Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Nassester März seit 25 Jahren: Regen im Ruhreinzugsgebiet

Das Ruhreinzugsgebiet verzeichnet laut Ruhrverband den nassesten März seit 25 Jahren. Das gesamte Frühjahr 2023 verzeichnet deutlich üppigere Niederschläge als gewöhnlich. Dennoch bleibt das aufsummierte Niederschlagsdefizit der letzten 15 Jahren bleibt bestehen.

von | 15.06.23

Trotz deutlich üppigeren Niederschlägen im März als in den vergangenen Jahren bleibt das aufsummierte Niederschlagsdefizit der letzten 15 Jahren bleibt bestehen.
Bildquelle: Pixabay/firelong
Regen

15. Juni 2023 Ι Das Ruhreinzugsgebiet verzeichnet laut Ruhrverband den nassesten März seit 25 Jahren. Das gesamte Frühjahr 2023 verzeichnet deutlich üppigere Niederschläge als gewöhnlich. Dennoch bleibt das aufsummierte Niederschlagsdefizit der letzten 15 Jahren bleibt bestehen.

Mehr Regen im März

Größer hätte der Unterschied zwischen dem diesjährigen März und dem März des Vorjahres kaum sein können: 147 Millimeter Niederschlag fielen 2023 im ersten Frühlingsmonat im Ruhreinzugsgebiet, das ist mehr als das Achtfache der März-Monatssumme vom vergangenen Jahr. Damit ist der diesjährige März nach den Auswertungen des Ruhrverbands der nasseste seit 25 Jahren, während es der letztjährige mit gerade einmal 18 Millimetern Niederschlag im Gebietsmittel in die Top 5 der trockensten Märze seit Aufzeichnungsbeginn geschafft hatte.

Doppelt soviel Niederschlag wie im Vorjahr

Überhaupt verzeichnete das gesamte Frühjahr 2023 deutlich üppigere Niederschläge als gewöhnlich, denn auch der April und der Mai waren um 14 bzw. 19 Prozent nasser als im jeweiligen langjährigen Mittel. In Summe fielen im Frühling 2023 im Einzugsgebiet der Ruhr 318 Millimeter Niederschlag, das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahresfrühling und gut ein Drittel mehr als im Durchschnitt der Jahre 1927 bis 2022.

Obwohl dieses nasse Frühjahr auf einen ebenfalls nassen Winter 2022/23 folgt, fehlen im Ruhreinzugsgebiet mittlerweile rein rechnerisch 125 Prozent eines durchschnittlichen Jahresniederschlags. Dies begründet sich in immer wieder auftretenden und teils langanhaltenden Perioden zu geringer Niederschläge in den vergangenen 15 Jahren. Für dieses aufsummierte Defizit, das sich vor allem in den tieferen Bodenschichten und bei der Grundwasserneubildung bemerkbar macht, waren die letzten nassen Monate kaum mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein.

War der Frühling zu warm?

Auch wenn der Frühling 2023 vielen nicht nur zu nass, sondern auch zu kalt vorkam, lagen die Temperaturen bloß um 0,3 Grad unter dem Mittel des Vergleichszeitraums 1991 bis 2020. Am größten war die Abweichung im April, der 1,6 Grad kälter war als im langjährigen Monatsmittel des Vergleichszeitraums. Der März war dagegen etwas zu warm (um 0,6 Grad), der Mai ziemlich genau im Durchschnitt.

Interessant ist jedoch der Vergleich mit dem vorangegangenen 30-Jahres-Zeitraum 1961 bis 1990, der in der Meteorologie als Referenzperiode für die Temperaturen vor Beginn der Klimaerwärmung herangezogen wird: Demgegenüber war das diesjährige Frühjahr nämlich nicht zu kalt, sondern im Gegenteil um 1,7 Grad zu warm.

Hochwasserereignisse Mitte März

Zuschusspflicht aus den Talsperren war in diesem Frühjahr weder am Pegel Villigst noch an der Ruhrmündung erforderlich, die vorgeschriebenen Mindestabflüsse wurden zu jeder Zeit eingehalten. Hingegen gab es zwei jahreszeittypische Hochwasserereignisse Mitte März (mit einem Scheitel von 370 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Hattingen am 11. März gegen Mitternacht) und Anfang April (mit einem Scheitel von 319 Kubikmetern pro Sekunde am Pegel Hattingen am 2. April zur Mittagszeit).

