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Dresdens neuer Industriesammler Nord: Eine Lösung für steigendes Industrieabwasser?

Am 20. Juli 2023 begann die Stadtentwässerung Dresden (SEDD) offiziell mit dem Bau des sogenannten Industriesammlers Nord. Die Feierlichkeiten fanden in Anwesenheit der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen sowie der beiden SEDD-Geschäftsführer Gunda Röstel und Ralf Strothteicher statt. Der symbolische erste Spatenstich wurde 200 Meter vor der Kläranlage Dresden-Kaditz gesetzt, wo der neue Kanal in der Scharfenberger Straße in den vorhandenen Neustädter Abfangkanal mündet.

von | 27.07.23

Torsten Seiler (Leiter Investitionen SEDD), Eva Jähnigen (Dresdner Umweltbürgermeisterin), Gunda Röstel (Kaufmännische Geschäftsführerin SEDD), , Ralf Strothteicher (Technischer Geschäftsführer SEDD)
Quelle: Stadtentwässerung Dresden GmbH

27. Juli 2023 Ι Am 20. Juli 2023 begann die Stadtentwässerung Dresden (SEDD) offiziell mit dem Bau des sogenannten Industriesammlers Nord. Die Feierlichkeiten fanden in Anwesenheit der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen sowie der beiden SEDD-Geschäftsführer Gunda Röstel und Ralf Strothteicher statt. Der symbolische erste Spatenstich wurde 200 Meter vor der Kläranlage Dresden-Kaditz gesetzt, wo der neue Kanal in der Scharfenberger Straße in den vorhandenen Neustädter Abfangkanal mündet.

Aufgrund der großen Industrieansiedlungen im Norden von Dresden sind die Abwassermengen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Im Jahr 2018 leitete die Industrie noch knapp sieben Millionen Kubikmeter Abwasser ein.

“Im vergangenen Jahr waren es bereits 10,2 Millionen Kubikmeter, was einem Fünftel des Dresdner Abwassers entspricht, das wir in Kaditz behandeln”, erklärt Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der SEDD.

Das vorhandene Kanalnetz wäre überlastet

Die Halbleiterindustrie wächst weiterhin. Die Werke von Globalfoundries, Infineon, Bosch und X-Fab leiten bereits jetzt 93 Prozent des Dresdner Industrieabwassers ein. Zum Vergleich: Die Abwassermenge aus der Chipindustrie entspricht der von 250.000 Einwohnern. Infineon baut seit diesem Jahr seinen Standort an der Königsbrücker Straße in Dresden mit seinen bisher rund 3.200 Mitarbeitern weiter aus. An der Südostecke entsteht bis 2026 ein Neubau für rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze.

„Damit wäre das vorhandene Kanalnetz überlastet“, erläutert Strothteicher.

Deshalb baut die Stadtentwässerung den rund zehn Kilometer langen Industriesammler Nord. Mit dem rund 70 Millionen Euro teuren Großprojekt sollen das rechtselbische Kanalnetz entlastet und die Möglichkeiten für die weitere industrielle Entwicklung geschaffen werden.

Dritter großer Abfangkanal in Dresden geplant

In Zukunft wird das Abwasser direkt von den Gewerbegebieten zur Kläranlage transportiert. Dadurch entsteht neben dem Altstädter und Neustädter ein dritter großer Abfangkanal in Dresden. Bisher flossen diese Abwässer zum Neustädter Abfangkanal und dann zum Kaditzer Klärwerk. Der neue Kanal beginnt im Gewerbegebiet von Infineon an der Königsbrücker Straße, führt dann über den Heller bis zum A4-Anschluss Wilder Mann. In diesem Bereich ist der Anschluss aus dem Gewerbegebiet Wilschdorf mit Globalfoundries geplant. Der neue Industriesammler verläuft dann weiter entlang der Autobahn bis zum Klärwerk Kaditz.

Der Bau des neuen Industriekanals hat begonnen. Der erste Abschnitt, der zwei Kilometer lang ist, führt vom Klärwerk durch die Flutrinne bis zum Kaditzer Riegelplatz in der Nähe des Autobahnanschlusses Dresden-Neustadt. Der Bau in diesem Bereich wird bis Anfang 2026 dauern. Die Arbeiten in den weiteren Abschnitten zwischen dem Riegelplatz und dem Infineon-Standort an der Königsbrücker Straße beginnen im Frühjahr 2024 und werden weitgehend parallel verlaufen.

Fertigstellung spätestens 2027

Der Industriesammler wird zur Hälfte in offener und zur Hälfte in geschlossener Bauweise hergestellt. Bei der geschlossenen Bauweise werden die bis zu 1,6 Meter dicken und zwei Meter langen Stahlbetonrohre mit Hydraulikpressen durch die Erde gedrückt. Die Bauabschnitte in dieser geschlossenen Bauweise sind zwischen 300 und 700 Meter lang. Nur die bis zu 14 Meter tiefen Start- und Zielgruben für den Rohrvortrieb sind sichtbar. Die tonnenschweren Rohrteile werden per Kran in die Startgruben gehoben, wo dann die Hydraulikpressen zum Einsatz kommen. Mit 2,5 Kilometern ist der Abschnitt in der Dresdner Heide zwischen Radeburger und Königsbrücker Straße die längste Strecke mit unterirdischem Rohrvortrieb. Nur an der Neuländer Straße, am anschließenden Diebweg hinter dem ehemaligen Standort des Druck- und Verlagshauses am Heller und im Bereich von Infineon an der Königsbrücker Straße, wo eine 80 Zentimeter starke Röhre geplant ist, muss der Untergrund beim Kanalbau aufgebaggert werden. Laut Strothteicher wird spätestens 2027 der neue Industriesammler fertiggestellt werden.

Eva Jähnigen, Beigeordnete für Umwelt und Klima, Recht und Ordnung, weist auf einen weiteren Aspekt hin. „Ich freue mich über die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Dresden. Der hohe Anteil von industriellem Abwasser an der Gesamtmenge hat den Vorteil, dass die Abwassergebühren für die Allgemeinheit stabil gehalten werden können. Dieser Effekt kommt direkt den Dresdnerinnen und Dresdnern zugute.“

Technische Daten:

  • Kosten insgesamt: 70 Mio. Euro
  • Bauzeit 2023 bis 2027
  • Gesamtlänge: 10,1 km
  • davon 5.150 m im Rohrvortrieb
  • Dimensionen: DN 600 bis DN 1.600
  • 16 Sonderbauwerke und 36 Schächte
  • Tiefenlage bis max. 14,6 m unter Gelände
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