Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller überreichte den Förderbescheid am 3. September an Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn. In Stuttgart werden täglich 220.000 m3 Abwasser gereinigt. Die Menge entspricht 1,2 Mio. Einwohnerwerten (EW). Damit gehört diese Kläranlage zu den Belastungsschwerpunkten des Bundeslandes.
Die Anlage wird unter laufendem Betrieb ausgebaut. Der Umbau ist in drei Bauabschnitte gegliedert. Die Arbeiten zum ersten Abschnitt beginnen im Herbst 2019. Es wird unter anderem die Station für die Aktivkohledosierung an den Belebungsbecken errichtet sowie die Sandfanganlage erneuert und ausgebaut. Außerdem wird die Elektro- und Maschinentechnik umgestellt. Die gesamte Anlage soll bis 2028 fertig gestellt werden.
Baden-Württemberg hat bereits vor einigen Jahren damit begonnen, Kläranlagen an besonders empfindlichen Gewässern oder an Belastungsschwerpunkten mit einer weitergehenden Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination auszurüsten. Dabei hat sich das Verfahren der Adsorption an Pulveraktivkohle durchgesetzt. Das Konzept verfolgt einen konsensorientierten Ansatz mit den Betreibern und wird mit Fördermitteln unterstützt. Gemäß der Spurenstoffkonzeption des Landes werden an wasserwirtschaftlich ausgewählten Standorten Kläranlagen mit einer Stufe zur Spurenstoffelimination ausgebaut. Insgesamt sind in Baden- Württemberg bereits 14 Kläranlagen (einschließlich einer Anlage in Bayern, die überwiegend baden-württembergisches Abwasser behandelt) mit einer Aktivkohleadsorptionsstufe in Betrieb. Das entspricht einer Abwasserreinigungskapazität von etwa 2,1 Mio. Einwohnerwerten (EW).
Weitere 16 Anlagen sind derzeit in Bau oder Planung.
„Der Klimawandel ist da – schon jetzt müssen wir Talsperren anders bewirtschaften“-Interview mit Hartmut Willmitzer
Extremwetter, steigende Temperaturen und veränderte Einzugsgebiete stellen die Trinkwasserversorgung vor immer neue Herausforderungen. Welche Konsequenzen das heute für den Betrieb von Trinkwassertalsperren hat, warum starre Bewirtschaftungspläne an ihre Grenzen stoßen und weshalb der Schutz von Einzugsgebieten und insbesondere Wäldern wichtiger wird als je zuvor, erläutert Hartmut Willmitzer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V. (ATT), im Interview.










