Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Die Stoffstrombilanz ist da

Am 24. November verabschiedete der Bundesrat die Stoffstrombilanzverordnung und schloss damit die Novellierung des Düngerechts ab. „So ein Mist!“ titelte die Süddeutsche Zeitung.

von | 24.11.17

Guter Kompromiss oder ein Haufen Mist? Die Stoffstrombilanz bleibt umstritten

Die Verordnung, die zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt, führt für bestimmte landwirtschaftliche Betriebe die Pflicht zur Erstellung einer Nährstoffbilanz ein. Diese soll einen nachhaltigen und ressourceneffizienten Umgang mit Nährstoffen im Betrieb sicherstellen und Nährstoffverluste in die Umwelt so weit wie möglich vermeiden. 

Lücken und Nischen

Der Tenor der saloppen Zeitungsüberschrift zieht sich wie ein roter Faden durch die Stellungnahmen der Verbände: Zusammen mit der Novelle des Düngegesetzes, der Anlagenverordnung und der Düngeverordnung habe man es nun mit dem weitreichendsten Regelwerk für den Gewässerschutz seit der Verabschiedung der Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 zu tun, schreibt der Deutsche Bauernverband (DBV). Bund und Länder müssten die neuen Regelungen nun gemeinsam mit den Landwirten praxistauglich umsetzen, unterstützt durch Beratung und Förderung. Zwischen den Zeilen ruft der DBV dazu auf, mögliche Lücken und Nischen unbedingt auszunutzen: Die Länder müssten „Abstand davon nehmen, jetzt die neuen Regelungen im Vollzug strenger auszulegen und vorhandene Spielräume für eine praxistaugliche Umsetzung ungenutzt zu lassen.“

Höhere Preise

Genau diese Spielräume machen dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Sorgen: „Die Verabschiedung der Stoffstrombilanzverordnung in dieser Form schafft eine Reihe neuer Schlupflöcher. Vor allem große Betriebe könnten letztlich sogar mehr düngen als vorher“, so Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU. Reiche weiter: „Wir brauchen endlich ein echtes Steuerungsinstrument für den Schutz des Wassers und gegen steigende Nitratbelastungen. Andernfalls müssten die Verbraucher mit höheren Preisen und zusätzlichen Kosten bei der Trinkwasseraufbereitung rechnen.“

Noch mehr Dünger 

Die Stellungnahme des BDEW geht – wenig überraschend – in die gleiche Richtung: Die Verordnung öffne „mit all ihren Schlupflöchern und großzügigen Ausnahmen Tür und Tor, damit künftig noch mehr Dünger auf den Feldern ausgebracht werden kann“. Sie konterkariere den Umwelt- und Gewässerschutz. Bei 90 Prozent der Betriebe lasse sich damit nicht kontrollieren, wieviel Stickstoff tatsächlich in den Hof rein- und wieviel rausgehe.
Mehr Infos: Unterlage des Bundesrats zum Tagesordnungspunkt hier, ein Video der beiden Redebeiträge hier. 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Auszeichnung für herausragende Projekte im Wasserbau
Auszeichnung für herausragende Projekte im Wasserbau

Der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) führt einen Deutschen Wasserbaupreis ein. Ausgezeichnet werden künftig herausragende Ingenieurleistungen, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und technischen Fortschritt im Wasserbau und in der Wasserwirtschaft verbinden. Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen des BWK-Bundeskongresses vergeben.

mehr lesen
Aqua Urbanica 2026 in Kaiserslautern
Aqua Urbanica 2026 in Kaiserslautern

Vom 21. bis 23. September 2026 bringt die Aqua Urbanica in Kaiserslautern Fachleute aus Wissenschaft, Planung und Praxis zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen rund um die Stadtentwässerung, die Regenwasserbewirtschaftung sowie der Einsatz realer Messdaten zur Weiterentwicklung hydrologischer Modelle.

mehr lesen
BUND-Recherche zeigt Defizite beim Hochwasserschutz
BUND-Recherche zeigt Defizite beim Hochwasserschutz

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weiterhin erhebliche Defizite beim Hochwasserschutz. Eine neue Recherche zeigt, dass Flüsse in Deutschland große Teile ihrer natürlichen Überschwemmungsflächen verloren haben und der Schwerpunkt der Investitionen nach wie vor auf technischen Schutzmaßnahmen liegt. Aus Sicht des BUND sind deutlich mehr Investitionen in die Wiederherstellung von Auen, Deichrückverlegungen und andere naturbasierte Lösungen erforderlich, um Hochwasserrisiken und die Folgen des Klimawandels wirksam zu begrenzen.

mehr lesen
OOWV treibt Ausbau der Infrastruktur weiter voran
OOWV treibt Ausbau der Infrastruktur weiter voran

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat 2025 insgesamt 165 Millionen Euro in die Wasserver- und Abwasserinfrastruktur investiert – mehr als im Vorjahr. Mit dem Ausbau von Wasserwerken, Leitungen und Kläranlagen reagiert der Verband auf den steigenden Wasserbedarf, den Klimawandel und wachsende Anforderungen an eine sichere Versorgung.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Ingenieurbüro Alwin Eppler GmbH & Co. KG

Thema: Wasseraufbereitung

Ihr vertrauensvoller Partner für innovative Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung – seit über 70 Jahren Expertise in Planung und Umsetzung maßgeschneiderter

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03