Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Digitalisierung in Europa

Für den Umgang mit Daten wünschen sich Unternehmen einen einheitlichen, EU-weiten Rechtsrahmen und Freiräume für privatrechtliche Lösungen – so eine aktuelle Studie.

von | 12.10.17

Was erwarten Unternehmen vom Gesetzgeber für den digitalen Wandel?

Weniger Regulierung, harmonisierte europäische Gesetze und ausreichend Freiräume für flexible Vertragslösungen – das wünschen sich Unternehmen, um für den digitalen Wandel optimal gerüstet zu sein. Das ist die Quintessenz der Studie „Legal issues of digitalisation in Europe“ (Rechtsfragen der Digitalisierung in Europa), die die renommierte Wirtschaftskanzlei Noerr LLP jetzt zusammen mir BusinessEurope, dem europäischen Dachverband der nationalen Industrie- und Arbeitgeberverbände, präsentierte. Befragt wurden dazu im März und April 2017 Entscheider aus 20 Ländern.

Eindeutige Botschaft

Die Digitalisierung ist für die europäischen Unternehmen das zentrale Thema: Fast 90 Prozent der befragten Entscheider gehen davon aus, dass der digitale Wandel der Wirtschaft innerhalb der kommenden fünf Jahre einen erheblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell des eigenen Unternehmens haben wird. Auch bei der EU-Kommission genießt der geplante „Digitale Binnenmarkt“ höchste Priorität. „Die Botschaft der Wirtschaft an die Kommission und die nationalen Gesetzgeber ist nach der Studie eindeutig“, sagt Prof. Dr. Peter Bräutigam, IT-Rechtsexperte und Noerr-Partner.

Die Wirtschaft …

  • bevorzugt vertragliche Lösungen im Hinblick auf das Eigentum an und den Zugriff auf Daten sowie im Hinblick auf Haftungsfragen;
  • spricht sich mehrheitlich für weniger Regulierung, aber – soweit erforderlich – für mehr Harmonisierung nationaler Regeln auf Ebene der EU aus;
  • plädiert für einen ungehinderten grenzüberschreitenden Datenverkehr und für die freie Wahl des Speicherorts der Daten;
  • und blickt skeptisch auf die Diskussionen über Eigentumsrechte an Daten und ein „Data Producer’s Right“.

Freiheit wichtiger als Regulierung

Konkret haben Noerr und BusinessEurope gefragt, welche ordnungspolitischen Maßnahmen die Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Digitalstrategien bevorzugen – im Hinblick auf die Fragen nach dem Eigentum an und dem Zugriff auf Daten, der Haftung sowie der Cloud. Ergebnis: Im Hinblick auf Cloud-Dienste stimmt eine Mehrheit der Befragten für einheitliche, EU-weite Regeln. Demgegenüber favorisiert bezüglich Eigentum, Zugriff und Haftung die Mehrheit privatrechtliche Lösungen. Als mögliche Alternativen benennen die Befragten technische Normen und Standards sowie Vertragsmuster. Für nationale Regelungen plädiert in allen Fällen nur eine Minderheit.

Grenzenloser Datenfluss

Beim Zugriff auf ihre Daten ist es einer Mehrheit von 68 Prozent der Befragten sehr wichtig, eine Wahl zu haben, in welchem Land oder in welcher Region die Unternehmensdaten gespeichert und verarbeitet werden. Zugleich ist 58 Prozent der Befragten ein grenzüberschreitender Datenzugriff besonders wichtig. „Europas Unternehmen legen mehrheitlich Wert auf einen ungehinderten Datenfluss innerhalb der Union. Zugleich bedarf nicht jeder technologische Fortschritt einer Regulierung. Vertragliche Lösungen und der existierende Rechtsrahmen geben bereits Antworten auf Fragen zum Eigentum an und Zugriff auf Daten sowie hinsichtlich der Haftung“, sagt Markus Beyrer, Generaldirektor von BusinessEurope.

41 Prozent setzen schon auf die Cloud

Die Studie förderte zudem zutage, dass in 41 Prozent der europäischen Unternehmen bereits heute mehr Cloud-Dienste als festinstallierte Softwareprodukte zum Einsatz kommen. Dieser Technologie messen die Befragten zudem eine besonders hohe Bedeutung zu: Neben Plattformdiensten (3,75) und Big Data (3,55) hat Cloud-Computing (3,69) nach der Studie den größten Einfluss auf das Geschäftsmodell der Unternehmen (Skala von 1 bis 5). Geringer wird der Einfluss des Internets der Dinge (3,33) sowie von künstlicher Intelligenz (2,71) und der Blockchain-Technologie (2,39) erachtet. „Cloud- und Plattform-Dienste sowie Big-Data-Anwendungen sind bereits heute sehr reife Technologien“, ordnet Peter Bräutigam die Ergebnisse ein. 
Download der Studie hier

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei

Bei unterwasserarchäologischen Untersuchungen im Arendsee haben Forschende außergewöhnlich gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer entdeckt. Die Funde könnten von bislang unbekannten Konstruktionen aus der Mittelsteinzeit stammen und neue Erkenntnisse über die Lebensweise damaliger Jäger und Sammler liefern.

mehr lesen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen

Vom 3. bis 6. November 2026 bringt die Ecomondo in Rimini Unternehmen, Versorger, Forschung und Politik aus der Green, Blue und Circular Economy zusammen. Für die Wasserwirtschaft stehen unter anderem Wasser- und Abwasserbehandlung, resiliente Infrastrukturen, Digitalisierung, Wasserwiederverwendung und die europäische Wasserpolitik im Mittelpunkt.

mehr lesen
DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien
DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien

Welche komplexen europäischen Regelungen ab dem 31.12.2026 gelten, beleuchtet der DVGW-Kongress am 17. November 2026 (online). Im Fokus stehen die neuen EU-Regularien für Materialien im Kontakt mit Trinkwasser: Europaweite Positivlisten, Zertifizierung und Konformitätsbewertung lösen die bisherigen nationalen UBA-Bewertungsgrundlagen ab – diese bleiben unter bestimmten Voraussetzungen nur noch bis maximal 2032 anwendbar. Offene Fragen reichen vom Umgang mit Bestandsprodukten bis zu Bleigrenzwerten bei metallenen Werkstoffen.

mehr lesen
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz

Das Projekt „Mehr Wasser für die Aue“ verbindet Gewässerentwicklung mit modernem Echtzeitmonitoring. Dafür wurden wilde-natur.org und der UHV 20 „Untere Oste“ beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss 26“ mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

VEGA Grieshaber KG

Thema: Digitalisierung

Digitalisierung und

Barthauer Software GmbH

Thema: Digitalisierung

Netzinformationssysteme BaSYS – smart IT for smart

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03