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Digitaler Zwilling als Digitalisierungsstrategie für die Wasserversorgung in Nord- und Süddeutschland

Digitale Zwillinge statt bayerisch-norddeutscher Gegensätze: Beim ersten Austausch zwischen dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband und der Wasserversorgung Bayerischer Wald zeigte sich, dass trotz unterschiedlicher Regionen ähnliche Herausforderungen bestehen – und gemeinsame Lösungen für die Wasserwirtschaft von morgen entwickelt werden können.

von | 18.09.25

Bayerisch-norddeutscher Austausch: Über innovative Datenlösungen rund ums Wasser sprachen in Brake (v.l.) der waldwasser-Verbandsvorsitzende Bernd Sibler und sein Stellvertreter Dr. Ronny Raith, der OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht und der OOWV-Verbandsvorsitzende Sven Ambrosy sowie AKDB-Vorstand Rudolf Schleyer und waldwasser-Baudirektor Hermann Gruber.
Quelle: Sandra Neemann/OOWV
Digitaler Zwilling

Weiter entfernt vom Verbandsgebiet des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) kann ein Wasserversorger kaum beheimatet sein, als die Wasserversorgung Bayerischer Wald (waldwasser). Trotzdem gibt es aus der Region nahe der tschechischen Grenze enge Verbindungen in die Wesermarsch, wie der stellvertretende waldwasser-Verbandsvorsitzende Dr. Ronny Raith, zugleich Landrat des Landkreises Regen, berichtete: Das Städtchen Zwiesel in seinem Landkreis und die Stadt Brake pflegen eine lebendige Städtepartnerschaft, zu deren Ehren es am Fluss Regen sogar eine Braker Bucht gibt.

Zudem haben die Wasserversorger beider Regionen nun einen Austausch begonnen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten und dabei viele Gemeinsamkeiten gefunden. OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht und Verbandsvorsteher Sven Ambrosy empfingen dazu am Mittwoch im Braker OOWV-Hauptsitz eine Delegation um den waldwasser-Verbandsvorsitzenden und Landrat des Landkreis Deggendorf Bernd Sibler.

Bayerisch-norddeutsche Kooperation für Datenlösungen

Unterschiedliche geographische Bedingungen, ähnliche wasserwirtschaftliche Herausforderungen: Entstanden ist der Austausch darüber durch die Verbindung über die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). Mit der AKDB hat der OOWV kürzlich die gemeinsame Tochtergesellschaft smart data worx GmbH gegründet, mit dem Ziel, innovative Datenlösungen rund ums Wasser umzusetzen.

„Wir können aus den Erfahrungen des Anderen lernen und aus dem Austausch Lösungsansätze für die eigenen Verhältnisse ableiten“, erklärt OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht.

Dabei weicht schon die Topographie deutlich ab: Die höchste Erhebung im OOWV-Gebiet – die Dammer Berge mit ihren knapp 150 Metern – zählt in Bayern nicht mal als Berg. Auch aufgrund der Höhenunterschiede gibt es in Bayern über 2100 Wasserversorger. Waldwasser, das zehn Prozent der Fläche des südlichsten Bundeslands abdeckt, ist einer der größten unter ihnen – doch der OOWV ist rund zehnmal so groß. Während der OOWV sein Trinkwasser aus dem Grundwasser fördert, stammt der größte Teil des „waldwassers“ aus einer Talsperre.

Digitalisierungsstrategien entwickeln und voneinander lernen

Trotz dieser Unterschiede hat der Austausch in Brake Verbindendes zutage gefördert. „Für beide Versorger geht es darum, den wasserwirtschaftlichen Datenraum zu entwickeln“, sagt OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht.

Es bestehe Einigkeit darüber, dass der Aufbau digitaler Zwillinge, als digitales Abbild des wasserwirtschaftlichen Systems, der richtige Weg sei. Waldwasser und der OOWV stellten beide ihre Digitalisierungsstrategien vor. In deren Entwicklung spielen beim OOWV die beiden Tochterunternehmen smart data worx GmbH und Niedersachsen Wasser GmbH (ebenfalls unter der Geschäftsführung von Karsten Specht) zentrale Rollen.

„Wir sind uns einig, dass innovative Datenlösungen für ein integriertes Wasserressourcenmanagement vorangetrieben werden müssen“,
fasst Karsten Specht das Ergebnis des ersten bayerisch-norddeutschen Austauschs zusammen. Ein Gegenbesuch ist bereits vereinbart.


Quelle: OOWV

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