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Extreme Dürren nehmen in Mitteleuropa künftig zu

Die Häufigkeit und das Ausmaß außergewöhnlicher, aufeinanderfolgender Sommer-Dürren dürften bis zum Ende des Jahrhunderts in Mitteleuropa zunehmen, wenn die Treibhausgasemissionen nicht reduziert werden. Das zeigt eine Studie unter Leitung von Wissenschaftlern des UFZ (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung), die jetzt in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde.

von | 20.08.20

Niedrigstwasser in der Elbe in Dresden im Jahr 2018. (Quelle: André Künzelmann / UFZ)

Seit dem Frühjahr 2018 befindet sich ein großer Teil Europas inmitten einer außergewöhnlichen Dürre. Ein deutsch-tschechisches Wissenschaftlerteam unter Leitung des UFZ hat nun die beiden Dürrejahre 2018/2019 in die Reihe langfristiger globaler Klimadaten der letzten 250 Jahre eingeordnet. Dabei zeigte sich, dass es seit 1766 in Mitteleuropa keine zweijährige Sommer-Dürre dieses Ausmaßes gegeben hat. Mehr als 50 % des Ackerlandes war davon betroffen. Es ist wichtig, dass wir die Bedeutung von Dürren in aufeinander folgenden Jahren erkennen und einen ganzheitlichen Rahmen zur Modellierung des Risikos entwickeln, betont Dr. Rohini Kumar, einer der Autoren, die Relevanz der Studie.

Klimasimulationsmodelle

Um vorherzusagen, wie häufig solche Dürren in den kommenden Jahrzehnten auftreten könnten und welchen Einfluss Treibhausgasemissionen darauf haben, nutzten die Autoren Klimasimulationsmodelle. Die Auswirkungen zeigen sie anhand von drei Szenarien zukünftiger Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2100, den sogenannten Repräsentativen Konzentrationspfaden (RCPs).

Versiebenfachung von Dürreperioden

Bei der Modellierung von Klimaszenarien, die den höchsten Anstieg der Treibhausgase bis zum Jahr 2100 annehmen (RCP 8.5), prognostizieren die Autoren eine Versiebenfachung der Anzahl zweijähriger sommerlicher Dürreperioden in Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts (2051-2100). Die Projektionen legen auch nahe, dass sich die von der Dürre betroffenen Ackerflächen fast verdoppeln werden auf mehr als 40 Mio. Hektar.
Nimmt man einen moderaten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen (RCP 4.5) an, verringert sich die Zahl der zweijährigen Sommer-Dürren im Vergleich zum RCP 8.5-Szenario um fast die Hälfte und die davon betroffene Ackerfläche um 37 %, prognostizieren die Wissenschaftler.

Weniger Treibhausgas, weniger Dürren

Werden niedrige Treibhausgaskonzentrationen (RCP 2.6) angenommen, dann nimmt die erwartete Häufigkeit von zweijährigen Sommerdürren sogar um über 90 % ab. Die Zahl der dürregefährdeten Ackerflächen verringerte sich entsprechend um 60 %.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine wirksame Minderungsstrategie für die Emission von Treibhausgasen dazu beitragen könnte, das Risiko häufigerer und ausgedehnterer aufeinanderfolgender Sommer-Dürren in Mitteleuropa zu verringern.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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