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Fortschritte beim Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur und Hochwasserinformationen

Zwei Jahre nach der Unwetterkatastrophe  im Juli 2021 zieht die Landesregierung eine positive Bilanz hinsichtlich des Wiederaufbaus der Verkehrsinfrastruktur und der Verbesserung der Hochwasserinformation. Besonders der Hochwasserschutz hat eine deutliche personelle Aufwertung erfahren und das Pegelnetz wurde weiter ausgebaut. Mit einer Investition von 120 Millionen Euro konnten zudem Straßen, Brücken und Tunnel wiederaufgebaut und saniert werden.

von | 14.07.23

Um rechtzeitig auf drohendes Hochwasser reagieren zu können, sind Informationen über die aktuellen Wasserstände und deren Entwicklung ein wichtiges Instrument.
Quelle: Pixabay/Hans

14. Juli 2023 | Zwei Jahre nach der Unwetterkatastrophe  im Juli 2021 zieht die Landesregierung eine positive Bilanz hinsichtlich des Wiederaufbaus der Verkehrsinfrastruktur und der Verbesserung der Hochwasserinformation. Besonders der Hochwasserschutz hat eine deutliche personelle Aufwertung erfahren und das Pegelnetz wurde weiter ausgebaut. Mit einer Investition von 120 Millionen Euro konnten zudem Straßen, Brücken und Tunnel wiederaufgebaut und saniert werden.

“Das Hochwasser und die Sturzfluten vor zwei Jahren brachten die größte Naturkatastrophe in Nordrhein-Westfalen der letzten Jahrzehnte mit sich”, sagte Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer im Vorfeld des Jahrestages. “Das menschliche Leid und die enormen materiellen Schäden, die die Starkregenereignisse und massiven Überschwemmungen angerichtet haben, müssen uns Mahnung und Auftrag zugleich sein.”

Auswirkungen der Katastrophe sind weiterhin sichtbar

Die Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe sind weiterhin sichtbar, jedoch wurden auch Erfolge bei der Beseitigung der Flutschäden erzielt.

Minister Krischer zog eine Bilanz des Wiederaufbaus der Verkehrsinfrastruktur und der Weiterentwicklung des Hochwasserrisikomanagements: “Der Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur in der Zuständigkeit des Landes ist fast abgeschlossen, beim Schienenverkehr sind wir auf einem guten Weg. Und bei der Umsetzung des 10-Punkte-Arbeitsplans zum Hochwasserschutz haben wir wichtige Aufgaben erledigt.”

In den letzten zwei Jahren wurden allein für die Beseitigung der Schäden an Bundes- und Landesstraßen, Brücken und Tunneln gut 120 Millionen Euro investiert.

Bei den Unwettern Mitte Juli 2021 kamen 49 Menschen in Nordrhein-Westfalen ums Leben. Das Sturmtief “Bernd” zerstörte zwischen dem 13. und 15. Juli 2021 große Gebiete in den südlichen Teilen des Landes, insbesondere in der nördlichen Eifel und im Bergischen Land. Die Überschwemmungen übertrafen die bisherigen Erfahrungswerte in vielen Bereichen. An den Gewässern Ruhr, Wupper, Sieg, Agger, Erft und Eifel-Rur sowie ihren Nebenflüssen erreichten die Wasserstände oft historisch hohe Werte und teilweise deutlich über den bisherigen Rekordhöhen. Die Sachschäden an Infrastruktur und Gebäuden durch die Sturzfluten und massiven Überschwemmungen sind in Milliardenhöhe. Im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) wurden allein 116 Bauwerke wie Brücken, Lärmschutzwände und Stützwände sowie zwei Tunnel erheblich beschädigt. 15 der Brücken mussten komplett ersetzt werden. Darüber hinaus kam es zu 91 Erdrutschen und zahlreichen Fahrbahnschäden. Nach den Starkregenereignissen mussten insgesamt 220 Straßensperrungen auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in der Zuständigkeit von Straßen.NRW eingerichtet werden. Zudem wurden zahlreiche Bahnstrecken unterspült.

