Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Düngenovelle in Sicht

Für das erste Quartal 2017 hatte Umweltministerin Barbara Hendricks versprochen, die Neuregelungen im Düngerecht unter Dach und Fach zu bringen. Tatsächlich kommt jetzt Bewegung in den Prozess.

von | 16.01.17

Ein Ende der jahrelangen Debatten ist in Sicht: Ein neues Düngerecht könnte Ende März in Kraft treten.

Aktualisiert 16.01.17 15:45 Uhr
Bund und Länder haben sich auf einen Kompromiss geeinigt: Für viehintensive landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 2,5 Großvieheinheiten je Hektar und für alle gewerblichen Betriebe gilt ab 2018 die Hoftorbilanz, für alle anderen ab 2023. Sperrzeiten, in denen keine Düngemittel ausgebracht werden dürfen, werden verlängert, die Abstände für die Düngung in der Nähe von Gewässern ausgeweitet. In den hinsichtlich der Nitratbelastung als rote Gebiete eingestuften Regionen müssen die Länder künftig mindestens drei Maßnahmen zur Reduktion ergreifen. Bei groben Verstößen gegen die Düngeregeln soll das Bußgeld bei maximal 200.000 Euro liegen.

„Einigung war längst überfällig“

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wird jetzt den Entwurf der Düngeverordnung entsprechend überarbeiten. Das Düngegesetz könnte dann in der letzten Sitzungswoche im Januar abschließend im Bundestag beraten und verabschiedet werden, der Bundesrat könnte am 31. März Gesetz und Verordnung beschließen – wie von der Ministerin versprochen. Barbara Hendricks: „Die Einigung beim Düngerecht war längst überfällig. Seit Jahren leiden Gewässer, Böden und Luft an den Folgen der dauerhaften Überdüngung. Die verschärften Düngeregeln werden helfen, die Folgen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung einzudämmen. Die Regeln müssen jetzt zügig in Kraft treten.“

„Eine sehr gute Nachricht für die Verbraucher“

Eine der ersten Stellungnahmen kam vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU): „Endlich gibt es einen Durchbruch beim Düngerecht. Übermäßiges Düngen bedroht seit Jahren zunehmend die Ressourcen für die Trinkwasserversorger. Der Verhandlungserfolg ist ein Startschuss dafür, dass die hohe Nitratbelastung im Grundwasser endlich reduziert wird. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Verbraucher – und für die kommunalen Wasserversorger. Ansonsten wäre die Versorgung mit Trinkwasser langfristig wesentlich aufwändiger und damit für den Bürger auch teurer geworden. Nun geht es darum, die beschlossenen Maßnahmen auch in die Tat umzusetzen. Bei den Regelungen gilt es im Blick zu halten, dass die Kreislaufwirtschaft von Bioabfällen weiterhin ermöglicht wird, zumal Komposte aus Bioabfällen kaum relevante Nitrateinträge verursachen.“

BDE: Gülle und Kompost unterscheiden!

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) kritisiert die vorgesehene Obergrenze für die Kompostaufbringung: „Fachlich ist unumstritten, dass die Nitratbelastung im deutschen Grundwasser nicht durch den Einsatz von Komposten verursacht wird – Stickstoff liegt nur dort gebunden vor und neigt nicht zu Auswaschungen.“ Der Verband fordert, die Differenzierung zwischen Gülle und Kompost auch in der Verordnung abzubilden: „Mit Komposten Felder zu düngen, trägt nicht zur Nitratbelastung im deutschen Grundwasser bei. Das ist umfassend belegt. Der Zustand deutschen Grundwassers ist zweifelsohne ein Umweltproblem, das vor allem durch die Überdüngung mit Gülle und flüssigen Gärresten verursacht wird. Aus eben diesen Düngern wird Stickstoff schnell ausgewaschen. Komposte unter Generalverdacht zu stellen und Ausbringungsmengen zu begrenzen, ist ein Zeichen mangelnder Differenzierung und wirklich nicht sachgerecht“, so BDE-Präsident Peter Kurth. Begrüßenswert sei aber, dass die Sperrfristen für Komposte voraussichtlich kürzer ausfallen als bisher vorgesehen: „Damit wird der unbedenklichen Düngung mit Komposten in einem ersten Schritt Rechnung getragen.“
Mehr Infos hier beim Bundesumweltministerium.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Drei neue Seen für das EUROLakes-Renaturierungsprojekt
Drei neue Seen für das EUROLakes-Renaturierungsprojekt

Das EUROLakes-Projekt erweitert sein Netzwerk um drei neue Replikationsstandorte: den Manyas- und den Sapanca-See in der Türkei sowie den Shkodra-See in Albanien. Dort sollen künftig Ansätze und naturbasierte Lösungen zur Renaturierung und nachhaltigen Bewirtschaftung von Seen an die jeweiligen lokalen Bedingungen angepasst und erprobt werden.

mehr lesen
„Der Klimawandel ist da – schon  jetzt müssen wir Talsperren anders  bewirtschaften“-Interview mit Hartmut Willmitzer
„Der Klimawandel ist da – schon jetzt müssen wir Talsperren anders bewirtschaften“-Interview mit Hartmut Willmitzer

Extremwetter, steigende Temperaturen und veränderte Einzugsgebiete stellen die Trinkwasserversorgung vor immer neue Herausforderungen. Welche Konsequenzen das heute für den Betrieb von Trinkwassertalsperren hat, warum starre Bewirtschaftungspläne an ihre Grenzen stoßen und weshalb der Schutz von Einzugsgebieten und insbesondere Wäldern wichtiger wird als je zuvor, erläutert Hartmut Willmitzer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V. (ATT), im Interview.

mehr lesen
Vierte Reinigungsstufe bleibt zentral für den Gewässerschutz
Vierte Reinigungsstufe bleibt zentral für den Gewässerschutz

Die DWA hält an der vierten Reinigungsstufe als zentralem Baustein für den Gewässerschutz fest. Gleichzeitig fordert sie eine wissenschaftlich belastbare und rechtssichere Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung, damit die Kosten der Spurenstoffelimination verursachergerecht verteilt werden.

mehr lesen
OOWV-Modellprojekt für energieeffiziente Kläranlage in Südafrika vor Abschluss
OOWV-Modellprojekt für energieeffiziente Kläranlage in Südafrika vor Abschluss

Wie lässt sich eine Kläranlage energieeffizienter betreiben und zugleich stärker mit eigener Energie versorgen? Genau daran arbeiten deutsche und südafrikanische Wasserexperten seit 2023 auf der Kläranlage East Bank in East London. Kurz vor Abschluss des Modellprojekts besuchte eine Delegation aus der Buffalo City Metropolitan Municipality mehrere Anlagen des OOWV in Niedersachsen.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Ingenieurbüro Alwin Eppler GmbH & Co. KG

Thema: Wasseraufbereitung

Ihr vertrauensvoller Partner für innovative Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung – seit über 70 Jahren Expertise in Planung und Umsetzung maßgeschneiderter

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: