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Konfliktgeladene Nordlichter

Atemberaubend sehen sie aus: Die Nordlichter. Im hohen Norden Norwegens ist das Naturschauspiel gut zu bewundern. Die Region um die Stadt Alta und der Fluss Alta wurden in den 70er und 90er Jahren jedoch von einigen Unruhen geplagt. Grund: Der geplante Bau eines Wasserkraftwerks.

von | 21.02.25

Die Aurora Borealis, aufgenommen in der Gegend um Alta.
Quelle: Annika Take
Nordlichter

Die Nutzung der Wasserkraft des Alta-Flusses in Norwegen ist eng mit dem sogenannten Alta-Konflikt verbunden, einem bedeutenden Ereignis in der norwegischen Geschichte. In den späten 1960er Jahren plante die norwegische Regierung den Ausbau des Alta-Kautokeino-Wasserlaufs zur Energiegewinnung. Diese Pläne stießen auf erheblichen Widerstand vonseiten der indigenen samischen Bevölkerung und von Umweltschützern. Die Samen befürchteten negative Auswirkungen auf ihre traditionellen Rentierwanderwege und Lebensräume, während Umweltschützer die Zerstörung wertvoller Naturgebiete kritisierten. Ein besonders umstrittener Punkt war die geplante Flutung des samischen Dorfes Máze (norwegisch: Masi).

Demonstrationen und ziviler Ungehorsam

Die Proteste gegen das Projekt erreichten ihren Höhepunkt zwischen 1979 und 1981. Aktivisten organisierten Demonstrationen, Hungerstreiks und zivile Ungehorsamsaktionen, um die Bauarbeiten zu verhindern. Die norwegische Regierung reagierte mit dem größten Polizeieinsatz in Friedenszeiten, um die Proteste zu unterbinden. Trotz des Widerstands wurde das Wasserkraftwerk schließlich gebaut, jedoch in reduzierter Form, um einige der Bedenken der Gegner zu berücksichtigen.

Umweltbewegung nachhaltig beeinflusst

Der Alta-Konflikt hatte weitreichende Folgen für die norwegische Gesellschaft. Er führte zu einer verstärkten Anerkennung der Rechte der samischen Bevölkerung und trug zur Gründung des norwegischen Sametings (Samischen Parlaments) im Jahr 1989 bei. Zudem beeinflusste der Konflikt die Umweltbewegung in Norwegen nachhaltig und führte zu einer kritischeren Betrachtung von Großprojekten im Bereich der Wasserkraft.

Heute ist das Alta-Kraftwerk in Betrieb und ein Beispiel für die komplexe Balance zwischen Energiegewinnung, Umweltschutz und den Rechten indigener Völker. Das Kraftwerk liegt 40 km von der Mündung des Flusses Alta entfernt, der einen großen Teil der Finnmarksvidda-Hochebene als Einzugsgebiet hat. Die unteren 40 km des Flusses werden von Lachsen für ihre Wanderungen genutzt. Das Kraftwerk nutzt eine Fallhöhe von 185 Metern aus dem 18 Kilometer langen Virdnejávri-Stausee. Der größte Teil des Stausees befindet sich in der Gemeinde Kautokeino.

Vom 110 Meter hohen Betonbogendamm, dem höchsten Norwegens, bis zum Auslass des Kraftwerks ist der Fluss auf einer Strecke von zwei Kilometern trocken. Um sicherzustellen, dass die Temperatur des durch das Kraftwerk fließenden Wassers der des Flusses unterhalb des Kraftwerks am besten entspricht, wurden zwei Entnahmestellen in unterschiedlichen Tiefen eingerichtet. Das Wasser aus dem Kraftwerk wird durch einen Auslassstollen wieder in den Fluss geleitet. Das Kraftwerk Alta verfügt über zwei Kraftwerksblöcke mit Francis-Turbinen.


Quellen:
https://www.statkraft.com/about-statkraft/where-we-operate/norway/alta-hydropower-plant/ [abgerufen 21.02.2025]
https://snl.no/Alta-saken [abgerufen 20.02.205]
https://www.nrk.no/sapmi/40-ar-siden-sultestreiken-for-alta-aksjonen-utenfor-stortinget-1.14732822 [abgerufen 20.02.2025]

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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