Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Klimaforscherin und Holzbau-Pionierin erhalten Deutschen Umweltpreis

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Klimaforscherin Prof. Dr. Friederike Otto und Holzbau-Pionierin Dipl.-Ing. Dagmar Fritz-Kramer zum diesjährigen Deutschen Umweltpreis gratuliert und betont, dass der Kampf gegen den Klimawandel weiterhin eine hohe Priorität haben muss.

von | 02.11.23

Große Bühne: In einem feierlichen Festakt hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück heute (Sonntag) den diesjährigen Deutschen Umweltpreis in Höhe von gesamt 500.000 Euro in Lübeck vergeben.
Quelle: DBU/Peter Himsel

03. November 2023 ǀ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Klimaforscherin Prof. Dr. Friederike Otto und Holzbau-Pionierin Dipl.-Ing. Dagmar Fritz-Kramer zum diesjährigen Deutschen Umweltpreis gratuliert und betont, dass der Kampf gegen den Klimawandel weiterhin eine hohe Priorität haben muss.

In Lübeck gratulierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heute der Klimaforscherin Prof. Dr. Friederike Otto und der Holzbau-Pionierin Dipl.-Ing. Dagmar Fritz-Kramer „aus ganzem Herzen“ zum diesjährigen Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In seiner Rede beim Festakt betonte er, dass die Auszeichnung gleichzeitig „eine erneute Mahnung und Aufforderung an uns alle“ sei. Er forderte, dass „wir uns, unsere Gewohnheiten und unsere Lebensweise noch in vielem ändern müssen, um der großen Herausforderung des Klimawandels gerecht zu werden“.

Steinmeier und Bonde: Aufruf zum Handeln gegen den Klimawandel

Steinmeiers Forderung: „Der Kampf gegen den Klimawandel darf nicht von seinem Platz ganz oben auf der politischen Prioritätenliste verdrängt werden“ – auch wenn nun „neue Bedrängnisse im Osten Europas oder im Nahen Osten“ hinzugekommen seien. In den kommenden Jahren werde zwar „eine enorme Kraftanstrengung“ erforderlich sein. „Aber die gute Nachricht ist: Wir haben es selber in der Hand – wir alle, jede und jeder Einzelne in unserem Alltag“, sagte das Staatsoberhaupt.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sprach darüber, wie wichtig es ist, den vielen Krisen der Zeit zu trotzen und nicht in Verzweiflung zu geraten.

Er sagte: „Denn Panik ist ein schlechter Motor für Veränderung“.

Wie Steinmeier forderte auch Bonde zum Handeln auf und betonte, dass „wir diese Krisen lösen und bekämpfen können – nicht mit einem ,Weiter so‘ wie bisher, sondern für eine Kurskorrektur mit aller Kraft und Energie“. Steinmeier wies darauf hin, dass „die Länder der Welt“ auf der bald in Dubai beginnenden 28. Weltklimakonferenz „in der Pflicht stehen, mit ambitionierten Maßnahmen alles Menschenmögliche zu unternehmen, um der menschlichen Zivilisation inklusive Flora und Fauna im besten Sinn des Wortes Luft zum Atmen zu verschaffen.“

Zwei außergewöhnliche Frauen im Kampf gegen den Klimawandel: Prof. Dr. Friederike Otto und Dipl.-Ing. Dagmar Fritz-Kramer

In seiner Rede bei einem Festakt würdigte Bundespräsident Steinmeier Friederike Otto und Dagmar Fritz-Kramer als „zwei außergewöhnliche Frauen“, die sich jeweils auf einzigartige Weise „mit Engagement und Überzeugung“ dem Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels widmen. Er beschrieb Fritz-Kramer als jemanden, der durch „Ausprobieren und Erfahrung immer noch klüger macht“, und bezeichnete Otto als eine Art „Klima-Profilerin“, die die Rolle des Klimawandels bei Extremwetterereignissen untersucht.

Friederike Otto, eine Klimawissenschaftlerin am Imperial College London, hat sich durch ihre bahnbrechenden Forschungsarbeiten in der sogenannten Zuordnungswissenschaft einen Namen gemacht. Diese Disziplin, auch Attributionsforschung genannt, untersucht den Einfluss des Klimawandels auf das Wetter. Otto hat 2015 die Initiative World-Weather-Attribution (WWA) mitbegründet und maßgeblich an der Entwicklung des Verfahrens zur Attribution extremer Wetterereignisse zum menschengemachten Klimawandel mitgewirkt.

Dagmar Fritz-Kramer leitet den in vierter Generation geführten Allgäuer Familienbetrieb Bau-Fritz GmbH & Co. KG. Das Unternehmen ist auf den Fertigholzbau spezialisiert. Holz wird als hervorragender Klimaschützer angesehen, da es große Mengen Kohlenstoff speichert und so die Bildung von klimaschädlichem Kohlendioxid verhindert. Der Gebäudesektor spielt bereits jetzt eine Schlüsselrolle auf dem Weg Deutschlands zur Klimaneutralität bis 2045: Er ist für etwa 40 Prozent der jährlichen Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) in Deutschland verantwortlich.

