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„Maritime Müllabfuhr“: So wird der Plastikmüll der Meere zu Diesel verölt

Kategorie:
Autor: Jonas Völker

„Maritime Müllabfuhr“: So wird der Plastikmüll der Meere zu Diesel verölt

Die gemeinnützige Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V. (OEOO) aus München, die seit nunmehr sechs Jahren an der Umsetzung ihres Konzepts einer „Maritimen Müllabfuhr“ arbeitet, vermeldet, dass sie am 18. Juni 2018 in einer Kompaktraffinerie ihres Partners Biofabrik Technologies GmbH in Dresden die weltweit ersten erfolgreichen Verölungsversuche von Plastikmüll aus dem Meer umgesetzt haben. Damit schließt sich der Kreis aus Sammeln, Sortieren und Verwerten – aus dem Ursprungsstoff Erdöl entsteht wieder ein dieselähnlicher Kraftstoff, mit dem Motoren und Generatoren betrieben werden können. Plastikmüll wird somit zum Wertstoff. Das Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ von OEOO ist damit erstmals vollständig umgesetzt. Die Umweltorganisation ist damit auch die erste weltweit, die den von ihr im Meer eingesammelten Plastikmüll erfolgreich verölen kann.
Plastikmüll ist ein gewaltiges Umweltproblem, geschätzt über 140 Mio. Tonnen befinden sich in den Meeren weltweit. Studien wie jene der Ellen MacArthur Foundation („Rethinking the Future of Plastics“) belegen, dass mehr als 80 % des Plastikmülls, der weltweit in die Meere gelangt, aus Asien stammt. Es geht der Organisation nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Mit mangelhaftem Umweltbewusstsein und einer oft lückenhaften Infrastruktur zur Müllentsorgung hat ein Großteil der Länder dieser Erde zu kämpfen. Hier Lösungen für eines der größten globalen Umwelt-Probleme zu entwickeln, um die Problematik vor Ort in Angriff nehmen zu können, ist das Gebot der Stunde. Diesem Ziel ist die Umweltorganisation einen großen Schritt nähergekommen.

Erstmals wird Plastikmüll aus dem Meer erfolgreich verölt

Das mehrstufige Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ sieht vor, Meeresmüll mit speziellen Müllsammelschiffen einzusammeln und anschließend wiederzuverwerten bzw. einen Teil davon in Öl umzuwandeln. Dazu wurde Meeresmüll aus diversen Sammelaktionen der letzten Zeit an Nord- und Ostsee manuell sortiert und der verwertbare Plastikmüll-Anteil geschreddert. In einem mehrstufigen Raffinationsprozess wurde der zerkleinerte Plastikmüll dann in einer sogenannten Kompaktraffinerie des Technologiepartners Biofabrik aus Dresden verölt. Die Kompaktanlage kann bis zu 750 kg Plastikmüll pro Tag verarbeiten und in Kraftstoff umwandeln.
Für Günther Bonin, dem Gründer der Organisation, geht damit ein Traum in Erfüllung, an dessen Realisierung er mit seinem Team die letzten acht Jahre gearbeitet hat: „Für uns ist es schon ein großer Erfolg, möglichst viel Plastikmüll aus den Gewässern zu bekommen, bevor er sich zu Mikroplastik zerkleinert und damit nicht mehr aus der Natur zu entfernen ist. Von ebenso großer Bedeutung ist aber der zweite Schritt, nämlich die erfolgreiche Verwertung. Sobald die Menschen erkennen, dass Plastik kein Müll, sondern ein Rohstoff ist, aus dem weltweit Energie gewonnen werden kann, werden sie ihn nicht mehr achtlos in die Umwelt kippen. Dezentrale Verwertungslösungen helfen uns dabei, dieses Bewusstsein zu schaffen.“
Oliver Riedel, CEO und Gründer der Biofabrik Technologies GmbH, ist stolz darauf, eine der ersten Verwertungslösungen bieten zu können, die imstande ist, Plastikmüll in industriellem Maßstab erfolgreich zu verölen: „Müll wie Energie stellen die Menschheit heute vor riesige Herausforderungen. Auf der einen Seite haben die meisten Länder riesige Müllberge, auf der anderen keine stabile, preiswerte und nachhaltige Energieversorgung. Die Kompaktraffinerie der Biofabrik löst praktisch beide Probleme gleichzeitig. Unsere WASTX-Technologie liefert Energie für bis zu 1000 Menschen – jeden Tag und aus ihrem eigenen Plastikmüll. Soll mehr Abfall verarbeitet werden, können unsere Anlagen modular miteinander verbunden werden. Unsere Waste to Energy Komplettlösungen sollen dabei aus dem Abfallstoff Plastik einen wertvollen Rohstoff machen – und bereits an Land durch Vergütungskonzepte Plastikabfall vermeiden helfen. Das Konzept von OEOO hilft uns nun, diese Technologie auf die Meere zu übertragen.“
Mehr als 100 Unternehmen und Privatpersonen, darunter die Röchling Stiftung und die Deutsche Telekom AG, unterstützen das Projekt in unterschiedlicher Weise. Im Frühjahr 2018 ist die Seekuh in Asien im Einsatz. 2013 wurde One Earth – One Ocean e.V. für sein Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ mit dem GreenTec Award 2013 ausgezeichnet. 2016 folgte die Nominierung für den Bundespreis ecodesign. 2018 wurde der Verein für den Ocean Tribute Award von Fürst Albert II. von Monaco nominiert.

Weitere Informationen: http://www.oneearth-oneocean.com und https://www.facebook.com/pages/One-Earth-One-Ocean/163573257046660

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