Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

ReglKlim: Für mehr Klimahandeln

Seit diesem Sommer arbeiten acht Verbundprojekte in ganz Deutschland im Rahmen der Fördermaßnahme RegIKlim „Regionale Informationen zum Klimahandeln“ an einer Informationsgrundlage für Politiker, Planer, Unternehmen und Privatpersonen.

von | 30.09.20

Für konkrete Klimaschutz-Maßnahmen muss es eine gemeinsame Informationsgrundlage geben.

Diese neue Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat es sich zum Ziel gesetzt, entscheidungsrelevantes Wissen zu Klimaveränderungen für Städte und Regionen aufzubereiten und geeignete Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln. Dabei kommt der Zusammenarbeit zwischen Beteiligten aus der Wissenschaft und Praxis eine besondere Bedeutung zu.

Acht Forschungsprojekte

Die geförderten Projekte – sechs Modellregionen und zwei Querschnittsvorhaben – erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze und Handlungsoptionen zur Anpassung an den Klimawandel. Die Kommunen und Regionen unterscheiden sich in ihrer räumlichen sowie sozio-ökonomischen Struktur und sind mit unterschiedlichen Klimafolgen konfrontiert. Somit decken sie eine große Bandbreite an möglichen Anpassungsmaßnahmen ab. Die Modellregionen: von der Küste bis zu den Alpen, von Ostfriesland über den Landkreis Elbe-Elster und dem Länderdreieck Sachsen-Thüringen-Sachsen-Anhalt bis in den Ballungsraum Stuttgart, verteilen sich die Modellregionen auf die gesamte Bundesrepublik.

Projekt zu Naturgefahren an Nordseeküste

Das Forschungsprojekt WAKOS greift das Thema Wasser und die damit verbundenen Naturgefahren an der Nordseeküste auf. Es kombiniert und integriert unterschiedliche Prozesse und Faktoren des Küstenschutzes und der Binnenentwässerung für die Festlandküste sowie der Süßwasserversorgung der ostfriesischen Inseln. WAKOS entwickelt so gesamtheitliche Strategien zur kurz- und langfristigen Risikominderung. Eine gute Grundlage bilden dabei die bereits untersuchten Faktoren zum erwartenden Anstieg des mittleren Meeresspiegels, Starkregen und Sturmfluten.

Projekt: Landschaftswasserhaushalt optimieren

Die Region Südbrandenburg ist durch niedrige Jahresniederschlägen und strukturell bedingte Charakteristika wie sandige Böden, Bergbautätigkeiten oder Monokulturen besonders von Wasserknappheit betroffen. Hier setzt das Projekt IAWAK-EE an. Es steht für Informationsgestützte antizipative wasserhaushaltsbasierte Anpassung an den Klimawandel im Landkreis Elbe-Elster und verfolgt das Ziel, den Landschaftswasserhaushalt über lokalspezifische Maßnahmen zu optimieren.

Projekt: Plattform für klimakonformes Handeln

Bei der Entwicklung eines raumbezogenen quantitativen Bewertungssystems für die Landnutzung spielen der Wissenstransfer und die Übertragbarkeit der Produkte eine wichtige Rolle. KlimaKonform ist eine gemeinsame Plattform zum klimakonformen Handeln auf Gemeinde- und Landkreisebene in Mittelgebirgsregionen und stellt perspektivisch notwendige fachliche Daten, Modelle und Informationen zur Anpassung an den Klimawandel bereit. Gemeinsam mit drei Landkreisen und ausgewählten Gemeinden im Einzugsgebiet der Weißen Elster ermittelt und bewertet das Projekt örtliche Anpassungskapazitäten und entwickelt Maßnahmen, Methoden und Werkzeuge zur Klimawandelanpassung.

Integrative stadt-regionale Anpassungsstrategien

Der Raum Stuttgart ist eine dichtbesiedelte Region mit sommerlichem Hitzestress, lufthygienischen Problemen und häufigen Starkregenereignissen. Die Entwicklung von Integrativen stadt-regionalen Anpassungsstrategien in einer Polyzentrischen Wachstumsregion (ISAP) verbessern die Planungsgrundlagen sowie deren vereinfachte Anwendung in Entscheidungsprozessen. Beispielsweise wird in dem Verbundprojekt ein quantitativer Anpassungs-Check und ein neues stadt-regionales Online-Informations- und Beratungstool zur Klimaanpassung entstehen.

Projekt zu Starkregenrisiken

Das Projekt KARE „Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene“ adressiert vier Landkreise im Süden von München. Es fokussiert auf Starkregenrisiken am Beispiel des bayerischen Oberlandes. Die Region ist in besonderem Maße von Starkniederschlägen betroffen und Risiken wie Sturzfluten im Sommer und extremen Schneelasten im Winter ausgesetzt. In zwei Pilotkommunen (Garmisch-Partenkirchen und Weilheim) werden planungsrelevante Instrumente zum Umgang mit Starkregenereignissen transdisziplinär mit regionalen Praxis- und Politikakteuren entwickelt, getestet und in andere Kommunen transferiert.

