Wie die Tagesschau berichtet, sind in Spanien binnen eines einzigen Tages so extreme Regenfälle niedergegangen, dass sie in Teilen des Landes die durchschnittliche Jahresmenge überschritten. Besonders die Region Valencia war betroffen, wo nach Behördenangaben mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Insgesamt zählt die Flutkatastrophe, die als die schlimmste seit fast 30 Jahren gilt, mehr als 200 Tote, mit weiteren Vermissten in mehreren Provinzen. In der Region Kastilien-La Mancha wurde eine 88-jährige Frau tot geborgen, auch dort werden weitere Menschen vermisst.
Helfer kämpfen gegen unzugängliche Gebiete und anhaltende Überschwemmungen
Der Chef der Regionalregierung von Valencia, Carlos Mazón, erklärte, dass Rettungsteams aufgrund schwer zugänglicher Gebiete weiterhin eingeschlossene Personen nicht erreichen könnten. Straßen und Autobahnen sind vielerorts überflutet, was die Ankunft der Helfer erheblich erschwert.
Auch in anderen Teilen Spaniens kämpfen Rettungskräfte gegen die Wassermassen. In der Nähe von Málaga entgleiste ein Zug mit fast 300 Menschen an Bord. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Tausende Soldaten und Einsatzkräfte sind im Einsatz, um die betroffenen Gebiete zu sichern und zu evakuieren. Schulen und Universitäten in den überfluteten Regionen bleiben geschlossen, während Ministerpräsident Pedro Sánchez den Betroffenen umfassende Unterstützung zusicherte.
Internationale Anteilnahme und Unterstützung für Spanien
Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich tief betroffen angesichts der schweren Überschwemmungen in Spanien. Auf der Plattform X schrieb er, wie erschütternd ihn die Nachrichten über den Verlust zahlreicher Menschenleben durch das Hochwasser machten.
„Wir stehen in engem Austausch mit der spanischen Regierung, um mögliche Unterstützung abzuklären“, erklärte Scholz.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen signalisierte Hilfe und kündigte an, das Copernicus-Satellitensystem der EU zur Verfügung zu stellen, um die Rettungskräfte mit präzisen Satellitenbildern zu unterstützen. Zudem bot die Kommission Spanien an, den EU-Katastrophenschutzmechanismus zu aktivieren.
Der spanische Wetterdienst Aemet sprach von einem „historischen Unwetter“ und meldete in einigen Orten eine Regenmenge von bis zu 490 Litern pro Quadratmeter innerhalb nur eines Tages – eine Menge, die sonst einem Jahresniederschlag entspricht. Das Unwetter ist laut Aemet der stärkste Fall des Wetterphänomens „Kalter Tropfen“ (gota fría) in diesem Jahrhundert in der Region. Diese Wetterlage tritt oft im Herbst entlang der spanischen Mittelmeerküste auf und entsteht, wenn feucht-kalte Atlantikluft auf die warme Luft des Mittelmeers trifft.
Für Valencia hatte Aemet die höchste Warnstufe Rot ausgerufen, die nun mit nachlassendem Regen auf Gelb herabgestuft wurde. Trotzdem bleibt in weiten Teilen des Landes eine Wetterwarnung bestehen, da das Unwetter sich noch nordöstlich verlagert. Es wird erwartet, dass die Lage erst bis Donnerstag vollständig unter Kontrolle sein wird. Die Überschwemmungen zählen zu den schwersten in Europa seit dem Hochwasser in Deutschland und Belgien im Jahr 2021, das besonders das Ahrtal schwer traf und ebenfalls über 200 Todesopfer forderte.
Video vom 30.11.2024:
Update vom 12.11.2024