Großteil der Straßeninfrastruktur wiederaufgebaut

NRW hat mittlerweile einen Großteil der Straßeninfrastruktur nach der Hochwasserkatastrophe wiederaufgebaut. Bis auf zwei Straßensperrungen konnten alle beschädigten Straßen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die gesperrte L924 zwischen Velbert-Nierenhof und Wuppertal soll Mitte Juli 2023 wieder für den Verkehr geöffnet werden. Die Fertigstellung der Rurbrücke auf der L136 in Jülich ist für das Frühjahr 2024 geplant, wodurch alle Schäden vollständig behoben sein werden.

“Dank erheblicher Erleichterungen der Landesregierung in den Vergabeverfahren war es möglich, schnell und unbürokratisch zu handeln”, sagte Dr. Petra Beckefeld, Technische Direktorin und Sprecherin des Direktoriums von Straßen.NRW.  “Zusätzlich führte der Einsatz innovativer Brückenbauverfahren noch einmal zu erheblichen Zeiteinsparungen.”

Insbesondere im Hinblick auf den Wiederaufbau der Brücken hat Straßen. NRW Maßnahmen ergriffen, um mögliche Schäden bei zukünftigen Hochwasserereignissen zu verhindern. Aus diesem Grund wurden die neuen Brücken entweder mit massiven Bohrpfählen oder mit Spundwandkästen gebaut, um langfristigen Schutz vor Ausspülungen zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden die neuen Uferbefestigungen mit Steinschüttung oder Steinmatten versehen, so dass eventuelle Unterspülungen der Brücken bei erneutem Hochwasser schneller erkannt werden können.

Die meisten Bahnstrecken sind wieder befahrbar

In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Strecken, Bahnhöfe und Anlagen zerstört. Über 1500 Stellen im Schienennetz waren von Sperrungen und Einschränkungen im Güter- und Personenverkehr betroffen. Bereits kurze Zeit nach der Unwetterkatastrophe konnte die wichtige Güterverbindung nach Belgien und zum Hafen Antwerpen in Nordrhein-Westfalen wiederhergestellt werden. Inzwischen sind laut der Deutschen Bahn die meisten der betroffenen Strecken wieder befahrbar.

Auch beim Wiederaufbau der Eifelstrecke in Nordrhein-Westfalen wurden bedeutende Fortschritte erzielt und einzelne Streckenabschnitte konnten wieder freigegeben werden. Seit August 2022 arbeitet die Deutsche Bahn auch daran, die Erfttalbahn (RB 23) zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel wiederherzustellen. Bis Ende 2023 soll dieser 14 Kilometer lange Abschnitt wieder befahrbar sein. Auch die Volmebrücke auf dem Streckenabschnitt der Volmetalbahn wird bis zum Ende des Jahres wiederhergestellt sein, was gleichzeitig das Ende des Schienenersatzverkehrs zwischen Rummenohl und Lüdenscheid bedeutet. Noch in diesem Jahr ist außerdem mit dem Baubeginn eines beschädigten Abschnitts der Eschweiler Talbahn zu rechnen. Dort muss eine Stützwand zwischen Eschweiler West und Stolberg abgetragen und neu aufgebaut werden.

Fortschritt bei der Weiterentwicklung des Hochwasserrisikomanagement wird als positiv bewertet

Minister Krischer beurteilt den Fortschritt der Landesregierung bei der Weiterentwicklung des Hochwasserrisikomanagements als positiv. Insbesondere im Rahmen der Umsetzung des 10-Punkte-Arbeitsplans konnte mit dem Nachtragshaushalt 2022 die Schaffung von über 100 neuen Stellen in der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes realisiert werden. Davon entfallen 31 Stellen ausschließlich auf das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Diese Stellen werden vor allem für die Bereiche Hochwasservorhersage und Hochwasserinformationsdienst eingesetzt.

“Um rechtzeitig auf drohendes Hochwasser reagieren zu können, sind Informationen über die aktuellen Wasserstände und deren Entwicklung ein wichtiges Instrument. Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 hat uns dies eindrucksvoll vor Augen geführt”, erklärte Minister Krischer. “Unser Ziel ist es, das bestehende Pegelmessnetz auszubauen und zu optimieren. Ein modernes Pegelmessnetz mit einer ausreichenden Anzahl von Messstellen ist dabei einer der wichtigsten Bausteine für eine frühzeitige Hochwasserinformation und verbesserte Hochwasservorhersage. Hierdurch soll die Bevölkerung besser und frühzeitiger vor Hochwasserereignissen gewarnt werden.”

