Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Sauberer Phosphor 2029: Eine Initiative zur nachhaltigen Ressourcennutzung

Das Umweltbundesamt ist Teil der Initiative Sauberer Phosphor 2029.

von | 14.03.24

Klärschlamm, der als Nebenprodukt der Abwasserbehandlung in Kläranlagen entsteht, stellt eine Phosphor Quelle dar.
Quelle:Adobestock/392794585

14. März 2024 Ι Das Umweltbundesamt (UBA) ist Teil der Initiative Sauberer Phosphor 2029, die darauf abzielt, eine sichere und ökologisch nachhaltige Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm und Klärschlammasche zu fördern.

Phosphor ist von entscheidender Bedeutung als Nährstoff für Pflanzen und spielt eine unverzichtbare Rolle in der Landwirtschaft und der Sicherung der Ernährung. Trotz seiner Knappheit und teilweisen Verschmutzung durch Schadstoffe in den weltweiten Reserven an abbaufähigen Phosphaterzen ist es von wesentlicher Bedeutung, Phosphor zu recyceln und ihn wieder in den natürlichen Kreislauf einzubringen.

Klärschlamm als Quelle von Phosphor

Klärschlamm, der als Nebenprodukt der Abwasserbehandlung in Kläranlagen entsteht, stellt eine solche Quelle dar. Neben Phosphor enthält er organische Spurenstoffe und Schwermetalle, die potenziell umweltschädlich sind. Um diese Schadstoffe zu beseitigen und den Phosphor zurückzugewinnen, wird Klärschlamm zunehmend thermisch behandelt, oft durch Monoverbrennung in speziellen Anlagen. Diese Prozesse führen zur Bildung von Klärschlammasche, aus der der Phosphor zurückgewonnen werden kann.

Gemäß der novellierten Klärschlammverordnung von 2017 müssen Klärschlämme und Klärschlammaschen je nach Größe der Kläranlage ab den Jahren 2029 bzw. 2032 einer verpflichtenden Phosphorrückgewinnung unterzogen werden. Dieser Schritt soll zu einer effizienteren Nutzung der Nährstoffpotenziale führen, die Einträge von Schadstoffen in die Umwelt, insbesondere in Böden, reduzieren und die Abhängigkeit von Importen verringern.

Initiative Sauberer Phosphor 2029

Das UBA hat sich der Initiative Sauberer Phosphor 2029 angeschlossen, welche sich zum Ziel gesetzt hat, eine saubere und qualitätsgesicherte Phosphorrückgewinnung gemäß den Anforderungen der Klärschlammverordnung und des Bodenschutzes zu fördern. Die Initiative umfasst verschiedene Partner aus der Abwasserbranche, der Phosphorindustrie, der Forschung und der Politik. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die Gelsenwasser AG, die EMG Easy Mining Germany GmbH, die MSE Mobile Schlammentwässerungs GmbH, die PTC-Parforce-Technology Cooperation GmbH, die Parforce Engineering und Consulting GmbH, die KSR Klärschlammrecycling Bitterfeld-Wolfen GmbH, die Phosphorgewinnung Schkopau GmbH, die Ragn-Sellsföretagen AB, Fels Vertriebs und Service GmbH & Co. KG, die BioSolid GmbH sowie die Remondis TetraPhos GmbH. Die Initiative hat Leitsätze entwickelt, die eine umfassende Schwermetall-Entfrachtung, nachhaltige Lieferketten und die Herstellung von sauberen, hochwertigen und marktfähigen Phosphorprodukten einschließen.

Das UBA unterstreicht mit seiner Mitgliedschaft die Bedeutung sauberer und effizienter Phosphorrückgewinnungsverfahren, um eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft im Bereich der Daseinsvorsorge zu erreichen.

