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Die Nase ist der Fisch des Jahres 2020

Kategorie:
Autor: Jonas Völker

Die Nase ist der Fisch des Jahres 2020

Die Nase ist eine typische Fischart in der Wupper

„Die Nase gehört auch in der Wupper zu den typischen Fischen und wurde bei Untersuchungen immer wieder gefunden“, sagt Andrea van den Boom, Leiterin der Fachgruppe Limnologie und Gewässergüte beim Wupperverband. „Sie kommt in der Wupper von Wuppertal bis Leverkusen vor, an manchen Stellen sogar in guten Beständen. Regelmäßig kann man im Frühjahr zur Laichzeit große Schwärme im Stadtgebiet Wuppertals sehen. Das ist sehr erfreulich, denn in langfristigen Trends gilt die Art bezogen auf Deutschland als regional stark gefährdet und lokal ausgestorben.“
Mancherorts haben sich jedoch die Bestände in den letzten Jahren positiv entwickelt – wie z. B. in der Wupper.

Fischart braucht natürliche Fluss-Strukturen

Die Nase stellt hohe Ansprüche an das Gewässer. Die erwachsenen Tiere dieser Fischart führen innerhalb des Flusses weite Wanderungen zu geeigneten Laichplätzen durch. Dafür muss die Wanderstrecke im Fluss durchgängig, also barrierefrei sein.
Für ihren gesamten Lebenszyklus benötigt die Fischart eine Vielfalt an Fließgeschwindigkeiten und Gewässertiefen. Für die Eiablage werden lockere Kiesbänke in flachen rasch fließenden Flussabschnitten bevorzugt. Die frisch geschlüpfte Brut hält sich in strömungsarmen Flachwasserbereichen auf. Die heranwachsenden Jungfische wechseln in die rasch fließenden Flussabschnitte und die großen erwachsenen Tiere überwintern in ruhigeren Abschnitten des Unterlaufes. Die Art profitiert also von einer großen Vielfalt der Gewässerstrukturen, Gewässertiefen und Fließgeschwindigkeiten.

Positive Auswirkungen auf die Gewässerqualität

Für den Fluss erfüllt die Fischart Nase eine wichtige Funktion: Sie weidet die Algen, die auf den Steinen wachsen, ab. Das hat positive Auswirkungen auf die Qualität des Gewässerbetts und stärkt die Selbstreinigungskraft des Flusses.

Flüsse naturnah entwickeln

Die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nasen und allen anderen Fischarten und Kleintieren in der Wupper und ihren Nebenbächen ist das Ziel der Maßnahmen des Wupperverbandes.
Damit die Wupper wieder natürlicher wird, hat der Wupperverband in Kooperation mit seinen Mitgliedern und Partnern in den letzten Jahren bereits viele Projekte durchgeführt. Wehre wurden entweder entfernt oder an noch genutzten Wehren wurde die Durchgängigkeit verbessert, z. B. durch den großen Fischaufstieg am Stausee Beyenburg. Mit Steinen, Inseln und Baumstämmen hat der Wupperverband das Flussbett aufgelockert. So entstehen mehr Dynamik und abwechslungsreiche Strömungen. Wo es möglich ist, wird das Flussbett aufgeweitet, wie z. B. in Wuppertal-Laaken auf dem Gelände des Familienunternehmens Vorwerk. Dort, wo Bebauung, Ufermauern oder wie in Wuppertal die Schwebebahnstützen berücksichtigt werden müssen, wird die Wupper innerhalb der bestehenden Begrenzungen mit Steinen und Inseln abwechslungsreicher gestaltet.

Weitere Investitionen

Die Wupper und ihre Nebenbäche wieder natürlicher zu entwickeln ist Bestandteil der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Diese hat die Zielsetzung, dass alle Flüsse und Bäche in Europa bis 2027 einen guten Zustand haben.
Der Wupperverband hat im Wuppergebiet schon zahlreiche Projekte umgesetzt. Diese werden vom Land gefördert.
Auch in den kommenden Jahren setzt der Verband diese Arbeit fort: Das von den Verbandsgremien beschlossene Maßnahmenpaket für die Umsetzung der Richtlinie umfasst für den Zeitraum 2018 bis 2030 rund 13,8 Mio. Euro.

Weitere Informationen

Beispiele für Renaturierungsprojekte im Wuppergebiet: www.wupperverband.de/unsere-aufgaben/gewaesserentwicklung/beispiel-gewaesserprojekte Broschüre10 Jahre Umsetzung Wasserrahmenrichtlinie 2008–2018“
Fisch des Jahres: https://www.dafv.de/projekte/fisch-des-jahres/item/344-die-nase-ist-der-fisch-des-jahres-2020.html

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