Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Bundesanstalt für Gewässerkunde

Seit Jahrzehnten prägen Steinschüttungen viele Uferabschnitte an der Tide-Elbe. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „ElbService“ erarbeitet Grundlagen für naturnähere Elbufer. Um die Ansichten der Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen, startet in den nächsten Wochen eine wissenschaftliche Umfrage in Form einer Fragebogenaktion unter der Bevölkerung von Geesthacht bis Cuxhaven.

von | 22.10.13

NULL

© Vincent van Zejst, wikipedia.de


Ufer der Tide-Elbe: Weniger Technik, mehr Natur?


Seit Jahrzehnten prägen Steinschüttungen viele Uferabschnitte an der Tide-Elbe. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „ElbService“ erarbeitet Grundlagen für naturnähere Elbufer. Um die Ansichten der Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen, startet in den nächsten Wochen eine wissenschaftliche Umfrage in Form einer Fragebogenaktion unter der Bevölkerung von Geesthacht bis Cuxhaven.


Es wird langsam frisch auf der Parkbank. Die 83-jährige Dame bedankt sich herzlich für das anregende Gespräch über die Elbe und ihre Ufer. Dr. Uta Sauer, Umweltökonomin an der Universität Göttingen, schlägt den Kragen hoch. Für sie war dies eines der Gespräche mit unterschiedlichen Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg und den angrenzenden Landkreisen im Vorfeld der Fragebogenaktion. „Zudem hat unser Team Gespräche mit Vertretern verschiedener Behörden und Verbände – vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg über den NABU bis hin zum Bauernverband – geführt. Wir wollen herausfinden, wie die Menschen die Ufer der Elbe nutzen und was sie dort für schön und wichtig halten“, erläutert sie. Uta Sauer zu Folge ist bekannt, dass die Menschen grundsätzlich mehr Natur am Elbufer wollen.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts sind nach und nach große Abschnitte der Elbufer ab Geesthacht mit Steinschüttungen, Spundwänden und anderen technischen Mitteln ausgebaut worden. Das schützt das Ufer vor Abbrüchen, und das Land vor den Deichen kann besser genutzt werden. Die technisch gesicherten Ufer sind aber oft weniger wertvoll für Artenvielfalt, Gewässerqualität und Erholungssuchende. Das Forschungsprojekt „ElbService“ der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz und der Universitäten Göttingen und Kiel untersucht, wie die Ufer im Einklang mit Hochwasserschutz, Schifffahrt und den Ansprüchen der Menschen rückgebaut werden könnten. „ElbService“ wird finanziert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Etwa 150 der 330 Uferkilometer an der Tide-Elbe sind so stark verbaut, dass sich dort kaum noch Pflanzen finden. Nur gut 40 Prozent sind einigermaßen naturnahe Ufer. Seit Jahren sind jedoch mehr naturnähere Ufer der Tide-Elbe im Gespräch. „Wir können daher auf eine Reihe von Vorarbeiten aufbauen“, freut sich Dr. Carolin Schmidt-Wygasch, ElbService-Koordinatorin in der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Die BfG hat unter anderem die Aufgabe, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bei ökologischen und naturschutzfachlichen Belangen zu beraten. „Unsere Ergebnisse sollen die WSV und andere Beteiligte bei der anstehenden Unterhaltung unterstützen, um den ökologischen Zustand der Elbufer im Laufe der kommenden Jahre zu verbessern.“

„Wir haben es hier mit einer Art ‚Großprojekt’ zu tun“, betont Dr. Jan Barkmann, stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelt- und Ressourcenökonomik in Göttingen. Die Forscher werden in den nächsten Wochen einigen hundert zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger für eine repräsentative wissenschaftliche Umfrage einen Fragebogen zusenden. „Wir wissen heute nicht, wie wichtig den Menschen naturnahe Ufer für Erholung und Freizeit aber auch als Lebensräume für seltene oder geschützte Tiere und Pflanzen sind. Ich nenne beispielhaft Stint, Blaukehlchen und Schierlingswasserfenchel.“ Von entscheidender Bedeutung sei, welche finanziellen Belastungen die Bürgerinnen und Bürger noch für tragbar halten. Auch das soll die Umfrage herausfinden, unterstreicht Jan Barkmann.

„Bei der Entscheidung, wo und wie die Ufer naturnah zurückgebaut werden können, sollten die Ansichten aller Betroffenen frühzeitig gehört werden“, so Carolin Schmidt-Wygasch. „Ich hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger diese Chance nutzen.“

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Carolin Schmidt-Wygasch, Fon 0261/1306 5027, Mail: schmidt-wygasch@bafg.de, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz.

© Vincent van Zejst, wikipedia.de

Ufer der Tide-Elbe: Weniger Technik, mehr Natur?

Seit Jahrzehnten prägen Steinschüttungen viele Uferabschnitte an der Tide-Elbe. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „ElbService“ erarbeitet Grundlagen für naturnähere Elbufer. Um die Ansichten der Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen, startet in den nächsten Wochen eine wissenschaftliche Umfrage in Form einer Fragebogenaktion unter der Bevölkerung von Geesthacht bis Cuxhaven.


