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Mit Kunst für eine versöhnte Gesellschaft

In Zusammenarbeit mit dem Künstler Jonas Hohnke realisierten Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) am Gebäude ihrer Hauptverwaltung in Essen das Kunstwerk „pond of view“, das für eine Gesellschaft des Miteinanders plädiert.

von | 07.03.23

7. März 2023 | In Zusammenarbeit mit dem Künstler Jonas Hohnke realisierten Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) am Gebäude ihrer Hauptverwaltung in Essen das Kunstwerk „pond of view“, das für eine Gesellschaft des Miteinanders plädiert.

„Eine emanzipierte Gesellschaft jedoch wäre die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen, ohne Angst verschieden zu sein.“

So lautet der Text, der die Metallfläche rahmt, die nun am Gebäude des Emscher-Hauses, der Hauptverwaltung von EGLV an der Kronprinzenstraße 24 in Essen, installiert wurde. Bei der 210 x 330 x 10 cm großen Edelstahl-Konstruktion, die den Titel „pond of view“ trägt, handelt es sich um ein Kunstwerk des Wuppertaler Künstlers Jonas Hohnke (*1983), das EGLV im Rahmen der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte der Verbände in Auftrag gegeben haben.

„Mit pond of view wollen wir unsere Gedenkarbeit künstlerisch reflektieren und gleichzeitig auch anderen die Möglichkeit geben, daran teilzuhaben, indem das Kunstwerk im öffentlichen Raum installiert wird. Außerdem spiegeln sich in Adornos Idee der versöhnten Gesellschaft die Werte des Haues wider und damit möchten wir auch ein Statement setzen“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband.

Die Arbeit, die von Agnes Sawer (Kuratorische Leitung bei EGLV) kuratiert wurde, besteht aus zwei Teilen: einer spiegelnden Oberfläche und einem stark verkürzten Zitat aus der Schrift „Minima Moralia“ (1951) des Soziologen und Philosophen Theodor W. Adorno (1903-1969), das in Zusammenarbeit mit EGLV entwickelt und in Jonas Hohnkes Arbeit buchstäblich auf den Kopf gestellt wurde. Lesbar ist der Schriftzug, der für eine versöhnte Gesellschaft plädiert, nur, wenn man in den Spiegel schaut und sich auf diese Weise zu Adornos Gedanken und der Umgebung, die in der metallischen Oberfläche erscheint, ins Verhältnis setzt.

Der Titel der Arbeit – „pond of view“ – greift den Aspekt des Standpunkt-Beziehens auf, indem hier auf den englischen Begriff „point of view“ (Standpunkt) angespielt wird. In einem Wortspiel macht Hohnke allerdings aus dem „Punkt“ einen „Teich“ (pond) und stellt auf diese Weise einen Bezug zu der Metallplatte her, die aufgrund ihrer spiegelnden Wirkung einer Wasseroberfläche gleicht. Der Fokus wird dadurch auf den Spiegel gelenkt, der hier als Medium der Selbst- und Welterkenntnis verwendet wird.

Das Alltägliche neu betrachten

Neben der Treppe des Haupteingangs am Emscher-Haus platziert, ist „pond of view“ im Alltäglichen verankert, wie die meisten Arbeiten des Künstlers, die gewöhnliche Situationen in den Mittelpunkt rücken. So hat Hohnke beispielsweise in seinem Werk „starting point (mur brut 13)“, Kunsthalle Düsseldorf (2019), die Geräusche einer Düsseldorfer Tiefgarage visualisiert und mit den Markierungen des Parkdecks verbunden. Hohnkes Arbeiten regen dazu an, gewöhnliche Orte ganz neu zu betrachten und die Wahrnehmung der Menschen für das Unscheinbare zu schärfen.

Jonas Hohnke hat an der Kunstakademie in Münster studiert. Stipendien führten ihn unter anderem nach Paris und Wien. Im vergangenen Jahr gewannen er und Filiz Özcelik den 76. Internationalen Bergischen Kunstpreis. Zuletzt waren Hohnkes Arbeiten im Museum Schloss Moyland, im Kunstmuseum Goch und im Kunstmuseum Bochum zu sehen und wurden unter anderem in die Sammlung des Kunsthauses NRW in Kornelimünster und in den Bestand des Kunstmuseums Solingen aufgenommen.

„pond of view“ befindet sich an der Kronprinzenstraße 24 in Essen und kann jederzeit besichtigt werden. Die Installation wird abends illuminiert. Aufgrund der aktuellen Energiesparregeln ist die Beleuchtung derzeit jedoch ausgeschaltet.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Das Adorno-Zitat wird erst lesbar, wenn man in den Spiegel schaut. Bild: EGLV/Klaus Baumers

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