Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Wie viel Wasser braucht das Netz?

Britische Forscher hatten schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass der Download eines Gigabytes bis zu 200 Liter Wasser verbraucht. Wie viel virtuelles Wasser steckt heute noch im Netz?

von | 04.10.16

Mobile Daten überall – das kostet nicht nur Strom, sondern auch Wasser

2015, als die Forscher des Imperial College London ihre Zahlen veröffentlichten, bewegte ein durchschnittlicher Smartphone-Nutzer in Westeuropa knapp zwei Gigabyte pro Monat durchs Netz. Heute wird das Volumen für die USA auf rund 3,7 GB geschätzt. Leicht zu berechnen, welcher Wasserverbrauch dahinter steckt. Er entsteht, so die britischen Wissenschaftler, vor allem aus zwei Gründen: Entweder direkt zur Kühlung der riesigen Serverfarmen oder bei der Stromerzeugung. Erst kürzlich ermittelte der World Energy Council, dass 98 Prozent der Stromversorgung von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig sind.

Verbraucher können wählen

Hat sich seitdem der ökologische Fußabdruck des www verkleinert? Unrealistisch dürfte es sein, Verhaltensänderungen in relevantem Ausmaß beim Verbraucher zu erwarten. Kaum jemand wird auf ein Videostreaming, einen Download oder seinen Mailabruf verzichten, um Wasser zu sparen. Veränderungen auf Seiten der Anbieter sind da schon wahrscheinlicher. Denn: Der Nutzer mag zwar nicht mit weniger Datenvolumen auskommen, aber er dürfte durchaus bereit sein, zu einem umweltfreundlichen, Energie und Wasser sparenden Anbieter von Cloud-Speicher, Videostreams oder Mailaccounts zu wechseln. BBC News fragte nach bei den seinerseits beteiligten Wissenschaftlern des Zentrums für Umweltpolitik am Imperial College.

Unter Wasser und in der Arktis

Das Ergebnis: Viele große Anbieter haben tatsächlich an ihrem Wasser-Fußabdruck und insgesamt an ihrer Umweltreputation gearbeitet – wohl wissend, dass alles andere hoch riskant wäre in einem in dieser Hinsicht sensiblen Markt. So testete Microsoft bis Anfang 2016 ein Unterwasser-Datencenter, das durch das umgebende Wasser leichter zu kühlen sein soll. Facebook eröffnete 2013 eine Serverfarm im nordschwedischen Lulea – natürlich mit einer eigenen Facebook-Seite. Umgebungstemperaturen von bis zu -30 Grad Celsius erleichtern die Kühlung des vollständig mit Wasserkraft versorgten Centers, das 150 Arbeitsplätze bietet. Die Abwärme der Server heizt das Gebäude. Green Mountain, ein norwegischer Anbieter von Datencentern, nutzt ein ehemaliges NATO-Munitionsdepot im Inneren eines Bergs. Wasser aus einem nahen Fjord mit einer konstanten Temperatur von 8 Grad hält die Server kühl, so das Unternehmen. Nach möglichen Umweltfolgen des dann erwärmten Wassers fragten die BBC-Journalisten nicht.

Oder doch nur ein Liter?

Die Forscher des Imperial College, die für ihre Zahlen im vergangenen Jahr große Medienpräsenz ernteten, räumen übrigens inzwischen ein, dass in den 200 Litern pro Gigabyte große Unsicherheitsspielräume stecken – es könnte am Ende auch nur ein Liter sein. Doch wie auch immer: Sie haben ein wichtiges Thema in den Fokus gerückt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Geschlossene Fischzuchtanlagen aus Kunststoff für den Offshore-Einsatz
Geschlossene Fischzuchtanlagen aus Kunststoff für den Offshore-Einsatz

Geschlossene Aquakulturanlagen sollen eine kontrollierte Fischproduktion unter anspruchsvollen Offshore-Bedingungen ermöglichen. Für zwei FishGlobe-Anlagen in Norwegen lieferte AGRU tragende Kunststoffhalbzeuge und Rohrleitungssysteme aus PE 100-RC. Das geschlossene Containment-System reduziert Umwelteinflüsse und erleichtert den Betrieb der Anlagen.

mehr lesen
Flohkrebse zeigen überraschende Artenvielfalt im Atlantik
Flohkrebse zeigen überraschende Artenvielfalt im Atlantik

Eine genetische Untersuchung von Flohkrebsen in einem neu ausgewiesenen Meeresschutzgebiet im Nordostatlantik hat eine überraschend hohe Artenvielfalt am Meeresboden offenbart. Bereits eine einzelne Probenahme ergab 47 genetisch unterscheidbare Arten, Hochrechnungen deuten auf mehr als 120 Arten hin. Viele davon sind bislang wissenschaftlich unbekannt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung weiterer Forschung für den Schutz der Tiefsee und ihrer Ökosysteme.

mehr lesen
Wenn ein Staudamm zur Gefahr wird
Wenn ein Staudamm zur Gefahr wird

Der Enguri-Staudamm in Georgien zählt mit einer Höhe von 271 Metern zu den größten Bogenstaumauern der Welt und ist eine der wichtigsten Energieinfrastrukturen des Landes. Rund die Hälfte der georgischen Stromversorgung hängt von der Anlage ab. Gleichzeitig befindet sich der Staudamm in einer tektonisch aktiven Region des Kaukasus und steht damit unter besonderer Beobachtung von Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen.

mehr lesen
Wenn Gerüche zur Belastung werden
Wenn Gerüche zur Belastung werden

Gerüche aus der Kanalisation werden häufig als unvermeidbares Ärgernis wahrgenommen, können jedoch erhebliche Auswirkungen auf Lebensqualität, Gesundheit und Infrastruktur haben. Steigende Temperaturen und zunehmende Wetterextreme verschärfen das Problem zusätzlich. Gleichzeitig verursachen korrosive Gase Schäden an Kanälen und Bauwerken, die hohe Folgekosten nach sich ziehen. Moderne Filtersysteme bieten heute wirksame Möglichkeiten, Geruchs- und Korrosionsprobleme nachhaltig zu reduzieren.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

cleanwells GbR

Thema: Wassergewinnung

AIXTRACTOR® 1.0 – 10.0 Zertifiziert durch: DVGW, ELY, dwi,

Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG

Thema: Wasserstress

Regenwasser-Behandlung, -Versickerung,

Keller & Hahn Brunnenbau GmbH

Thema: Wassergewinnung

Brunnenbau, Quellfassungen,

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03