Es wird langsam frisch auf der Parkbank. Die 83-jährige Dame bedankt sich herzlich für das anregende Gespräch über die Elbe und ihre Ufer. Dr. Uta Sauer, Umweltökonomin an der Universität Göttingen, schlägt den Kragen hoch. Für sie war dies eines der Gespräche mit unterschiedlichen Bürgerinnen und Bürgern in Hamburg und den angrenzenden Landkreisen im Vorfeld der Fragebogenaktion. „Zudem hat unser Team Gespräche mit Vertretern verschiedener Behörden und Verbände – vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg über den NABU bis hin zum Bauernverband – geführt. Wir wollen herausfinden, wie die Menschen die Ufer der Elbe nutzen und was sie dort für schön und wichtig halten“, erläutert sie. Uta Sauer zu Folge ist bekannt, dass die Menschen grundsätzlich mehr Natur am Elbufer wollen.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts sind nach und nach große Abschnitte der Elbufer ab Geesthacht mit Steinschüttungen, Spundwänden und anderen technischen Mitteln ausgebaut worden. Das schützt das Ufer vor Abbrüchen, und das Land vor den Deichen kann besser genutzt werden. Die technisch gesicherten Ufer sind aber oft weniger wertvoll für Artenvielfalt, Gewässerqualität und Erholungssuchende. Das Forschungsprojekt „ElbService“ der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz und der Universitäten Göttingen und Kiel untersucht, wie die Ufer im Einklang mit Hochwasserschutz, Schifffahrt und den Ansprüchen der Menschen rückgebaut werden könnten. „ElbService“ wird finanziert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Etwa 150 der 330 Uferkilometer an der Tide-Elbe sind so stark verbaut, dass sich dort kaum noch Pflanzen finden. Nur gut 40 Prozent sind einigermaßen naturnahe Ufer. Seit Jahren sind jedoch mehr naturnähere Ufer der Tide-Elbe im Gespräch. „Wir können daher auf eine Reihe von Vorarbeiten aufbauen“, freut sich Dr. Carolin Schmidt-Wygasch, ElbService-Koordinatorin in der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Die BfG hat unter anderem die Aufgabe, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bei ökologischen und naturschutzfachlichen Belangen zu beraten. „Unsere Ergebnisse sollen die WSV und andere Beteiligte bei der anstehenden Unterhaltung unterstützen, um den ökologischen Zustand der Elbufer im Laufe der kommenden Jahre zu verbessern.“

„Wir haben es hier mit einer Art ‚Großprojekt’ zu tun“, betont Dr. Jan Barkmann, stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelt- und Ressourcenökonomik in Göttingen. Die Forscher werden in den nächsten Wochen einigen hundert zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger für eine repräsentative wissenschaftliche Umfrage einen Fragebogen zusenden. „Wir wissen heute nicht, wie wichtig den Menschen naturnahe Ufer für Erholung und Freizeit aber auch als Lebensräume für seltene oder geschützte Tiere und Pflanzen sind. Ich nenne beispielhaft Stint, Blaukehlchen und Schierlingswasserfenchel.“ Von entscheidender Bedeutung sei, welche finanziellen Belastungen die Bürgerinnen und Bürger noch für tragbar halten. Auch das soll die Umfrage herausfinden, unterstreicht Jan Barkmann.

„Bei der Entscheidung, wo und wie die Ufer naturnah zurückgebaut werden können, sollten die Ansichten aller Betroffenen frühzeitig gehört werden“, so Carolin Schmidt-Wygasch. „Ich hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger diese Chance nutzen.“

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Carolin Schmidt-Wygasch, Fon 0261/1306 5027, Mail: schmidt-wygasch@bafg.de, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wärme aus Oberflächengewässern nutzen
Wärme aus Oberflächengewässern nutzen

Das Forschungs- und Demonstrationsprojekt AQVA-HEAT III untersucht die ganzjährige Wärmeversorgung durch thermische Nutzung von Oberflächengewässern: Durch den Einsatz von Wasser als Kältemittel könnten auch kleinere Gewässer als zukunftsfeste Wärmequelle genutzt werden.

mehr lesen
Umweltportal NRW informiert über Hochwasser und Starkregen
Umweltportal NRW informiert über Hochwasser und Starkregen

Das Umweltportal NRW informiert mit dem Beginn der Hochwasser-Saison auf einer Themenseite über Hochwasser und Starkregen in NRW. Nutzer können dort „aktuelle Warnungen, Pegeldaten, Hochwassergefahren- und Starkregenkarten, Hinweise zu Straßensperrungen sowie konkrete Handlungsempfehlungen“ abrufen.

mehr lesen
Wenige Eiskeime in der größten Eiswüste
Wenige Eiskeime in der größten Eiswüste

Über den großen Eisflächen der Antarktis gibt es so wenig Eiskeime in der Luft wie an keinem anderen Ort der Welt. Das schließt ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) aus Filtermessungen von Wolkenpartikeln an drei Stellen in der Antarktis. Sie sind die ersten dieser Art auf dem Kontinent. Die jetzt veröffentlichten Daten füllen eine Wissenslücke und könnten den großen Anteil an unterkühltem Flüssigwasser in den Wolken der Südpolarregion erklären.

mehr lesen
COP30 vergibt Chance: Fossile Staaten blockieren Klima-Fortschritt
COP30 vergibt Chance: Fossile Staaten blockieren Klima-Fortschritt

Forschende des Wuppertal Instituts legen ihre aktuelle Analyse zu den COP30-Ergebnissen vor und verdeutlichen: Es brauche nun vor allem eine starke Koalition der Willigen, die sowohl innerhalb als auch jenseits der UN-Klimaverhandlungen verbindliche Schritte für den globalen Ausstieg aus Fossilen vorantreibt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: