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Hochwasservorsorge in Deutschland: Handlungsbedarf und Lösungsansätze

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Thema:
Autor: Sarah Hofer

Hochwasservorsorge ist ein komplexes Gebiet, das Wasserrückhalt in der Fläche, technischen Hochwasserschutz, konkreten Objektschutz und die Analyse besonders überflutungsgefährdeter Gebiete umfasst.
Quelle: Adobestock/ 321528897

06. Juni 2024 ǀ Die aktuellen Hochwasserereignisse im Süden und Südwesten Deutschlands werfen erneut ein grelles Licht auf die drängende Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen zur Hochwasservorsorge und Klimaanpassung.

Die derzeitigen Hochwasserereignisse im Süden und Südwesten Deutschlands stellen erneut die akute Herausforderung dar, die durch anhaltende und intensive Niederschläge verursacht wird. Vor wenigen Wochen wurde das Saarland von einer verheerenden Hochwasserkatastrophe heimgesucht, und seit dem Winterhochwasser 2023/2024, das vor allem den Norden des Landes betraf, sind nur wenige Wochen vergangen.

Handlungsbedarf im Wassersektor

Es ist offensichtlich, dass ein “Weiter so” keine Option ist. Der Klimawandel zeigt nicht nur eine Erwärmungstendenz, sondern manifestiert sich auch durch stationäre Wetterphänomene wie langanhaltenden und intensiven Dauerregen. In Kombination mit der fortschreitenden Versiegelung von Landschaft und Städten wird die Gefahr großflächiger Überflutungen unausweichlich. Dr. Lisa Broß, Sprecherin der Bundesgeschäftsführung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), betont die dringende Notwendigkeit, die Anpassungsmaßnahmen im Wassersektor zeitnah und umfassend zu intensivieren.

Es ist von entscheidender Bedeutung, zusätzliche Rückhalteräume für Wasser zu schaffen und die Ausweitung von Retentionsflächen in der Stadt- und Raumplanung zu priorisieren. Dies erfordert nicht nur gesetzliche Anpassungen, sondern auch ein rechtlich verbrieftes Vorrecht für Wasserverbände und Gewässerunterhaltungspflichtige beim Erwerb gewässernaher Flächen, einschließlich sogenannter Notpolder. Die Lösung von Interessenskonflikten und die Förderung einer gemeinsamen Flächennutzung zwischen Wasserverbänden und Landwirtschaft sind ebenfalls von großer Bedeutung und könnten beispielsweise durch steuerliche Anreize oder Ausgleichszahlungen erfolgen.

Finanzierung und Förderung: Die Rolle der CO2-Bepreisung

Obwohl Überflutungen niemals vollständig verhindert werden können, muss die Hochwasservorsorge oberste Priorität haben. Überschwemmungsgebiete dürfen nicht für Bauprojekte genutzt werden, und die Bauordnung muss angesichts zunehmender extremen Niederschläge und Starkregenereignisse angepasst werden. Die Städte und Gemeinden müssen sich intensiv mit der wasserbewussten Stadtentwicklung befassen und Maßnahmen wie Gründächer und lokale Versickerung von Regenwasser zur Pflicht machen.

Die Finanzierung dieser Maßnahmen ist eine Herausforderung, aber angesichts des direkten Zusammenhangs mit dem Klimawandel und der Dringlichkeit der Lage müssen entsprechende Finanzstrukturen geschaffen werden. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) fordert daher die Nutzung von Mitteln aus der CO2-Bepreisung zur Förderung der wasserwirtschaftlichen Klimaanpassung.

Hochwasservorsorge ist ein komplexes Gebiet, das Wasserrückhalt in der Fläche, technischen Hochwasserschutz, konkreten Objektschutz und die Analyse besonders überflutungsgefährdeter Gebiete umfasst. Die DWA bietet Kommunen mit ihrem Überflutungsaudit eine praxisnahe Unterstützung, um die eigene Vorsorge zu überprüfen. In Zusammenarbeit mit kommunalen Fachleuten analysieren DWA-Experten den aktuellen Stand und identifizieren mögliche Schwachstellen. Dadurch können örtliche Entscheidungsträger und betroffene Bürgerinnen und Bürger Prioritäten für zukünftige Maßnahmen festlegen.

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