Projekt zu Hoch- und Niedrigwasser

Das Rheineinzugsgebiet mit der Stadt Duisburg ist eine Region, in der die Auswirkungen des Klimawandels schon deutlich spürbar sind. Sowohl Hoch- als auch Niedrigwasser beeinflussen die Region und haben weitreichende Folgen für Umwelt und Wirtschaft. Das Projekt R2K-Klim+ setzt genau dort an und entwickelt ein modulares Werkzeug, das ganzheitliche Entscheidungen zur Anpassung an den Klimawandel unterstützen soll. Das Besondere daran: Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf unterschiedliche Betrachtungsebenen (Stadt Duisburg als Mikroebene und das gesamte Rheineinzugsgebiet als Makroebene). Außerdem werden verschiedene Sektoren aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht bewertet. Durch den modularen Aufbau des Werkzeugs können die Projektergebnisse auf andere Regionen übertragen werden.

Lokale Klimainformationen und regionaler Klimakataster

Die sechs RegIKlim Modellregionen in Deutschland bündeln die Arbeiten aus den Modellregionen und binden gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in laufende Prozesse ein. Zum einen führt NUKLEUS (Nutzbare lokale Klimainformationen für Deutschland) lokale Klimainformationen zusammen und bietet mit diesen hochaufgelösten Informationen die Datengrundlage für ein öffentlich zugängliches Datenportal in der Zukunft. Zum anderen bietet das Projekt WIRKsam (Wissenschaftliche Koordination zur Entwicklung eines regionalen Klimakatasters) eine wissenschaftliche Koordination und Begleitforschung der Verbundprojekte zur Entwicklung eines regionalen Klimakatasters. Die entwickelten Ansätze aus den Modellregionen werden durch WIRKsam integrativ zusammengeführt, um so die Übertragungs- und Anschlussfähigkeit in laufende Strategie- und Agendaprozesse sicherzustellen. Dabei findet sowohl eine interne Vernetzung als auch eine breite Öffentlichkeitsarbeit für die Nutzung von Synergie- und Transfereffekte statt.
Das KomPass-Team im Umweltbundesamt ist neben dem Climate Service Center Germany (GERICS) und dem Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) der Universität Stuttgart Teil des WIRKsam-Konsortiums und leitet die Aktivitäten zu transdisziplinären Forschungsprozessen, Bewertungsmethoden sowie zur Wissensvermittlung und Einbindung der Projektergebnisse in Prozesse nachhaltiger Entwicklung. Hierbei bringt es seine jahrelange Erfahrung in der Erarbeitung, Umsetzung und Weiterentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie, in der Entwicklung von transdisziplinären und integrierten Bewertungsverfahren (Vulnerabilitätsanalyse) und in dem Aufbau und Management von Klimawandelanpassungsportalen und Tools (Klimavorsorgeportal) ein und greift auf sein bestehendes Netzwerk zu deutschen und internationalen Organisationen zurück.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Großindustrielle Phosphorrückgewinnung wird Wirklichkeit
Großindustrielle Phosphorrückgewinnung wird Wirklichkeit

Partner des EU-Projekts FlashPhos haben mit der Fertigstellung der Front-End Engineering Design (FEED)-Studie einen wichtigen Schritt zur industriellen Umsetzung der Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm in Europa erreicht. Die Studie definiert ein industrielles Anlagenkonzept, das Effizienz, Sicherheit, Umwelt und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt und die Grundlage für weitere Investitionsentscheidungen bildet.

mehr lesen
Neuer Chip für robustere pH-Messungen entwickelt
Neuer Chip für robustere pH-Messungen entwickelt

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS hat einen weiteren Durchbruch in der pH-Messtechnik erzielt. Die Forschenden haben eine neue Technologie entwickelt, die pH-Messungen deutlich robuster, einfacher und zuverlässiger macht.

mehr lesen
Wie beeinflussen Bootsverkehr und Wetter den Wörthersee?
Wie beeinflussen Bootsverkehr und Wetter den Wörthersee?

Das neue, federführend von der TU Graz entwickelte, ganzheitliche Monitoringsystem misst Bootswellen mittels Satellitennavigationsdaten und Sensorik auf Bojen millimetergenau und erlaubt erstmals Untersuchungen, wie sehr Bootsverkehr, Wetter und andere Faktoren das Ökosystem von Seen beeinflussen.

mehr lesen
Erhöhter Wasserverbrauch trotz weniger wasserintensiver Pflanzen
Erhöhter Wasserverbrauch trotz weniger wasserintensiver Pflanzen

Auch wenn die Landwirt:innen auf weniger wasserintensive Kulturen umstellen, treibt der Klimawandel den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft in Zentralasien in die Höhe. Eine neue Studie von IAMO-Forschenden zeigt, dass steigende Temperaturen und der Wasserbedarf der Atmosphäre mittlerweile größer sind als die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen. Infolgedessen wächst der Druck auf die ohnehin schon knappen Wasserressourcen in einer der wasserärmsten Regionen der Welt.

mehr lesen
Jubiläum beim StEB Köln: 30 Jahre Hochwasserschutzkonzept
Jubiläum beim StEB Köln: 30 Jahre Hochwasserschutzkonzept

Seit 30 Jahren schützt das Hochwasserschutzkonzept die Stadt Köln vor den Folgen von Rhein-Hochwasser. Dieses Jubiläum haben die StEB Köln Anfang Februar gemeinsam mit der Kölner Bevölkerung sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung mit einem Hochwasserschutz-Tag in der Kölner Altstadt gefeiert.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03