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Optimale Kombination aus Abwasserreinigung und Energiemanagement

Kategorie:
Autor: Jonas Völker

Optimale Kombination aus Abwasserreinigung und Energiemanagement

Offizielle Inbetriebnahme der ausgebauten Kläranlage Marienheide
Die Kläranlage Marienheide ist eine der kleineren der insgesamt 11 Kläranlagen des Wupperverbandes. Doch das hier abgeschlossene Projekt hat für den Verband Pilotcharakter. Zwischen Januar 2016 und Ende 2017 fanden umfangreiche Umbauarbeiten statt. Am 21. Juni 2018 nahmen Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbandes, Marienheides Bürgermeister Stefan Meisenberg und Beate Klein, Leiterin des Dezernates Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Köln, Verbandsratsvorsitzende Claudia Fischer und Bürgermeister Frank Emde, Stadt Kierspe, die ausgebaute Anlage offiziell in Betrieb.
Energiepotenzial der Kläranlage nutzen
Das Projekt basierte auf drei Säulen:

  1. Anlagentechnik an der Auslastung des Klärwerks neu ausrichten
  2. Maschinentechnik sanieren 
  3. verfahrenstechnische Neuerungen umsetzen

Eine Neuerung war der Bau einer Schlammfaulung mit Klärgasnutzung. Dadurch wird einerseits weniger Energie zur Stabilisierung des Schlamms benötigt und andererseits aus dem Schlamm Gas für die Stromerzeugung gewonnen. Durch ein Kohlenstoffmanagement wird in der Abwasserbehandlung viel energiereicher Schlamm entzogen und zur Stromproduktion genutzt. Das Energiepotenzial der Kläranlage wird somit optimal ausgeschöpft. Mit dem Klärgas erzeugt der Wupperverband nun in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme und kann so den Strombedarf der Kläranlage zu 75 Prozent und den Wärmebedarf bis zu 100 Prozent decken.
„Mit dem Projekt in Marienheide wollten wir nicht nur Anlagenteile erneuern. Vielmehr ging es uns darum, den Gesamtprozess auf der Anlage so zu gestalten, dass wir das Optimum für die Abwasserreinigung und auch die Energiegewinnung herausholen können. Dies ist mit dem umfangreichen Umbau hervorragend gelungen, und ich danke allen Mitarbeitern und Projektpartnern, die dies zusammen gestemmt haben“, freute sich Vorstand Georg Wulf.
„Der Wupperverband hat mit dieser innovativen Sanierung der Kläranlage Marienheide Maßstäbe gesetzt, die dem gesamten Verband zu Gute kommen werden“, sagte Bürgermeister Stefan Meisenberg. „Dies ist aber nicht der einzige Meilenstein, den der Wupperverband in Marienheide gesetzt hat. Von immenser Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde ist die in 2017 begonnene Zusammenarbeit in der Betriebsführung der kommunalen Abwasserbeseitigung, die nicht nur aus meiner Sicht hervorragend angelaufen ist.“
„Die Kläranlage Marienheide zeigt: Gewässerschutz kann bei optimaler Verfahrensweise sehr energieeffizient erreicht werden. Dies unterstützt nicht nur die Klimaziele des Landes Nordrhein-Westfalen, sondern entlastet auch den kommunalen Haushalt und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger. Gerne hat das Land die Maßnahme daher mit Landesmitteln gefördert“, sagte die Leiterin des Dezernates Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Köln, Beate Klein.
Vorreiterrolle
Diese Verbindung von Optimierung der Abwasserreinigung und Energiemanagement hat der Wupperverband erstmals auf einer Kläranlage dieser Größenordnung umgesetzt. Das Projekt mit einem Budget von 6,45 Mio. Euro hat dadurch eine Vorreiterrolle. Die Umstellung auf Energiegewinnung wurde durch das Programm "Ressourceneffiziente Abwasserreinigung" des Landes Nordrhein-Westfalen mit rund 820.000 Euro gefördert.
Der Umbau fand im laufenden Betrieb der Anlage statt. In der Kläranlage Marienheide wird Abwasser aus Teilen der Gemeinde Marienheide sowie aus Teilen der Stadt Kierspe gereinigt. Die Anlage ist auf 16.000 Einwohnerwerte ausgelegt, d.h. Einwohner sowie Gewerbebetriebe. Die heutige Anlage ging 1992 in Betrieb und ersetzte damals die alte Kläranlage Marienheide und das ehemalige Klärwerk Kierspe-Stöcken.

Weitere Informationen unter www.wupperverband.de

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