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Flutkatastrophe in der Region Valencia: mögliche Ursachen

Am 29. Oktober 2024 fand in der Region Valencia in Spanien einer der verheerendsten Stürme in der Geschichte der Region statt, der nach heutigem Kenntnisstand über 200 Menschenleben forderte. Während die Suche nach Vermissten und die Aufräumarbeiten weitergehen, gibt es Erklärungen, wie es dazu kommen konnte.

von | 13.11.24

Die Menschen in der Region Valencia wurden von den schlammigen Wassermassen überrascht.
Quelle:Adobestock/ Altseason

Laut einer von Time veröffentlichten Meldung von Associated Press konzentrierte sich der Sturm auf die Flussbecken von Magro und Turia und erzeugte im Flussbett des Poyo Wasserwände, die dann über die Ufer traten. In extrem kurzer Zeit erreichten riesige Wellen schlammigen Wassers die betroffenen Ortschaften und überraschten die Menschen.

Mehr Regen in acht Stunden als in den 20 Monaten davor

Der spanische Wetterdienst Aemet meldete in einigen Orten eine Regenmenge von bis zu 490 Litern pro Quadratmeter innerhalb nur eines Tages – eine Menge, die sonst einem Jahresniederschlag entspricht. In der schwer betroffenen Ortschaft Chiva fiel in acht Stunden mehr Regen, als insgesamt in den 20 Monaten davor. Insgesamt trafen die starken Niederschläge auf ein Gebiet, das in den beiden vorangegangenen Jahren von starken Dürren betroffen war.

Verbindungen zum Klimawandel

Das Unwetter ist laut Aemet der stärkste Fall des Wetterphänomens „Kalter Tropfen“ (gota fría) in diesem Jahrhundert in der Region. Diese Wetterlage, bei der sich sehr kalte Polarluft von unter -20 °C als isolierter Tropfen in etwa 5 bis 10 km Höhe befindet, tritt oft im Herbst entlang der spanischen Mittelmeerküste auf. Sie wird in Spanien offiziell als DANA (Depresión Aislada en
Niveles Altos) bezeichnet. Diese kalte Luft trifft auf die warme und feuchte Luft über dem Mittelmeer. Daraus entstehen starke Instabilitäten, die Starkregen und Stürme nach sich ziehen. Mit dem klimabedingten Anstieg der Lufttemperatur steigt auch deren Kapazität, Wasser aufzunehmen.

Hohe Meerwassertemperaturen befeuerten Starkregen und Sturm

Laut einer Einschätzung der Non-Profit-Organisation Climate Central haben die hohen Meerwassertemperaturen dieses Wetterphänomen gota fría noch verstärkt. Die Wassertemperatur von Valencia erreichte im vergangenen August Spitzenwerte um 27 °C und lag im Jahresdurchschnitt bei 21 °C. Das sind etwa 1,5 °C mehr als der sonstige Durchschnitt. Wie der Klimawandel die Oberflächentemperaturen der Meere weltweit verändert, kann anhand des Climate Shift Index: Ocean ermittelt werden.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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