Mittlerweile sind 25 neue Standorte für den Bau von LANUV-Pegeln zur Warnung vor Hochwasser in Nordrhein-Westfalen ermittelt worden. Die weiteren Schritte für den Bau der Pegel wurden bereits angestoßen.

Neben einer Verbesserung der Hochwasserinformation (Hochwasservorhersage und Pegelinformationen) als Grundlage für die rechtzeitige Warnung lassen sich wesentliche Verbesserungen durch eine Anpassung der Meldewege und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Katastrophenschutz erreichen. Als Ergebnis wurden etwa die Meldewege durch den gemeinsamen Runderlass des MUNV und des Ministeriums des Innern zur Verteilung der Hydrologischen Lageberichte bereits verkürzt sowie eine effizientere Verteilung sichergestellt.

Während der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 wurden in Nordrhein-Westfalen auch 21 gewässerkundliche Pegel und 16 Hochwassermeldepegel zerstört. Alle Hochwassermeldepegel waren innerhalb weniger Wochen nach dem Ereignis wieder für die Datenerfassung und -übertragung funktionstüchtig.

Konsequente Umsetzung überregionaler Hochwasserschutzkonzepte

Als Reaktion auf die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 prüft das Ministerium alle Aspekte des Hochwasserrisikomanagements auf seine Aktualität. Dazu gehört neben der Frage der Funktionalität der Hochwasserschutzanlagen, allen voran der Deiche, auch die Frage, ob die Kulisse der Gewässer mit einem signifikanten Hochwasserrisiko erweitert werden muss sowie, ob und in welcher räumlichen Ausdehnung Überschwemmungsgebiete neu festgesetzt werden müssen. Denn in Nordrhein-Westfalen ist auf einer Länge von rund 6000 Kilometern an 438 Gewässern ein signifikantes Hochwasserrisiko festgestellt worden. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes vor Ort soll durch die Erstellung und konsequente Umsetzung überregionaler Hochwasserschutzkonzepte ein risikobasiertes und ganzheitliches Hochwasserrisikomanagement realisiert werden. Neben einer geeigneten Hochwasserinformation können unter anderem Maßnahmen des natürlichen Wasserrückhalts, einer veränderten Flächennutzung vor Ort und auch Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes dabei helfen, die Menschen in Nordrhein-Westfalen vor Hochwasser zu schützen.

“Das Juli-Hochwasser von 2021 und die Beschädigung des Emscher-Deiches in Dinslaken durch das Unwetter im Juni 2023 haben einmal mehr gezeigt, dass wir unser Augenmerk auch auf die Deichanlagen und deren Funktionsfähigkeit legen müssen. Diese Untersuchung läuft bereits und ich erwarte zeitnah erste Ergebnisse”, sagte Minister Krischer.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erwartet, dass durch den fortschreitenden Klimawandel meteorologischen Extremereignisse zukünftig häufiger auftreten.

“Unser aktueller Klimabericht zeigt sehr deutlich: Der Klimawandel hinterlässt auch in Nordrhein-Westfalen deutliche Spuren – und das in allen Umwelt-, Wirtschafts- und Lebensbereichen. Wetterextreme werden häufiger und intensiver. Die Dürrejahre 2018 bis 2020, viele einzelne Starkregenereignisse bis hin zur Flutkatastrophe unterstreichen die Tendenz”, sagte Dr. Barbara Köllner, Vizepräsidentin des LANUV.

Seit dem Beobachtungsbeginn im Jahr 1881 stieg die Jahresmitteltemperatur Nordrhein-Westfalens bereits um 1,7 Grad Celsius (°C). Im vorigen Jahr gab es einen neuen Rekord bei der Jahresmitteltemperatur mit 11,2 Grad Celsius (°C).

“Die Klimakrise trifft uns mit voller Wucht, und die Folgen der globalen Erwärmung werden immer mehr zur Belastung für Mensch, Umwelt und Infrastruktur”, sagte Minister Krischer. “Wir brauchen deshalb einen ambitionierten Klimaschutz und eine engagierte Klimaanpassung – der Hochwasserschutz spielt dabei eine entscheidende Rolle.”

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