Suche...
Generic filters
Filter by Themen
Abwasserbehandlung
Analytik & Hygiene
Digitalisierung
Energie
Engineering
Events
Industriewasser
Kosten & Tarife
Nachhaltigkeit & Umweltschutz
Netze
Politik
Recht & Regelwerk
Wasser & Abwasser
Wasseraufbereitung
Wassergewinnung
Wasserstress
Water Solutions
Filter by Kategorien
Advertorial
Branche
Events
Forschung & Entwicklung
Leute
News
People
Products & Solutions
Produkte & Verfahren
Publications
Publikationen
Sonstiges
Trade & Industry
Filter by Kategorien
Firmenverzeichnis
Geschützte Downloads
Mediadaten
Öffentliche Downloads
Filter by Veranstaltungsschlagworte
abwasser
ACHEMA
Automatisierung
FDBR
Hydrologie
kanalnetze
MSR
Talsperren
trinkwasser
wasseraufbereitung
wasserbau
Wassernetze
Wasserversorgung

BDEW-Studie: Alternative zur 4. Reinigungsstufe

Kategorie:
Themen: | |
Autor: Jonas Völker

BDEW-Studie: Alternative zur 4. Reinigungsstufe

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat eine Studie veröffentlicht, die die Kosten und eine verursachungsgerechte Finanzierung einer 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen untersucht. Hintergrund sind Forderungen nach einer deutschlandweiten Einführung einer so genannten 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen.
Diese zusätzliche Klärstufe ist nach Vorstellung einiger Akteure eine geeignete Antwort auf die zunehmende Belastung der Gewässer mit Spurenstoffen, also beispielsweise Rückständen von Arzneimitteln. Neue Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass auch die Filtertechniken einer 4. Klärstufe nicht in der Lage sind, alle unerwünschten Stoffe vollständig aus dem Wasser zu entfernen. Zudem können durch die Filterung neue Abbauprodukte entstehen, die dann in die Gewässer gelangen. Die Techniken einer weiteren Klärstufe sind überdies kostenintensiv, sie betragen pro Jahr 1,2 Milliarden Euro. Würden die Unternehmen der Abwasserwirtschaft verpflichtet, in allen Kläranlagen eine vierte Stufe einzubauen, müssten die Investitionskosten auf die Gebührenzahler umgelegt werden.

Studienergebnis

Die vom BDEW in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass dies eine Erhöhung der Abwassergebühren um 17 % und mehr für einen Vier-Personen-Haushalt zur Folge hätte. Zudem hätte eine 4. Reinigungsstufe keinerlei Lenkungswirkung: Hersteller von Arzneimitteln hätten keinen Anreiz, verstärkt auf umweltschonende Stoffe zu setzen oder diese – wo möglich – zu entwickeln. „Da Kläranlagen auch mit neuen Techniken nicht alle Stoffe herausfiltern können, müssen wir an der Quelle der Verschmutzung ansetzen. Das Verursacherprinzip muss gestärkt werden, die Abwasserwirtschaft ist nicht der Reparaturbetrieb unserer Gesellschaft“, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser.
In der Studie wird deshalb eine Abgabe auf Arzneimittel vorgeschlagen. Basis sind die Kosten, die die Einführung der 4. Klärstufe verursachen würden. Die Kosten von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr entsprechen einer Abgabe in Höhe von ca. 2,5 Cent/DDD (daily defined dosis) auf die rezeptpflichtigen Medikamente in Deutschland. Bezogen auf die Einnahme eines Medikaments beispielsweise über 30 Tage hinweg ergäbe sich so eine vergleichsweise geringe Belastung von 0,75 Euro. Die Finanzierung über Medikamente wäre laut Studie verursachungsgerecht und würde die Kosten auf alle Beteiligten (Hersteller, Handel, Apotheken, Krankenkassen und ggf. Patienten) verteilen.

