Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Gülle-Initiative will schärferes Düngerecht

BDEW und DVGW starten eine Initiative gegen die Überdüngung der Böden und die Nitratbelastung des Grundwassers. Zu den Forderungen gehört ein sofortiger Dünge-Stopp in belasteten Gebieten.

von | 14.06.17

Mit einer Petition an die Bundesregierung und die Europäische Kommission will die neue Initiative eine Verschärfung des Düngerechts erreichen

Eine Koalition aus BDEW und DVGW, Umweltorganisationen und der Gewerkschaft ver.di hat am 14. Juni den Startschuss gegeben für eine Petition zur Verschärfung des deutschen Düngerechts. Das gemeinsame Ziel der Initiative „Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!“: Die Nitrat- Verschmutzung der Böden und Gewässer stoppen und eine gewässer- und umweltverträgliche Landwirtschaft einfordern.

„Verbraucher zahlen dreifach“

Die massive Überdüngung der deutschen Felder durch die großindustrielle Agrarwirtschaft, so die Initiative in ihrer gemeinsamen Presseerklärung, gefährde zunehmend das Grundwasser. In einigen Regionen werden inzwischen alarmierende Nitratwerte gemessen. Das schadet der Umwelt und kostet die Verbraucherinnen und Verbraucher dreifach: Für die Wasserversorger wird es in vielen Regionen Deutschlands immer aufwendiger und kostenintensiver, die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten. Die Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie könnte zu hohen Strafzahlungen für Deutschland führen, die letztlich von den Steuerzahlern finanziert würden. Hinzu kommen die bestehenden Subventionen für die Landwirtschaft.

„Gülletourismus floriert“

Trotz allem floriere der Gülletourismus, so die Initiative. Nach Angaben der Universität Wageningen seien allein 2016 zwei Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden auf deutschen Äckern entsorgt worden. Das entspricht 66.600 LKW-Ladungen.
„Stoppt die Gülle-Verschmutzung – Schützt unser Wasser!“ fordert darum von der Bundesregierung und der Europäischen Kommission:

  1. Sofortiger Dünge-Stopp in belasteten Gebieten, wenn der Grenzwert (Schwellenwert/Umweltqualitätsziel) von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser überschritten wird.
  2. Verpflichtende Stoffstrombilanzen ab 2018 für alle Agrarbetriebe
  3. Gülle-Tourismus eindämmen: Gülletransporte bundesweit überwachen und in nitratbelasteten Gebieten Gülle-Importe stoppen
  4. Agrarwende: Die Milliarden-Subventionen für die großindustrielle Agrarwirtschaft müssen sofort zugunsten einer gewässer- und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Flächen umgeschichtet werden

Mitglieder der Initiative sind neben dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie die Umweltverbände Aktion Agrar, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace und GRÜNE LIGA.
Weitere Informationen hier. 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze
Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze

Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt vor Auswirkungen der geplanten EEG-Novelle 2027 auf kleine Wasserkraftprojekte. Neue Anlagen unter 25 kW sollen nach Angaben des Verbands keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Zugleich fordert er, bestehende Querbauwerke vor einem Rückbau auf ihre wasserwirtschaftliche, ökologische und energetische Weiternutzung zu prüfen.

mehr lesen
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst

Der Altmarkkreis Salzwedel hat Ende Juli die Genehmigung für das geplante Restaurierungskonzept des Arendsees versagt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zugleich, woher ein wesentlicher Teil der Phosphorbelastung stammt und warum Fachleute sowohl eine Sanierung der Eintragsquellen als auch eine Reduzierung des Phosphors im See für erforderlich halten.

mehr lesen
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung

Die Hochsauerlandwasser GmbH erneuert im Zentrum von Bigge rund 530 Meter einer Trinkwasser-Hauptleitung aus den 1950er Jahren. Neben dem Alter der Leitung sind defekte Armaturen und die bisherige Überdimensionierung Gründe für die Sanierung. Insgesamt investiert der Versorger rund 280.000 Euro.

mehr lesen
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie

Die Magdalenenflut von 1342 galt lange als herausragendes Einzelereignis. Eine kürzlich veröffentlichte Studie rekonstruiert nun 16 überregionale Hochwasser zwischen 1341 und 1343 und zeigt, dass mehrere extreme Ereignisse in kurzer Folge auftraten. Die Ergebnisse sind auch für die heutige Bewertung von Hochwasserrisiken relevant.

mehr lesen
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit

Moore gelten meist als Sorgenkind des Klimaschutzes – degradiert und klimaschädlich. Eine neue internationale Studie zeigt jetzt die andere Seite: neun „Bright Spots“ aus aller Welt, in denen Wiedervernässung, Renaturierung und Paludikultur bereits heute erfolgreich Klima- und Naturschutz vereinen.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

cleanwells GbR

Thema: Wassergewinnung

AIXTRACTOR® 1.0 – 10.0 Zertifiziert durch: DVGW, ELY, dwi,

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03