„Abwasser und Klärschlamm enthalten relevante Phosphoranteile“, sagte Bettina Rechenberg, Fachbereichsleiterin Nachhaltige Produktion und Produkte, Kreislaufwirtschaft im UBA. „Angesichts weltweit begrenzter Reserven an abbauwürdigen Phosphaterzen kommt der Rückgewinnung des essenziellen Pflanzennährstoffes Phosphor und einer damit verbundenen Kreislaufschließung im Sinne nachhaltiger Ressourcennutzung und -schonung eine große Bedeutung zu. Das Umweltbundesamt setzt sich für ein hochwertiges Recycling von Phosphor ein.“

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen
Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen

Ein Forschungsteam der ETH Zürich hat ein neues KI-Modell entwickelt, das Zusammenhänge zwischen Atmosphäre, Landoberfläche und Wasserkreislauf analysieren kann. Das sogenannte „Earth System Foundation Model“ soll dabei helfen, Wetterextreme wie Stürme oder Dürren besser zu verstehen und vorherzusagen. Die KI kann zudem fehlende Daten ergänzen und unterschiedliche Umwelt- und Wetterdaten gemeinsam auswerten. Getestet wurde das Modell unter anderem am Supertaifun Doksuri, dessen Entwicklung und Ausbreitung die KI mit hoher Genauigkeit rekonstruieren konnte.

mehr lesen
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze

Große Solarparks könnten in trockenen Regionen künftig nicht nur Strom erzeugen, sondern auch das lokale Klima beeinflussen. Forschende der Universität Hohenheim untersuchen, ob sich durch riesige Solaranlagen und künstlich angelegte Dünen mehr Niederschlag in Wüstengebieten erzeugen lässt. Hintergrund ist, dass dunkle Flächen Sonnenwärme aufnehmen und dadurch Luftströmungen verändern können. Langfristig könnte dieser Ansatz helfen, extrem trockene Regionen teilweise wieder fruchtbarer zu machen.

mehr lesen
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser

Nitratdünger steigert Ernten, belastet aber das Trinkwasser. Forschende der Universität des Saarlandes und der Universität Graz entwickeln nun eine Membran, die Nitrat nicht nur filtert, sondern möglichst zu harmlosem Stickstoff umwandelt.

mehr lesen
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau

Die Emschergenossenschaft treibt zentrale Projekte zur Klimafolgenanpassung im Ruhrgebiet weiter voran. Im Fokus stehen der Ausbau des Hochwasserschutzes sowie die ökologische Verbesserung von Gewässern wie dem Hörder Bach oder der Aspelflötte. Dafür plant der Wasserwirtschaftsverband jährliche Investitionen von rund 300 Millionen Euro. Aktuelle Maßnahmen reichen von der Sanierung der Emscher-Deiche bis hin zu umfangreichen Renaturierungsprojekten in Dortmund und Bottrop

mehr lesen
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“

Die Wasserversorgung steht längst mitten im digitalen Umbruch – doch je stärker Systeme, Daten und Prozesse vernetzt werden, desto größer werden auch die Angriffsflächen. Dr.-Ing. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser, spricht im Interview über Cyberbedrohungen, Datensouveränität, die Rolle von KI als Entscheidungshilfe und die Frage, wie sich Versorgungssicherheit in einer zunehmend fragilen Welt realistisch organisieren lässt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Weber-Ingenieure GmbH

Themen: Abwasserbehandlung | Netze

Abwasserbehandlung, Baumanagement, Infrastruktur und Stadtentwässerung, Ingenieurbau, Konversion und Abfall, Technische Ausrüstung, Wasserbau,

SUMA Rührtechnik GmbH

Thema: Abwasserbehandlung

Seit 1957 entwickelt und produziert SUMA Rührwerke für eine Vielzahl von Anwendungen und Branchen. Aufbauend auf unseren Wurzeln im Agrarsektor haben wir uns zu einem Anbieter von Rührtechnik für den Wasser- und Abwasserbereich, Biogas und viele weitere Industriebereiche entwickelt. In den

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03