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Nährstoffbericht Niedersachsen: „verfehlte Landwirtschaftspolitik“

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium stellt den Nährstoffbericht 2016/17 für das Bundesland vorgestellt. Hierzu Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, in einem Statement.

von | 05.04.18

"Innerhalb von vier Jahren ist die Menge an gemeldetem Wirtschaftsdünger und Gärresten um über ein Drittel auf fast 37 Millionen Tonnen gestiegen", so Martin Weyand.

"Der Nährstoffbericht Niedersachsen dokumentiert eindrücklich die verfehlte Landwirtschaftspolitik, die zu Lasten der Böden und Gewässer geht. Innerhalb von vier Jahren ist die Menge an gemeldetem Wirtschaftsdünger und Gärresten um über ein Drittel auf fast 37 Millionen Tonnen gestiegen. Die Nitratkonzentration im Grundwasser ist alarmierend: An jeder zweiten Messstelle wird der gesetzlich festgelegte Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschritten. Vor allem in der Region Weser-Ems werden die Stickstoffgrenzen massiv überschritten. Doch anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen und den Tierbestand deutlich und der Ackerfläche entsprechend zu reduzieren, wird tonnenweise Gülle in andere Bundesländer exportiert.
Auch die novellierte Düngeverordnung und die kürzlich verabschiedete Stoffstrombilanzverordnung werden diese Fehlentwicklung kaum eindämmen: Sie gewähren der industriellen Landwirtschaft derart viele Ausnahmen und Schlupflöcher, dass ein nachhaltiger Schutz der Böden und Gewässer nicht möglich ist. Wir erwarten daher von der neuen Bundesregierung, dass sie diese Baustelle zügig anpackt und eine Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik einleitet."

Weitere Informationen: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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