Steinmeier würdigt nachhaltige Baupraktiken und innovative Klimaforschung

Steinmeier machte auf ein dringendes Problem im Bausektor aufmerksam: Es gebe mittlerweile weniger Sand „wie Sand am Meer“, hauptsächlich aufgrund des hohen Verbrauchs für Beton und andere traditionelle Baumaterialien.

Er betonte: „Wir haben unsere Behausungen und Städte auf Sand gebaut und können das nicht endlos fortsetzen.“

Fritz-Kramer hat mit ihrem Unternehmen nicht nur ökologisch nachhaltige und ästhetisch ansprechende Fertighäuser und Bausysteme entwickelt, sondern bietet auch Recycling an. Steinmeier bezeichnete dies als „Kreislaufwirtschaft pur“.

Er lobte Holz als einen wunderbaren Rohstoff und fügte hinzu, dass er das als „Sohn eines Tischlers“ sagen dürfe. Friederike Otto hat sich durch ihre Arbeit mit dem WWA-Team, das Echtzeit-Informationen über die Zusammenhänge von Klimawandel und Extremwetter liefert, große Anerkennung erworben. Sie hilft dabei, „den häufig in die Welt gesetzten Fake News über aktuelle Wetterphänomene überprüfbare wissenschaftliche Fakten entgegenzusetzen“, so Steinmeier. Zudem ermöglicht Ottos Arbeit Vorhersagen darüber, wo aufgrund des Klimawandels Extremwetter droht, und ermöglicht dadurch Präventions- und Vorbeugungsmaßnahmen, die laut Steinmeier „Menschenleben retten können“.

Weitere Informationen

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neuer Forschungseinsatz für die Polarstern
Neuer Forschungseinsatz für die Polarstern

Mit dem Auslaufen des Forschungsschiffes Polarstern aus Punta Arenas (Chile) begann am 6. Februar die internationale Expedition „Summer Weddell Sea Outflow Study“ (SWOS). Bis Anfang April untersucht ein multidisziplinäres internationales Forschungsteam den nordwestlichen Teil des Weddellmeeres – ein Gebiet von zentraler Bedeutung für das globale Klima- und Ozeansystem, das wegen schwieriger Eisbedingungen jedoch ausschließlich von Forschungseisbrechern wie der Polarstern vor Ort erkundet werden kann.

mehr lesen
7. Fachtagung Weseler Wasser Wissen 2026
7. Fachtagung Weseler Wasser Wissen 2026

Am 29. Januar 2026 fand im Welcome Hotel Wesel die 7. Fachtagung „Weseler Wasser Wissen“ statt. Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus etwa 60 kleinen und großen Wasserversorgungsunternehmen folgten der Einladung und machten die Veranstaltung erneut zu einem wichtigen Treffpunkt der regionalen und überregionalen Wasserwirtschaft. Die Organisatoren – Stadtwerke Wesel GmbH, m. hübers GmbH und PLASSON GmbH aus Wesel – zeigten sich sehr erfreut über den großen Zuspruch und den intensiven fachlichen Austausch.

mehr lesen
Erfolgreiche Premiere für die IFAT Saudi Arabia
Erfolgreiche Premiere für die IFAT Saudi Arabia

Vom 26. bis 28. Januar 2026 versammelte die erste Ausgabe der IFAT Saudi Arabia im Riyadh Front Exhibition & Conference Center hochrangige politische Vertreter sowie führende Akteure aus Abfallwirtschaft, Recycling, Wasser- und Abwassertechnik und nachhaltigen Umweltlösungen.

mehr lesen
UN-Ziel eines weltweiten Biodiversittsschutzes bis 2030 gefährdet
UN-Ziel eines weltweiten Biodiversittsschutzes bis 2030 gefährdet

Bis 2030 die Risiken von Pestiziden, die in der Landwirtschaft ausgebracht werden, um 50 Prozent zu reduzieren, das hatten sich die Länder der Erde 2022 auf der 15. UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) in Kanada zum Ziel gesetzt. Ein Forschungsteam der RPTU Kaiserslautern-Landau hat die Entwicklung der Giftigkeit von den in der Landwirtschaft angewendeten Pestiziden mit einem neuen Verfahren analysiert und nachgewiesen, dass diese UN-Zielerreichung gefährdet ist.

mehr lesen
Neu entdeckte Käferschnecke erhält Namen
Neu entdeckte Käferschnecke erhält Namen

Im Rahmen einer Social-Media-Aktion haben die Senckenberg Ocean Species Alliance, der wissenschaftliche Verlag Pensoft Publishers und der Science-YouTuber „Ze Frank“ einen Namen für eine neu entdeckte Käferschnecke aus der Gattung Ferreiraella gesucht. Aus über 8.000 in den sozialen Medien eingereichten Vorschlägen wählte das Forschungsteam, das die neue Art beschrieben hat, den Namen Ferreiraella populi aus. Der lateinische Zusatz „populi“ bedeutet wörtlich übersetzt „der Menschen“ und würdigt die gemeinschaftliche Namensfindung.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03