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urbanOS gegen Hochwasser: Start-up entwickelt KI-gestützte Lösung

Das Kölner Unternehmen dataMatters, eine Ausgründung der RWTH Aachen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz in der Praxis, hat ein intelligentes Frühwarnsystem für Städte und Gemeinden entwickelt. Das sogenannte urbanOS ist ein serienreifes Betriebssystem für Smart Cities, das vor Starkregen und Überflutungen warnen soll. Die Lösung basiert auf KI-gestützter Datenauswertung und ist laut Unternehmen sofort einsatzbereit.

von | 31.07.25

Starkregen und Überschwemmungen im urbanen Raum nehmen zu.
Pixabay/Hans
dataMatters

Dreistufiges Schutzkonzept erkennt Gefahren frühzeitig

Das System kombiniert verschiedene Sensorarten zu einem mehrschichtigen Überwachungsnetzwerk:

  1. Wetterstationen mit Regenmessern werden an den höchsten Punkten der Region installiert.
  2. Wasserstandssensoren überwachen kritische Stellen an Flüssen und Brücken.
  3. Abwassersensoren in Gullys, Sinkkästen und der Kanalisation erkennen frühzeitig Blockaden durch Laub, Müll oder andere Hindernisse, die zu Überschwemmungen führen können. Ein solcher verstopfter Schacht war laut Polizeiangaben ursächlich für das jüngste Unwetterunglück im Landkreis Biberach, bei dem Geröll auf Bahngleise gespült wurde.

Flexibler Einsatz auch außerhalb urbaner Räume

Das urbanOS-System ist nicht nur für Kommunen gedacht – es kann auch entlang gefährdeter Bahnstrecken oder Straßen eingesetzt werden. Das System deckt derzeit etwa zwei Drittel aller deutschen Hauszustellgebiete ab – dank des stromsparenden Funkstandards LoRaWAN, der eine zuverlässige und flächendeckende Datenübertragung ermöglicht.

Die Anwendung bietet laut der Entwickler auch vielfältige Einsatzmöglichkeiten für smarte Städte. Neben dem Hochwasserschutz kann urbanOS auch zur Optimierung von:

  • Verkehrsflüssen,
  • Abfallmanagement,
  • Energieverbrauch,
  • ÖPNV-Steuerung,
  • Parkplatzüberwachung und
  • Innenstadtbelebung
    verwendet werden.

 

Die Anwendung ist modular aufgebaut und kann individuell angepasst werden.

Erklärvideo zur Funktionsweise 

Technologie in Echtzeit – Daten, Analyse, Handlung

Das System funktioniert nach einem Schichtmodell:

  • Sensoren erfassen Umwelt- und Infrastrukturdaten (z. B. Regen, Temperatur, Störungen im Abwassersystem).
  • Diese werden in einen zentralen Datenraum übermittelt und dort von KI-Algorithmen analysiert.
  • Die Ergebnisse werden in Echtzeit an Entscheidungs¬träger weitergeleitet – etwa auf Smartphones –, damit im Krisenfall sofort reagiert werden kann.

 

Aktuell ist urbanOS laut dataMatters bereits in 25 Kommunen im Einsatz – die Deutsche Bahn gehört bisher jedoch nicht dazu. dataMatters entwickelt eigenen Angaben zufolge KI für die reale Welt und ist spezialisiert auf den Einsatz von KI-Lösungen in Bereichen wie  Smart Cities, Industrie 4.0, Gebäudeautomation, Maschinenbau, Gesundheitswesen und Landwirtschaft. Durch Sensorik und Datenräume liefert das Unternehmen praxisnahe Lösungen zur Prozessoptimierung, Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung. Hierzu gehören vorausschauende Wartung, automatische Steuerung von Licht und Heizung, CO₂-Bilanzen auf Basis realer Verbrauchsdaten oder smarte Parkraumbewirtschaftung.

 


 

(Quelle: dataMatters)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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