Fondlösung

Als weitere Möglichkeit sieht die Studie eine Fondlösung: Die Hersteller pharmazeutischer Produkte würden entsprechend der Umweltbelastung von Medikamenten Gelder in einen Fonds einzahlen. Aus dem Fonds werden dann Maßnahmen zur Beseitigung der entstandenen Umweltschäden finanziert. So würde Verursachungsgerechtigkeit mit dem geringsten Verwaltungsaufwand aller möglichen Optionen kombiniert.
Eine wesentliche Schlussfolgerung der Studie ist auch, dass es am effektivsten ist, den Schadstoffeintrag zu vermindern und vorbeugende Maßnahmen zu treffen.
„Notwendig ist eine neue Arzneimittelstrategie für Deutschland – vom Hersteller bis zum Verbraucher. Die verantwortlichen Stellen sollten außerdem bei der Zulassung verstärkt auf die Umweltverträglichkeit der Medikamente achten. Die Bedeutung dieses Themas wird immer wichtiger: Laut Studien wird der Arzneimittelkonsum in Deutschland bis zum Jahre 2045 um bis zu 70 % steigen. Deshalb muss die Vermeidung von Schadstoffeinträgen in den Mittelpunkt rücken“, so Weyand.

Die Studie zum herunterladen gibt es hier.
Eine Kurzfassung der Studie ist auch vorhanden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Landkreis und Stadt Osnabrück rufen zum Wassersparen auf
Enge Zusammenarbeit bei der Flussgebietsbewirtschaftung der Oberen Havel angekündigt
ELLA: Neue Organisation zum Schutz von Europas Seen

Passende Firmen zum Thema:

WEHRLE-WERK AG

Themen: Industriewasser | Abwasserbehandlung

Mit den drei Geschäftsbereichen Energietechnik, Umwelttechnik, Fertigung und mehreren internationalen Tochtergesellschaften und Partnern entwickelt, plant, liefert und betreibt WEHRLE Anlagen und Komponenten zur Energieerzeugung aus Verbrennungsprozessen, Klärschlammverbrennung zur

Publikationen

Multikriterielle Bewertungsverfahren: Kurzbeschreibungen und Defizitanalyse (Teil 3)

Multikriterielle Bewertungsverfahren: Kurzbeschreibungen und Defizitanalyse (Teil 3)

Autor: Andreas Hein / Peter Lévai / Kristina Wencki
Themenbereich: gwf - Wasser|Abwasser
Erscheinungsjahr: 2015

Mehrdimensionale Bewertungsverfahren Mehrdimensional sind Bewertungsverfahren, bei denen nicht nur eine, sondern mehrere Dimensionen parallel in die Bewertung einfließen [1, 2, 3]. Als Beispiele für mehr-dimensionale Bewertungsverfahren (engl.: ...

Zum Produkt

10. Münchner Abwassertag

10. Münchner Abwassertag

Autor: Günter Arndt
Themenbereich: gwf - Wasser|Abwasser
Erscheinungsjahr: 2015

Als Gegenstück zu den Magdeburger Abwassertagen der HACH LANGE GmbH wurde speziell für die Kunden in Süddeutschland der Abwassertag in München-Unterhaching eingeführt, der am 20. November 2014 inzwischen zum 10. Mal erfolgreich durchgeführt ...

Zum Produkt

Multikriterielle Bewertungsverfahren: Kurzbeschreibungen und Defizit-analyse (Teil 2)

Multikriterielle Bewertungsverfahren: Kurzbeschreibungen und Defizit-analyse (Teil 2)

Autor: Andreas Hein / Peter Lévai / Kristina Wencki
Themenbereich: gwf - Wasser|Abwasser
Erscheinungsjahr: 2015

Monetäre Bewertungsverfahren. Das grundlegende Ziel monetärer Bewertungsverfahren ist die Bewertung der Kosten und Nutzen einer Handlungsalternative in Geldeinheiten [1]. Dazu ist es jedoch nicht zwingend erforderlich, dass die bewertenden ...

Zum Produkt

Mehr Publikationen...

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03