Der Gesamtfüllstand aller Talsperren stieg bis April an und erreichte am 4. April 2023 infolge des Hochwassers mit 96,4 Prozent den bisher höchsten Wert in diesem Jahr. Da die Witterung nass blieb und weitere Hochwasser nicht auszuschließen waren, wurde der Stauinhalt daraufhin etwas reduziert und stieg bis Anfang Mai neuerlich geringfügig an. Für geplante Baumaßnahmen waren danach erneute Reduzierungen an einzelnen Talsperren notwendig, sodass das Talsperrensystem zum Ende des Frühlings am 31. Mai einen Füllstand von gut 94 Prozent aufwies, 5 Prozent über dem langjährigen Mittel für diese Jahreszeit.

Aktuell sind in den Talsperren etwas über 10 Millionen Kubikmeter Wasser mehr gespeichert als vor einem Jahr um diese Zeit. Damit ist das Talsperrensystem für eine Phase mit möglicher Zuschusspflicht in den kommenden Monaten gut aufgestellt. Zeitgleich ist Freiraum zur Aufnahme von Wasser in den Talsperren vorhanden, um etwaige Hochwasserereignisse mindern zu können.

Zur Webseite des Ruhrverbands

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze

Große Solarparks könnten in trockenen Regionen künftig nicht nur Strom erzeugen, sondern auch das lokale Klima beeinflussen. Forschende der Universität Hohenheim untersuchen, ob sich durch riesige Solaranlagen und künstlich angelegte Dünen mehr Niederschlag in Wüstengebieten erzeugen lässt. Hintergrund ist, dass dunkle Flächen Sonnenwärme aufnehmen und dadurch Luftströmungen verändern können. Langfristig könnte dieser Ansatz helfen, extrem trockene Regionen teilweise wieder fruchtbarer zu machen.

mehr lesen
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser

Nitratdünger steigert Ernten, belastet aber das Trinkwasser. Forschende der Universität des Saarlandes und der Universität Graz entwickeln nun eine Membran, die Nitrat nicht nur filtert, sondern möglichst zu harmlosem Stickstoff umwandelt.

mehr lesen
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau

Die Emschergenossenschaft treibt zentrale Projekte zur Klimafolgenanpassung im Ruhrgebiet weiter voran. Im Fokus stehen der Ausbau des Hochwasserschutzes sowie die ökologische Verbesserung von Gewässern wie dem Hörder Bach oder der Aspelflötte. Dafür plant der Wasserwirtschaftsverband jährliche Investitionen von rund 300 Millionen Euro. Aktuelle Maßnahmen reichen von der Sanierung der Emscher-Deiche bis hin zu umfangreichen Renaturierungsprojekten in Dortmund und Bottrop

mehr lesen
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“

Die Wasserversorgung steht längst mitten im digitalen Umbruch – doch je stärker Systeme, Daten und Prozesse vernetzt werden, desto größer werden auch die Angriffsflächen. Dr.-Ing. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser, spricht im Interview über Cyberbedrohungen, Datensouveränität, die Rolle von KI als Entscheidungshilfe und die Frage, wie sich Versorgungssicherheit in einer zunehmend fragilen Welt realistisch organisieren lässt.

mehr lesen
Der Wassertwist
Der Wassertwist

Forschende der Abteilung Physikalische Chemie am Fritz-Haber-Institut und der Freien Universität Berlin machen die Anordnung von Wassermolekülen an der Grenzfläche von flüssigem Wasser zu Luft sichtbar. Ihre Erkenntnisse helfen die Chemie an der Grenzfläche besser zu verstehen, die maßgeblich durch die spezifische Anordnung der Wassermoleküle bestimmt wird. Die Studie zeigt, dass besonders ein bisher vernachlässigter Parameter von grundlegender Bedeutung ist: der Wasser-Twistwinkel.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03