue Transition“ im Interreg Nordseeprogramm für dreieinhalb Jahre mit über 4,5 Millionen Euro. Leiter und Koordinator des Projekts ist der Geophysiker Prof. Dr. Mike Müller-Petke vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG).

Transnationales Projekt mit 16 Pilotgebieten

Die Grundwasser- und Bodenressourcen der Nordseeregion stehen durch den Klimawandel, die menschliche Nutzung und den daraus folgenden Landschaftsveränderungen unter Druck. Um die Verfügbarkeit von ausreichend hochqualitativem Wasser zu sichern, sind unverzüglich systemische Strategien erforderlich. Im Verbundprojekt “Blue Transition” sollen in 16 verschiedenen Pilotgebieten in Dänemark, den Niederlanden, Schweden, Belgien, Frankreich und Deutschland Lösungen für ein integriertes Wasser- und Bodenmanagement entwickelt und dabei auch komplexe, sich gegenseitig beeinflussender Faktoren berücksichtigt werden. Von den gewonnenen Erkenntnissen sollen Wasserverbände, Landwirte, Behörden und die Gesellschaft profitieren.

Durch veränderte Landnutzungen und integratives Management von Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen, urbanen Räumen, Mooren, Feucht- und Naturschutzgebieten sollen sowohl kurz- als auch langfristig Grundwasserressourcen nachhaltig gesichert, die künftige Verfügbarkeit von Wasser in guter Qualität gewährleistet, natürliche Lebensräume geschützt sowie zur Verringerung von CO₂-Emissionen beigetragen werden.

Einsatz von Drohnen

„Mit der Bewilligung fördert die Europäische Union ein wichtiges interdisziplinäres und länderübergreifendes Projekt, um die nachhaltige Bewirtschaftung des Nordseeraums zu sichern“, erklärt Prof. Dr. Mike Müller-Petke, der die Grundwasserforschung am LIAG leitet. „In den Pilotgebieten sollen praktische Lösungen gefunden werden. Diese zielen unter anderem auf die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen im Küstenraum, auf die Erhaltung und die Wiedervernässung von Mooren oder auf ein urbanes Wassermanagement.“ Dafür sei es wichtig, die Untergrundstrukturen sowie die Prozessvorgänge genauer und flächenhaft mit Hilfe der Geophysik unter anderem durch den Einsatz von Drohnen zu erfassen.

Kick-off im kommenden Winter

Das Konsortium besteht aus 24 Partnern aus sechs Ländern und baut auf das im Jahr 2021 abgeschlossene EU-Projekt TOPSOIL auf. In Deutschland sind neben dem LIAG (Hannover) der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (Brake), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (Hannover), der Dachverband Feldberegnung Uelzen, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg), der Geologische Dienst für Bremen an der Universität Bremen und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover) beteiligt. Das Konsortium verbindet Wissenschaft, Regierung, Industrie, Interessenvertreter und Gesellschaft, um die Umsetzung der Maßnahmen transnational und innovativ voranzutreiben und zu verbreiten. Ein Kick-off-Meeting aller Beteiligten ist im kommenden Winter geplant.

Wissenschaftlicher Kontakt
Prof. Dr. Mike Müller-Petke

Telefon: 0511 643 3253

E-Mail: Mike.Mueller-Petke@leibniz-liag.de

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